Salzburg fürchtet um Verlust von Fotografie-Sammlungen

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Eine Aussage des Ministers sorgte für Unruhe
Eine Aussage des Ministers sorgte für Unruhe - © APA (Archiv)
Aufregung herrscht derzeit im Salzburger Museum der Moderne: Wie die “Salzburger Nachrichten” am Freitag berichten, hat die Bank Austria die Dauerleihgabe ihrer Sammlung “Fotografis” mit Jahresende gekündigt und will die Arbeiten künftig selbst präsentieren. Auch eine Aussage von Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) in Richtung eines eigenen Fotomuseums sorgt für Unruhe.

Der Minister habe sich bei der Eröffnung der Ausstellung “Österreich. Fotografie 1970 – 2000” in der Albertina für die Schaffung einer neuen Institution ausgesprochen, in der “sowohl die Sammlungen der Republik als auch private Sammlungen gezeigt werden können”. Nun befindet sich die Fotosammlung des Bundes mit rund 10.000 Werken ebenfalls in Salzburg.

Schellhorn ist um Fotografien besorgt

Laut Minister-Büro sei zwar noch nichts entschieden, der Salzburger Landesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) zeigte sich jedoch besorgt. Er befürchte, dass die Sammlung aus Salzburg abgezogen und nach Wien übersiedelt werden könnte.

“Wir kennen die Gerüchte. Mit uns hat bisher aber niemand gesprochen”, sagte Martina Berger-Klingler, Referentin für Kunst, Kultur und Museen im Büro Schellhorn, zur APA. Man werde sehr schnell das Gespräch mit dem Minister suchen, um die Salzburger Interessen zu wahren. Salzburg sei ein wichtiger Standort für Fotokunst, die Sammlung wäre hier in guten Händen.

Breitwieser bleibt nicht für weitere Amtszeit

Sabine Breitwieser, seit 2013 Direktorin des Museums der Moderne Salzburg, wird sich nicht um eine neue Amtszeit bewerben. Das gab Breitwieser heute, Freitag, in einer Aussendung bekannt. Ihre Entscheidung sei durch “Auffassungsunterschiede in Hinblick auf meine Vorstellungen zur Leitung und künstlerischen Ausrichtung des Hauses” bestärkt worden.

“Habe Ziele weitestgehend erreicht”

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Kritik am Führungsstil und der sozialen Kompetenz der Kulturmanagerin gegeben. Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) hatte nach einer Aussprache im April erklärt, dass er keine Verlängerung des Vertrags mit Breitwieser anstrebe. “Ich habe alle Ziele, die ich mir zu Beginn meiner Direktion am Museum der Moderne Salzburg gesetzt und dem Aufsichtsrat kommuniziert habe, weitestgehend erreicht”, betonte Breitwieser in der Erklärung.

Positive Bilanz in Salzburg

Breitwieser zog eine Bilanz ihrer bisherigen Arbeit. Sie habe das Museum neu positioniert und aufgewertet. 2014 gelang es ihr, die Sammlung Generali Foundation im Rahmen einer Partnerschaft nach Salzburg zu holen. Sie verwies auf Kooperationen mit internationalen Museen und Verlagen, die verstärkte Zusammenarbeit mit lokalen Kulturinitiativen, die Renovierung des Stammhauses Rupertinum und den Bau eines 4.500 Quadratmeter großen Kunstdepots. Durch Sponsoring und Fundraising habe sich der Eigenmittelanteil auf rund 35 Prozent erhöht. Der Vertrag mit Breitwieser läuft am 31. August aus. Die Entscheidung über die Neubesetzung soll im Herbst fallen.

(APA)

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