Salzburg hat weltweit erste freie Solarroute für E-Fahrzeuge

Im Bild von links: Thomas Gerbl (Stiegl, Solarroute-Partner), Landesrat Hans Mayr, Initiator Roland Halslauer, Landesrat Josef Schwaiger und der Krimmler Bürgermeister Erich Czerny (Solarroute-Partner).
Im Bild von links: Thomas Gerbl (Stiegl, Solarroute-Partner), Landesrat Hans Mayr, Initiator Roland Halslauer, Landesrat Josef Schwaiger und der Krimmler Bürgermeister Erich Czerny (Solarroute-Partner). - © SALZBURG24/Schuchter
Eine Vision, die im Jahr 2014 begann, ist jetzt Wirklichkeit geworden: Salzburg hat die weltweit erste freie Solarroute für E-Fahrzeuge. Das heißt: Auf 550 Kilometern im Bundesland Salzburg werden insgesamt 33 Ladesäulen für alle E-Fahrzeugfahrer kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie das möglich geworden ist, erklären wir euch hier.




Wer mit seinem E-Auto vom Flachgau in den Pinzgau fährt, muss sich ab sofort keine Gedanken mehr darüber machen, ob er damit auch wieder zurückkommt oder er mit den verbleibenden fünf Kilometer im „Stromtank“ verzweifelt eine Ladestation suchen muss. Mit der Solarroute, 33 mit Solarstrom gespeiste Ladesäulen auf einer Strecke von 550 Kilometern, ist nun eines der innovativsten und außergewöhnlichsten E-Mobilitätsprojekte nach dreijähriger Entwicklungszeit umgesetzt. Das gab der Initiator des Projekts und Geschäftsführer der Wirtschaftsberatung GFB, Roman Haslauer, am Mittwoch in einem Pressegespräch bekannt.

Solarstationen im Land Salzburg./solarroute.gfb-greensolutions.at Solarstationen im Land Salzburg./solarroute.gfb-greensolutions.at ©

“Salzburg an Spitze der E-Mobilität”

„Es war ein Herzens- und Hirnprojekt, das Salzburg an die Spitze der E-Mobilität führen wird“, zeigt sich Haslauer überzeugt. Die Solarsäulen – im übrigen 100 Prozent regional hergestellt – werden derzeit von 27 Partnern (Unternehmen und Gemeinden) im Land Salzburg allen Fahrern von E-Autos, Plug-in-Hybrid-Autos, E-Rollern und E-Bikes kostenlos und ohne Registrierung zur Verfügung gestellt. Eine Liste der aktuellen Partner und frei zur Verfügung stehenden Ladestationen findet ihr HIER.

Erste 100-Kilometer-Solarroute führte in den Pinzgau

Das Projekt begann im Jahr 2014, als Haslauer begann, eine Solarroute von Salzburg in den Pinzgau zu installieren. Damals waren fünf Partner mit an Bord und bauten die 100-Kilometer-Strecke von der Landeshauptstadt über Lofer nach Zell am See mit E-Ladestationen aus. Ein Jahr später wurde die Route zum Ring und man konnte, von Lofer kommend, über Schwarzach wieder zurück nach Salzburg fahren – mit vier weiteren Partnern wurde die Strecke auf 200 Kilometer verdoppelt. „Strom kann mit einer Photovoltaik-Anlage günstiger produziert werden als der Strom aus dem Netz. Und dieser technologische Quantensprung gibt dem Unternehmer die Möglichkeit selbst energieautark zu werden“, erklärt sich Haslauer den Erfolg seines Projektes. Einen Teil der Energiekosten-Ersparnis an die Gesellschaft in Form von freien Solarsäulen weiterzugeben, sei sinnvoll und weitblickend, sagt der Energieexperte.

Solarenergie bringt Vorteile für die Region

Doch mit der Solarroute wird nicht nur Strom für E-Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, sie stärkt auch die Region – und zwar einerseits durch die wirtschaftlichen Vorteile des selbstproduzierten Sonnenstroms und andererseits die Senkung des CO2-Ausstoßes. Eine Win-Win-Situation also, die der Bürgermeister von Krimml im Pinzgau, Erich Czerny (ÖVP), schon sehr früh erkannt haben dürfte: Krimml ist Solarroute-Partner der ersten Stunde und beim Klimaschutz ganz vorne dabei: Biomasse für den Ort, selbstproduzierter Strom auf den Dächern der Volksschule und des Kindergartens. In naher Zukunft wolle man außerdem E-Autos für die Gemeindebedienstete als auch für ein Carsharing-Projekt anschaffen, kündigt Czerny am Mittwoch an.

Lob für Solarroute von der Politik

Unterstützung und viel Lob für die fertiggestellte 550-Kilometer-Solarroute kommt auch von der Politik. So bezeichnet Energielandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) das Projekt, das das Land mit Fördermitteln auf der Photovoltaikoffensive unterstütze, als eine „außergewöhnliche Initiative“. Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG), der in seinen Zeiten als Bürgermeister von Goldegg (Pongau) als Pionier in Sachen E-Mobilität galt und heute sogar immer wieder mit einem E-Motorrad unterwegs ist, weist darauf hin, dass für die klimaschonende Verkehrsgestaltung die Solarroute alleine nicht reichen werde. Zum einen müsse man den Salzburgern noch mehr zeigen, dass E-Mobilität Spaß macht, andererseits sei es dringend notwendig, dass die Infrastruktur in den nächsten Jahren weiter ausgebaut wird, so Mayr. Und dabei müsse man zusammenhelfen.

E-Mobilität: Salzburg muss sich nicht verstecken

Mit der weltweit ersten freien Solarroute schlägt Salzburg ein neues Kapitel der E-Mobilität auf. Mit sauberem Strom unterwegs zu sein ist keine Zukunftsvision mehr. Wir sind mittendrin. Und die Salzburger Vorreiterrolle ist auch noch nicht zu Ende: Zahlreiche Schnittstellen in Osttirol, Bayern, Tirol, Oberösterreich und Kärnten sollen in naher Zukunft geschaffen werden. Die Autobauer sind jetzt also geforderter denn je, endlich E-Fahrzeuge mit brauchbaren Reichweiten und akzeptablen Preisen auf den Markt zu bringen. Nur dann kann die E-Mobilität in Salzburg wirklich ankommen.

 

Übrigens: Auch am Standort von SALZBURG24, in der Karolingerstraße 1 in der Landeshauptstadt, habt ihr die Möglichkeit euer E-Auto zu laden. Ein Kaffee in der Redaktion inbegriffen.

Ladestation in der Karolingerstraße 1/SALZBURG24/Schuchter Ladestation in der Karolingerstraße 1/SALZBURG24/Schuchter ©

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