Salzburg ist europäische Spitzenklasse bei Kläranlagen

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Kläranlagen wie diese in Unken leisten einen großen Beitrag für unsere Lebensqualität.
Kläranlagen wie diese in Unken leisten einen großen Beitrag für unsere Lebensqualität. - © Neumayr/Archiv
Die Belastungen im Abwasser steigen, trotzdem können sich die Salzburg über hervorragende Wasserqualität freuen. Das war nicht immer so. Hier lest ihr, was wir Kläranlagen alles zu verdanken haben.

Am Mittwoch ist Weltwassertag. Pünktlich zu diesem Anlass stellte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) am Dienstag den Stand der Abwasserreinigung vor. So viel steht fest: Salzburg ist ein wasserreiches Land mit einer hohen Wasserqualität. Dies war allerdings nicht immer so.

60er-Jahre: Sorgen wegen schlechter Wasserqualität

In den 1960er Jahren rückte erstmals die schlechter werdende Wasserqualität der österreichischen Seen in den Blickwinkel einer breiten Öffentlichkeit. Durch einen kontinuierlichen Ausbau des Kanalnetzes und biologischer Abwasserreinigungsanlagen entstand jedoch die Erfolgsgeschichte der Salzburger kommunalen Kläranlagen. Diese setzt sich seit Beginn der 1970er Jahre bis heute fort.

“Die kommunale Abwasserreinigung in Salzburg liegt aktuell im europäischen und österreichischen Spitzenfeld. In den zehn Jahren seit Erscheinen des bisher letzten Bandes zum Stand der Abwasserreinigung konnten wir in Salzburg den Ausbaugrad und auch die Reinigungsleistung noch weiter verbessern”, berichtete Rössler in einer Aussendung.

Abwasserreinigung auf immer höherem Niveau

Seit 2006 wurde die Gesamtkapazität der Kläranlagen im Land deutlich erhöht und weitere Fortschritte beim Abbau von organischen Stoffen, Stickstoff und Phosphor in den Kläranlagen erzielt. Gleichzeitig konnte die jährliche Abwassermenge um 2,2 Millionen Kubikmeter verringert werden.

Trotz einer Steigerung der Menge an Schmutzstoffen um bis zu zehn Prozent konnte die Schadstoffmenge in den Salzburger Gewässern in den vergangenen zehn Jahren um weitere sieben bis 25 Prozent gesenkt werden, und das obwohl damals bereits die Reinigungsleistung sehr gut war.

Auch die derzeit viel diskutierten Plastikpartikel, auch Mikroplastiken genannt, werden durch die Kläranlagen effizient zurückgehalten. Weitere Maßnahmen im Kanalnetz und eine weitere Reduktion von Mischwasserentlastungen stellen dabei die Herausforderung für die Zukunft dar. Ziel ist es, einen weiteren Rückgang der Plastikpartikel in den Fließgewässern zu bewirken.

Kläranlagen müssen immer mehr Schmutz filtern

Damit ist die Anpassung an den Stand der Technik für die kommunalen Kläranlagen in Salzburg gelungen. Weitere Belastungssteigerungen machen aber auch in Zukunft bei einigen Anlagen einen Ausbau der Kapazität erforderlich. Auch wegen dieser vorbildlichen Abwasserreinigung ist Salzburg das einzige Bundesland, in dem es keine Probleme mit dem chemischen und ökologischen Zustand der Fließgewässer gibt. Die Salzburger Gewässer sind sauber. Die Gewässerreinhaltung ist in Salzburg auf dem höchsten technischen Niveau.

Ohne das engagierte und bestens ausgebildete Personal bei den Kläranlagen wären diese hohen Umweltqualitätsstandards nicht erreichbar. Für Salzburgerinnen und Salzburger, die dezentral siedeln und für die ein Anschluss an ein öffentliches Kanalnetz nicht in Betracht kommt, wurde vom Gewässerschutz der Planungsbehelf und Leitfaden Kleinkläranlagen erstellt. Darin werden die technischen Möglichkeiten für Kleinkläranlagen vorgestellt und die notwendigen Unterlagen für eine Einreichung zur Bewilligung gelistet.

Neues Naturschutzgesetz verstärkt den Schutz von Feuchtlebensräumen

Im Wasser liegt der Ursprung des Lebens – Grund genug, dass sich auch der Naturschutz dieses unverzichtbaren Grundelements des Daseins annimmt. Schon 1992 wurden mit landesweiten Bestimmungen zum Schutz bestimmter, vom Wasser geprägter Lebensräume, Maßstäbe für eine vorausschauende Erhaltung der biologischen Vielfalt des Landes Salzburg gesetzt. Zu diesen landesweit geschützten Lebensräumen zählen Moore, Sümpfe, Quellfluren, oberirdische Fließgewässer samt ihrer gestauten Bereiche und Hochwasserabflussgebiete, Bruch- und Galeriewälder sowie Feuchtwiesen mit mehr als 2.000 Quadratmeter Fläche. Auch für stehende Gewässer wie größere Tümpel, Weiher und Seen gilt der Lebensraumschutz. Dieser war bisher auf maximal 2.000 Quadratmeter begrenzt. Eine Auswertung der Salzburger Biotopkartierung zeigte, dass damit rund hundert Stillgewässer außerhalb bestehender Schutzgebiete keinen naturschutzrechtlichen Schutz aufwiesen.

Mit der am 1. März 2017 in Kraft getretenen Novelle zum Salzburger Naturschutzgesetz ist diese Obergrenze nunmehr gefallen, so dass alle mehr als 20 Quadratmeter großen stehenden Gewässer den landesweiten Schutz von Lebensräumen genießen. Mit geschützt sind ihre Uferbereiche, Schilf- und Röhrichtzonen. Nicht dem Lebensraumschutz unterliegen vom Menschen geschaffene, stark überprägte Stillgewässer wie Bade- und Zierteiche, Löschwasserteiche, Klär- und Absetzteiche, Retentionsbecken, Garten- und Schwimmteiche, Schneespeicher sowie Fischteiche mit regulierbarem Zu- und Ablauf.

“Das Bundesland Salzburg ist in Hinblick auf seine Flüsse, Seen und Wasserlebensräume ein kleines Paradies, auf das wir weiterhin gut achten sollten. Insbesondere Moore, Sümpfe und Quellfluren sowie oberirdische Fließgewässer und stehende Gewässer tragen zur Artenvielfalt und der Erhaltung der Landschaften bei”, so Rössler.

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