Rupertikirtag ohne Feuerwerk?

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Salzburg muss heuer auf das traditionelle Feuerwerk verzichten.
Salzburg muss heuer auf das traditionelle Feuerwerk verzichten. - © FMT-Picture/TA
Das jährliche Feuerwerk ist wohl eines der Highlights des Salzburger Rupertikirtags. In einer Sitzung des Altstadt Verbandes am Dienstag wurde die Anwesenden darüber informiert, dass das Spektakel am nächtlichen Himmel heuer aufgrund von Problem mit der Flugsicherheit abgesagt werden könnte.

Zum 40. Mal feiern die Salzburger ihren Landespatron Rupert in einem mehrtägigen Fest rund um den Dom. Fixer Bestandteil vom Rupertikirtag ist das Feuerwerk. Im Programm für 2016 wurde es auch für den Abschlusstag angekündigt.

Im Programm wurde das Feuerwerk bereits angekündigt. /Screenshot Im Programm wurde das Feuerwerk bereits angekündigt. /Screenshot ©

Rupertikirtag erstmals seit 40 Jahren ohne Feuerwehr

Zum 40-Jahr-Jubiläum des traditionellen Rupertikirtags in Salzburg wird es erstmals in der Geschichte des beliebten Volksfestes offenbar kein Feuerwerk geben. Geplant wäre das Raketenschießen am 25. September um 21.00 Uhr vom Mönchsberg aus, doch wegen der Nähe zum Salzburger Flughafen ist dies erst nach Betriebsschluss des Flughafens ab 23.00 Uhr möglich. Für den Veranstalter ist das zu spät.

Neue Verordnung vom BMVIT

Die Geschäftsführerin vom Altstadt Verband Inga Horny betont im Gespräch mit SALZBURG24, dass sie Ende letzter Woche von Pyrotechniker Christian Czech, der das Feuerwerk am Rupertikirtag ausrichtet, darüber informiert worden ist, dass es eine neue Verordnung vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technik (BMVIT) gibt. Diese Verordnung verbietet das Abschießen von Feuerwerken im Umkreis von Flughäfen. Die Altstadt liegt demnach in dieser Zone. Bei der Sitzung des Altstadt Verbandes hat Horny die Anwesenden lediglich darüber informiert, dass sie diese neuen Informationen bekommen hat und nun nach Lösungen sucht.

“Flugsicherheit geht vor”

Das Feuerwerk ist momentan für 20.30 am letzten Tag des Kirtags geplant, aufgrund des Flugverkehrs und den neuen Flugverbindungen und -routen, die auch über die Salzburger Altstadt führen, wäre die Flugsicherheit gefährdet, erklärt Horny. “Der Flughafen ist wirtschaftlich wichtiger, als der Rupertikirtag.” Neben dem Sicherheitsrisiko stellt sie die Notwendigkeit eines Feuerwerks in der heutigen Zeit in Frage. Aufgrund von Feinstaubbelastung und die Belästigung von älteren Menschen, Kindern und Tieren durch ein Feuerwerk wirft sich für Horny die Frage auf, ob ein Feuerwerk noch zeitgemäß ist. “Die Wahrscheinlichkeit, dass das Feuerwerk doch noch stattfindet, sinkt von Minute zu Minute”, sagte Horny am Nachmittag gegenüber der APA.

Verkehrsministerium bleibt hart

Aus dem Verkehrsministerium hieß es dazu, dass es seit 1. Oktober 2013 während der Betriebszeiten von Flughäfen in der Sicherheitszone ein generelles Verbot für Feuerwerke gebe. Man habe dem ansuchenden Pyrotechniker aus Salzburg mitgeteilt, dass eine Ausnahme von der gesetzlichen Regelung nicht möglich sei. Die Sicherheitszone beginne in dem konkreten Fall in Salzburg ab einer Seehöhe von 475 Metern, es wäre nur eine Steighöhe der Raketen von fünf Metern möglich. Eine Gesetzesnovelle heuer im August ermögliche ein Feuerwerk auch in der Sicherheitszone außerhalb der Betriebszeiten des Flughafens, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums.

Politik kritisiert Enscheidung

Die FPÖ in der Stadt Salzburg zeigte sich empört. “Bereits letztes Jahr entging die Stadt Innsbruck nur knapp einer Feuerwerks-Absage. Nur durch eine Sondergenehmigung konnte das Bergsilvester-Feuerwerk in Innsbruck stattfinden”, sagte Gemeinderat Erwin Enzinger.

Und auch die Stadt-ÖVP meldete sich am Nachmittag zum Feuerwerks-Verbot zu Wort: „Dieses Verbot ist völlig realitätsfern und kann nur irgendwelchen Schreibtischtätern in Wien eingefallen sein. Denn dort liegt der Flughafen weit weg vom Wiener Stadtgebiet. In Salzburg oder auch Innsbruck, wo fast das gesamte Stadtgebiet im Fünf-Kilometer-Radius liegt, heißt das de facto ein völliges Feuerwerks-Verbot vor Betriebsschluss des Flughafens. Das ist völlig überzogen!“ betont ÖVP-Gemeinderat Franz Wolf.

Rupertikirtag: Sondergenehmigung für Feuerwerk?

Die Verantwortlichen stehen momentan in Verhandlungen und Gesprächen mit dem BMVIT, um zu einer Sondergenehmigung zu gelangen, so Horny. Enzinger sagt: „Bereits letztes Jahr entging die Stadt Innsbruck nur knapp einer Feuerwerks-Absage. Nur durch eine Sondergenehmigung konnte das Bergsilvester-Feuerwerk in Innsbruck stattfinden. Ich hoffe, dass auch in Salzburg eine Lösung gefunden wird, um das Feuerwerk noch stattfinden lassen zu können. Das Feuerwerk ist der krönende Abschluss des Rupertikirtages und erfreut sich bei den Salzburgern und Touristen größter Beliebtheit“.

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