Salzburg-Sportdirektor Freund übt Kritik an CL-Reform

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Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund (re.) äußert sich über die anstehende Reform der Champions League.
Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund (re.) äußert sich über die anstehende Reform der Champions League. - © APA/EXPA/JOHANN GRODER
Die Hälfte aller Startplätze für die vier größten Ligen – die kommende Saison in Kraft tretende Qualifikations-Reform hat den Zugang zur Fußball-Champions League für Vertreter kleinerer Länder noch einmal erschwert. Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund sieht die Entwicklung durchaus kritisch: “Der Flaschenhals ist noch ein bisschen enger.”

Statt wie bisher 22 sind künftig 26 von 32 Plätzen in der Königsklasse fix vergeben – 16 davon an je vier Teams aus Spanien, Deutschland, England und Italien. “Das ist schon noch einmal um einiges schwieriger”, meinte Freund im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Dabei seien die kleinen Länder bemüht, die finanzielle Schere nicht zu weit auseinandergehen zu lassen.

Traum von Champions League lebt in Salzburg

“Es ist nicht nur eine grundsätzlich wichtige Einnahmequelle”, sagte Freund über die Champions League. “Die Auswirkungen sind auch langfristig zu sehen.” Etwa für die Marktwerte der Spieler und Transfererlöse, die mit ihnen zu erzielen seien. Insofern lebe der Traum von der Königsklasse auch in Salzburg weiter – auch wenn die Europa League dort nicht erst ob der jüngsten Erfolge als “unser Bewerb” tituliert wird. “Das ist nicht nur ein Slogan. Das ist ein super Bewerb für einen Verein wie Red Bull Salzburg”, betonte Freund. “Dort ist es realistischer, zu reüssieren und gute Spiele zu haben.” Für die Entwicklung seien die Europa League und ihre vielen Partien nachhaltig – vielleicht sogar nachhaltiger als eine Saison in der Champions League.

Königsklasse für Freund kein Muss

Freund hält die Königsklasse, die Salzburg in der Red-Bull-Ära (seit 2005) bisher stets verpasst hat, daher nicht für ein Muss. “Wir werden es immer versuchen. Aber wir sind nicht zu Tode betrübt, wenn es nicht gelingt.” Gerade unter dem Eindruck der jüngsten Quali-Reform. Freund: “Vielleicht muss es einfach noch schwieriger werden, damit wir es schaffen.” Die Salzburger steigen – sofern sie den erwarteten fünften Meistertitel in Serie perfekt gemacht haben und der CL-Sieger über die nationale Liga qualifiziert ist – im Sommer voraussichtlich erst in der 3. Quali-Runde ein. Sie würden sich gegenüber dem Vorjahr eine Runde ersparen. Dafür werden im folgenden CL-Play-off über den Meisterweg nur noch vier statt wie bisher fünf Plätze vergeben.

Salzburg kämpft um CL-Fixplatz

2019 könnte Österreichs Meister dann einen Fixplatz in der Königsklasse erhalten. Salzburg hat es mit Punkten im Europa-League-Achtelfinale gegen Dortmund selbst in der Hand, Platz elf in der maßgeblichen UEFA-Fünfjahreswertung abzusichern. Freund freut die Entwicklung, zumal dann auch dem Cupsieger ein Fixplatz in der Europa League winkt. “Das wäre etwas Außergewöhnliches für die österreichische Bundesliga.”

Salzburg wird in Dortmund - wie schon RB Leipzig - auf rauen Gegenwind stoßen. APA/dpa/Ina Fassbender ©

Überraschungen österreichischer Vereine möglich

Möglichst viele internationale Startplätze müssten das Ziel sein. Salzburgs Sportdirektor sieht im heimischen Fußball großes Potenzial. “Ich glaube, wir werden in den nächsten Jahren einige Überraschungen österreichischer Vereine sehen. Das müssen wir uns aber auch zutrauen”, meinte Freund. Die Fünfjahreswertung, das Länderranking für den Europacup, habe Gewicht. “Es sagt aus, dass unsere Liga durchaus gute Figur macht. Wir dürfen sie nicht schlechter reden als sie ist.”

(APA)

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