26. August 2011 16:35; Akt.: 26.08.2011 16:35

Salzburger Festspiele: 251.000 Besucher im "besten aller Sommer"

Die diesjährigen Salzburger Festspiele können schon jetzt als die erfolgreichsten Festspiele seiner Geschichte bezeichnet werden. Die diesjährigen Salzburger Festspiele können schon jetzt als die erfolgreichsten Festspiele seiner Geschichte bezeichnet werden. - © Neumayr
Das Direktorium der Salzburger Festspiele zog Freitagvormittag seine Erfolgsbilanz. Die fiel durchaus positiv aus.

“Der beste Festspielsommer seit 17 Jahren”, sagte Präsidentin Helga Rabl-Stadler, und Intendant Markus Hinterhäuser sprach von “Intelligenz und Produktivität statt läppischer Skandälchen”. “Man spürte, es geht in Salzburg um die künstlerischen Inhalte. Die Medien haben uns verwöhnt, und wir hatten ein aufmerksames und mitdenkendes Publikum, da hat sich wirklich etwas verändert”, so der scheidende Intendant.

Über 200.000 Besucher bei den Festspielen 2011

Die 248 regulären Veranstaltungen der Salzburge rFestspiele 2011 wurden von 212.000 Besuchern frequentiert. Zusammen mit 39 Sonderveranstaltungen und 21 öffentlichen Proben boten die Festspiele 308 Veranstaltungen, in denen mehr als 251.000 Zuschauer gezählt wurden. Daraus ergibt sich eine Auslastung von 95 Prozent. Die Gesamteinnahmen des Kartenverkaufs liegen bei 24,8 Mio. Euro.

“Vieles war unwiederholbar, aber natürlich gelang das nicht immer”, sagte Hinterhäuser. “Oft merkt man auch, dass da etwas aus dem Ruder läuft, das man nicht mehr korrigieren kann. Aber entscheidend waren die vielen und engagierten Diskussionen im Publikum über Konzepte, Stile und Inhalte der Aufführungen. Dadurch hoben sich die Salzburger Festspiele definitiv von einem glamourösen Partyservice ab.”

Auch für Schauspielchef Thomas Oberender war 2011 die “am stärksten an Inhalten orientierte Saison” seiner fünf Salzburger Jahre. Das zeige sich vor allem auch daran, dass die diskursiven Rahmenprogramme ausverkauft waren. “Wir haben die Finger auch auf Wunden gelegt. Und wir haben unsere soziale Verantwortung wahrgenommen und mehr Benefizveranstaltungen organisiert.”

Über 70 Nationen zu Besuch in Salzburg

Die Besucher der Festspiele stammen aus 72 Nationen, darunter 35 nichteuropäische Länder. “Unsere Gäste bleiben durchschnittlich 7,2 Tage und lassen sich auch durch Dauerregen und Hitzewellen nicht abschrecken”, so Rabl-Stadler. “Daran ist der stabilisierende Stellenwert der Festspiele für den Tourismus ablesbar.”

549 Journalisten aus 29 Ländern haben täglich 160 Seiten lang über die Festspiele berichtet, der Medienspiegel ist allein in den fünf Festival-Wochen 5.600 Seiten dick. Die teuersten Karten kosten 370 Euro, aber rund die Hälfte aller Karten wurden um weniger als 100 Euro abgegeben. Die Einnahmen der Benefizveranstaltungen gingen an Nachbar in Not für Ostafrika (25.800 Euro), die Caritas für ein Straßenkinderprojekt (40.000 Euro), das SOS Kinderdorf Clearinghouse (10.000 Euro), die Renovierung der Kollegienkirche (11.500 Euro) und an die japanische Partnerstadt Kawasaki für einen Konzertsaal (158.000 Euro). Die Spendenaktion für das Dach der Felsenreitschule brachte 137.700 Euro. Außerdem wurden Salzburger Sozialvereine der Aktion “Hunger auf Kunst und Kultur” zu Proben eingeladen.

Neues Führungsteam für Salzburger Festspiele

Am 1. Oktober kommt ein neues Führungsteam nach Salzburg. Alexander Pereira wird Intendant, sein Schauspielchef ist Sven-Eric Bechtolf. Die beiden wollen die Festspiele um eine Woche verlängern und sowohl die Zahl der Aufführungen als auch das Budget erheblich erhöhen. Markus Hinterhäuser will sich “ein Jahr lang aus der Öffentlichkeit zurückziehen” und wird ab 2014 die Leitung der Wiener Festwochen übernehmen. Thomas Oberender ist ab 1. Jänner 2012 Intendant der Berliner Festspiele. Präsidentin und kaufmännische Leiterin Helga Rabl-Stadler bleibt bis einschließlich 2014 in ihrer Funktion.

(APA)


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