25. August 2012 16:24; Akt.: 25.08.2012 16:25

Salzburger Festspiele: Haitinks “Wiener” Bruckner-Himmelfahrt

Am Sonntag, 26. August, ist die letzte Aufführung des Kinder-Festivals. Am Sonntag, 26. August, ist die letzte Aufführung des Kinder-Festivals. - © FMT-Pictures/M.W.
Bruckners 9. Symphonie stand am Samstagvormittag im Zentrum des fünften und letzten Festspiel-Konzerts der Wiener Philharmoniker. Zum letzten Mal findet am Sonntag zudem das Kinder-Festival statt.

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Das Philarmonika-Konzert war ein gewaltiges Klangereignis, das im Großen Festspielhaus mit stehenden Ovationen bedacht wurde.

„Dreamteam“ Haitnik und Bruckner

Haitink und Bruckner – das funktioniert seit Jahrzehnten. Der niederländische Dirigent versteht es, die komplexen und ausladenden Klanggebirge des Meisters aus St. Florian zu einem formvollendeten großen Ganzen zu modellieren. Dabei sind es nicht radikale Hör-Erfahrungen, die Haitinks Bruckner-Sicht prägen, sondern ein langer Atem, der die Pfade sicher beschreiten lässt und dem Hörer viele wundervolle Details auf der Wegstrecke eröffnet.

Der groß angelegte Kopfsatz etwa wird von Haitink in gemessenem Tempo beschritten, die Struktur bleibt dabei stets durchhörbar. Was die spezifische “Wiener” Interpretation ausmacht, sind all die feinen Rubati, dramaturgisch kluge Atempausen, die individuelle Färbung kleinster (Holzbläser-) Themen, der seidenweiche Streicherschmelz und die brillanten Blechbläser-Ausbrüche. Haitink hält dabei die Form zusammen, findet für jede Episode ein nachvollziehbares Tempo. Gezielt wird auf den Höhepunkt hingezielt, den die “Wiener” denn auch gewohnt klangmächtig in den Saal schmettern.

Dass Bruckner seine “Neunte” unvollendet ließ, stört bei dieser wahrlich vollkommenen Interpretation nicht, finden doch Haitink und die Philharmoniker auch im monumentalen Adagio einen Bogen, der ob seiner inneren Ausgewogenheit und klanglichen Balance bis zuletzt begeistert. Der Gipfelsieg wird zur Himmelfahrt, die kein Danach zulässt.

US-Pianist Murray Perahia war Solo-Star

Mehr als nur ein Aufwärmstück war zuvor das 4. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven, nicht zuletzt dank Murray Perahia. Der US-Pianist gestaltete den Solopart mit Bedacht auf strukturelle Klarheit und präzise Motorik. Diese Eigenschaften hat der ausgedehnte erste Satz durchaus nötig, hielten Perahia und die aufmerksam mitgestaltenden Philharmoniker den musikalischen Fluss aufrecht. Auch die dynamisch fein abgestufte Dialogbereitschaft im heiklen Andante ließ aufhorchen, bevor das Orchester unter Haitinks straffer Leitung ein Feuer entfachte, das Perahia zu brillanten Solo-Ausritten jenseits oberflächlicher Äußerlichkeit nutzte. Ein großartiger Einstieg in den traditionellen Orchesterkonzert-Block zu Festspielende, die Wiener Philharmoniker wiederholt dieses Programm am Montag um 20.00 Uhr im Großen Festspielhaus.

Ende des Kinder-Festivals

Immer freitags bis sonntags fand am Salzburger Kapitelplatz das Kinder-Festival (von 27. Juli bis 26. August) statt. Am Programm stand etwa am Freitag die Kinder-Oper „Peter und der Wolf“, ehe am morgigen Sonntag die letzte Aufführung „L´Histoire De Barbar“ stattfindet. (APA/S24)



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