2. August 2012 08:10; Akt.: 5.08.2012 10:08

Salzburger Festspiele: “La Boheme” in starken Bildern

Anna Netrebko als Mimi in der Oper "La Boheme" von Giacomo Puccini. Anna Netrebko als Mimi in der Oper "La Boheme" von Giacomo Puccini. - © APA/Gindl
Große Oper in Salzburg – Giacomo Puccinis “La Boheme” wurde Mittwochabend im Großen Festspielhaus vom Publikum zu Recht bejubelt. Die Begeisterung galt der herausragenden Anna Netrebko in der Rolle der “Mimi”, aber auch Piotr Beczala als “Rodolfo”, Nino Machaidze als “Musetta” und Massimo Cavalletti als “Marcello” überzeugten.

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Regisseur Damiano Michieletto, Bühnenbildner Paolo Fantin und Kostümbildnerin Carla Teti verlegten die Geschichte behutsam und durchdacht in die Gegenwart.

La Boheme mit starken Leistungen

Ein grell-bunter Supermarkt mit Animations-Batman, eine Studentenbude mit Videokamera aber ohne Heizung, eine Würstelbude an einer mehrspurigen Einfahrtsstraße in Paris und vor allem ein ebenso dramatisches wie poetisches Regenfenster als Schlussbild in der Sterbeszene der Mimi: Dem Regieteam sind eindringlich-starke Opernbilder gelungen, die gekonnt auf die real existierende Armut auch in unserer konsumorientierten Gegenwart verweisen. Der sentimentalen Weihnachtsgeschichte um die schwindsüchtige Mimi wurde dabei kein Haar gekrümmt. Getrübt wurde diese starke Leistung durch Defizite in der Personen-Führung.

Wiener Philharmoniker lauter als nötig

Musikalisch haben die Wiener Philharmoniker und Dirigent Daniele Gatti guten Verismo-Klang präsentiert. Allerdings war das Orchester in einigen Passagen lauter als nötig, zwang die Solisten vereinzelt zum Forcieren und übertönte sie mit instrumentalen Nebenstimmen. Unterm Strich hatten die Musiker dennoch verdienten Anteil am Gesamterfolg. (APA)

Ansturm lässt nicht ab

Ungebrochen der Zustrom zum heurigen Festspielhighligth in Salzburg, der Oper „La Boheme“ Samstag bei der zweiten Aufführung nach der Premiere am Mittwoch. Schon zwei Stunden zuvor standen viele Fans von Anna Netrebko vor dem Festspielhaus, um die Sängerin vor ihrem Auftritt zu sehen. Sie kam wie fast immer in Begleitung von Erwin Schrott, lächelte ihren Fans zu und schrieb auch ein Autogramme. Für Erwin Schrott heißt es bald wieder Abschied nehmen aus Salzburg, er hat ein Engagement in Spanien.

Netrebko lässt Merkel warten

Zu Beginn der Auffahrt erlebte Salzburg dann einen Wolkenbruch und damit war ein Verkehrschaos vor dem Festspielhaus perfekt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie kam zusammen mit Ehemann Joachim Sauer direkt vom Urlaub in Südtirol, sparte sich ihren Auftritt vor dem Festspielhaus und lies sich direkt beim Haupteingang in den Innenhof fahren, wo sie praktisch unerkannt ausstieg. Merkel war wie schon in den Jahren zuvor mit dem früheren österreichischen Minister Martin Bartenstein und seiner Frau Ilse bei den Festspielen. Das Politpaar nächtigt auf der Gersbergalm in Salzburg und wird sich Sonntag eine weitere Vorstellung bei den Festspielen anschauen.

Auf Anna Netrebko musste Angela Merkel sowie die anderen Besucher u.a. Gabriela Begum Inaara Aga Khan, ihre Mutter Renate Thyssen-Henne, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, Schauspielerin Gudrun Landgrebe und Fürstin Manni Sayn Wittgenstein Sayn, im restlos ausverkauften Festspielhaus – 2.500 Besucher – allerdings lange warten. Nachdem Hauptdarsteller Piotr Beczala kurzfristig ausfiel sprang Tenor Jonas Kaufmann ein. Allerdings begann die Vorstellung mit knapp einer Stunde Verspätung.



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