"Romeo et Juliette" von Charles Gounod feiert am Dienstag Premiere. - © APA/Gindl
Damals ist Nino Machaidze eingesprungen, die sich auch heuer die Rolle mit Netrebko teilen wird. Die Georgierin schlüpft in vier der hinteren Aufführungen in Julias Kostüm. Auch die Rollen des Romeo und des Bruder Laurent sind doppelt besetzt, was, so Regisseur Bartlett Sher, die Proben fraglos nicht einfacher gemacht hat. “Egal ob Anna Netrebko in ihrem engen Zeitfenster, oder Nino Machaidze, die sehr früh schon sehr sicher gewirkt hat – jeder hat einen anderen Rhythmus im Lernen der Rolle”, sagte Sher. “Auch Stephen Costello oder Piotr Beczala (der Pole wird den Romeo in sieben der neun Vorstellungen singen, Anm.), oder Mikhail Petrenko beziehungsweise Dimitry Ivashchenko – jeder geht in seinem Tempo. Ich hoffe nur, dass alle rechtzeitig ankommen.”
Piotr Beczala wird sein Rollendebüt feiern, wie er erzählte: “Ein Rollendebüt hier in Salzburg, da muss man schon ein bisschen verrückt sein. Aber ich habe so lange auf diese Rolle gewartet und mich außergewöhnlich intensiv darauf vorbereitet”, so der Tenor, der den Romeo nach Salzburg fix in sein Repertoire einbauen und demnächst auch in London und in New York geben wird.
Anna Netrobko streute Piotr Beczala Rosen: “Wir kennen einander seit fünf Jahren und haben uns seither in fast jeder Spielzeit für ein, zwei Produktionen getroffen. Anna Netrebko ist die beste Sopranistin der Welt. Sie ist ernsthaft, hoch talentiert, ausgesprochen nett und immer hoch professionell. Und im Fall ‘Romeo et Juliette’ gibt sie ein wenig acht auf mich. Das ist mir eine große Hilfe.”
Bartlett Shers 2008er-Inszenierung gilt als traditionell und wenig innovativ, ist aber beim Publikum durchaus gut angekommen. “‘Romeo et Juliette’ ist eine ehrliche, aufrichtige Geschichte, die keine Ironie hat und deswegen auch keinerlei Experimente erlaubt”, so der amerikanische, vor allem im Musical erfahrene Regisseur. “Beim ersten Mal macht man sich Sorgen, ob man tief genug in die Geschichte eingedrungen ist. Beim zweiten Mal geht es darum, wieder die Energie zu finden, um diese reine Schönheit der Gefühle auf die Bühne zu bringen.”