Salzburger Finanzier in USA wegen Millionenbetrugs gesucht

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Der Salzburger wird wegen Millionenbetrugs gesucht. (Symbolbild)
Der Salzburger wird wegen Millionenbetrugs gesucht. (Symbolbild) - © Bilderbox
Ein Salzburger Finanzier und Vermögensberater wird nun auch von einem US-Gericht per Haftbefehl gesucht. Der 48-Jährige wird einem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenseite “Business Insider” zufolge beschuldigt, mit seiner Unternehmensgruppe Geldgeber um mehrere Millionen Dollar gebracht zu haben. Gegen den Mann läuft seit November 2017 in Salzburg ein Verfahren wegen schweren Betrugs.

Der Haftbefehl des Bundesbezirksgerichts in Colorado wurde erlassen, weil der Beschuldigte trotz Androhung einer Beugestrafe nicht vor Gericht erschienen ist. Es handelt sich damit um eine zivilrechtliche Angelegenheit, ein Auslieferungsansuchen an Interpol gibt es damit nicht.

Immobilienprojekt scheiterte

Kern der Vorwürfe der US-Justiz ist ein gescheitertes Immobilienprojekt in den Rocky Mountains. Die Unternehmensgruppe des 48-Jährigen mit Niederlassungen in Salzburg und in Panama soll drei Projektentwicklern – darunter ein Profigolfspieler – ein Darlehen in der Höhe von 220 Millionen Dollar für den Bau einer Hotel- und Ressortanlage in der Nähe von Denver versprochen haben. Dafür sollen er und ein Geschäftspartner eine Sicherheitsdepotleistung in der Höhe von zwei Millionen Dollar (zum damaligen Kurs 1,3 Millionen Euro) kassiert haben.

185 Millionen Dollar Schaden

Allerdings stellte die Firma des Salzburgers dann keine Mittel zur Verfügung – auch zu einer Rückzahlung der Sicherheitsleistung kam es nie. Das Bundesbezirksgericht in Colorado machte 2014 den Salzburger laut “Business Insider” für den Kollaps des Projekts verantwortlich – und bezifferte den Schaden inklusive der verlorenen Geschäftsgelegenheiten mit 185 Millionen Dollar. Der Geschäftspartner wurde in den USA zu 15 Jahren Haft verurteilt – allerdings in Kombination mit einer Reihe anderer Straftaten.

Für den Wiener Rechtsanwalt des Beschuldigten kamen die Neuigkeiten überraschend. “Ich halte das ganze Verfahren für hinterfragungswürdig. Es sind hier zu viele Interessen anderer im Spiel.” Schon zum Prozessauftakt hatte der Anwalt erklärt, sein Mandant sei Opfer von kriminellen Handlungen geworden und von seinem Geschäftspartner über das Ohr gehauen worden.

Salzburger Finanzier auf freiem Fuß

Die letzte Hauptverhandlung in Salzburg wurde am 19. März 2018 auf vorerst unbestimmte Zeit vertagt, um Zeugen im Rechtshilfeweg zu laden. Das Verfahren dürfte wohl erst gegen Jahresende fortgesetzt werden. Der beschuldigte Finanzier befindet sich auf freiem Fuß und hatte sich zum Auftakt als nicht schuldig erklärt.

Anklage in Salzburg wegen Bereicherung

Die Anklage in Salzburg beinhaltet nicht nur das gescheiterte Projekt in den USA, sondern auch weitere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Erwerb von zwei Privatjets. In diesen beiden Fällen soll der Salzburger als Vermittler zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber aufgetreten sein. Er soll Bankgarantien in der Höhe von insgesamt 4,8 Millionen Euro entgegengenommen haben, diese dann aber für die Besicherung eigener Kredite verwendet haben, die mit der Finanzierung der Flugzeuge nichts zu tun hatten.

(APA)

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