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Salzburger Forscher werten Satellitenbilder von Haiti aus

Salzburger Forscher werten Satellitenbilder von Haiti aus
Salzburg – Das Zentrum für Geoinformatik (Z_GIS) der Universität Salzburg wertet gemeinsam mit weiteren europäischen Organisationen die Passierbarkeit von Straßen im Erdbebengebiet von Haiti aus.

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Die Einsatzkräfte im Katastrophengebiet sind darauf angewiesen, aktuelle Informationen über befahrbare Straßen zu erhalten und auch darüber, wo die Menschen Güter, Lebensmittel und Medikamente am dringendsten benötigen. Diese Informationen werden von einem internationalen Wissenschaftler-Netzwerk (Projekt G-MOSAIC), an dem auch Geoinformatiker der Universität Salzburg beteiligt sind, erhoben. “Wir bereiten höchstauflösende Satellitenbilder so auf, dass wir wichtige Informationen über die Zerstörungen analysieren und weitergeben können“, erklärt der Geoinformatiker Dirk Tiede von der Universität Salzburg. Diese Analysen werden an die Einsatzkräfte vor Ort geschickt.

Dafür werden Satellitenbilder vor dem Erdbeben mit jenen danach abgeglichen, um die Gebiete mit den größten Zerstörungen ausfindig zu machen. Die Bilder müssen genau aufeinander passen, die Wissenschafter bezeichnen das als “co-registrieren”. Erste Ergebnisse – detaillierte Bilder von dem Ort Carrefour, ein westlich von Port au Prince gelegener Vorort – liegen vor. “Der Ort ist sehr dicht, von einer ärmeren Bevölkerungsschicht besiedelt. Es gibt viele kleine Hütten”, sagt Tiede. “Wir wissen jetzt, wo das Erdbeben dort am meisten zerstört hat und haben unsere Ergebnisse bereits weitergeleitet.” Neue Anfragen werden derzeit bearbeitet. Als nächstes analysieren die Wissenschaftler Satellitenbilder der Orte Leogane und Jacmel, südwestlich von Port au Prince.

Auch wenn es in Haiti nach wie vor Probleme bei der Verteilung der Lebens- und Hilfsmittel gibt, sei die Datenlage deutlich besser, als etwa bei Erdbeben in Pakistan oder China, so Tiede. “Sie sind so hoch aufgelöst wie noch nie, es kann bis auf einen halben Meter hineingezoomt werden. Außerdem werden sie von den kommerziellen Satellitenbetreibern zum Teil kostenlos zur Verfügung gestellt.”

„Rapid mapping“

Je schneller die Bilddaten zur Verfügung stehen, desto gezielter kann Hilfe geleistet werden.  Deshalb arbeiten die Forscher an Methoden, um noch rascher als bisher aus den Satellitenbildern die entscheidenden Informationen zu gewinnen. Im Gegensatz zum herkömmlichen manuellen Abgleich der vorher-nachher-Aufnahmen extrahieren die Salzburger Geoinformatiker die Informationen automatisiert mittels Computerberechnungen. Dafür werden so genannte Regelsätze entwickelt. “Wenn unser System einmal ausgereift ist, werden wir erste Informationen noch schneller liefern können. An der Weiterentwicklung des so genannten Rapid mappings wird im Rahmen der internatonalen Projekte G-Mosaic und SAFER laufend geforscht”, so Stefan Lang, Forschungskoordinator am Z_GIS.

Zentrum für Geoinformatik Z_GIS

Die Geoinformatik beschäftigt sich mit der Zusammenführung und Visualisierung verschiedenster geografischer Informationen  – von Erdbeobachtungsdaten bis hin zu sozioökonomischen Daten  für bestimmte praktische Anwendungen. Mit Angeboten wie Google Earth sind computergestützte Geoinformationssysteme auch alltagstauglich geworden.

Das Zentrum für Geoinformatik (Z_GIS) der Universität Salzburg forscht insbesondere in den Bereichen Umwelt- und Ressourcen-Monitoring, Katastrophenmanagement sowie Sicherheit und Stabilität. Finanziert wird das Z_GIS durch das Forschungsrahmenprogramm der EU sowie durch nationale Förderprogramme des Infrastrukturministeriums wie z.B. das Weltraumprogramm ASAP.

Weitere Informationen unter http://www.gmes-gmosaic.eu



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