Salzburger FPÖ: Marlene Svazek verteidigt Rebhandl, Parteien fordern Rücktritt

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Marlene Svazek nimmt Reinhard Rebhandl weiterhin in Schutz.
Marlene Svazek nimmt Reinhard Rebhandl weiterhin in Schutz. - © FPÖ Salzburg
Harsche Kritik gab es am Mittwoch aufgrund der Nähe zu rechtsextremen Kreisen am Tennengauer FPÖ-Spitzenkandidaten Reinhard Rebhandl. Drei Parteien fordern bereits seinen Rücktritt, FPÖ-Landesobfrau Marlene Svazek verteidigt ihn und schießt scharf zurück.

Reinhard Rebhandl war, wie nun bekannt wurde, zumindest in den Jahren 1983 und 1984 in der rechtsextremen und neonazistischen Partei NDP aktiv, in der auch sein Vater Fritz Mitglied war. Rebahndl selbst gab dazu an, damals von seinem Vater mitgeschleppt worden zu sein.

“Einen Rechtsextremen mag man eben nicht!”

Mitten im Wahlkampf zur Landtagswahl fordern nun drei Parteien den Rücktritt Rebhandels. Laut Max Lercher, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, haben derartige Personen in politischen Funktionen nichts verloren. “Frau Svazek, lassen Sie sich ganz klar gesagt sein: Rechtsextreme mag man eben nicht”, so Lercher in einer Aussendung in Anspielung auf den Wahlslogan der FPÖ Salzburg. Rebhandl unterhalte demnach noch heute Verbindungen zu den rechtsextremen Identitären. Ein Rücktritt sei somit überfällig.

Auch Schellhorn fordert Svazek zum Handeln auf

Einen Rücktritt fordert auch Sepp Schellhorn, der für die Salzburger Neos bei der Landtagswahl ins Rennen geht. Laut Schellhorn hielt sich Rebhandl im Umfeld der verbotenen NDP auf, womit Svazek kein Problem habe: “Abgrenzung zu fremdenfeindlichen und antisemitischen Gedankengut sieht anders aus. Svazek muss hier Konsequenzen ziehen und Rebhandl von der Liste nehmen”, gibt der Unternehmer und Politiker in einem Facebook-Posting am Mittwoch bekannt.

Grüne: „Wir fordern Rebhandl zum Rücktritt auf!“

Die Salzburger Grünen meldeten sich ebenfalls am Mittwoch zu Wort: “Wir fordern Reinhard Rebhandl zum Rücktritt auf! Der schlagende Burschenschafter Rebhandl war nicht nur in einer Neonazi-Partei aktiv, sondern tritt bis heute als Querverbinder zwischen der FPÖ und rechtsextremen Kreisen wie den Identitären auf”, so LAbg. Simon Heilig-Hofbauer in einer Aussendung.

Svazek nimmt Rebhandl weiter in Schutz

Auf alle diese kritischen Stimmen antwortete am Donnerstag Marlene Svazek. Sie nimmt Rebhandl weiterhin in Schutz und spart nicht mit Kritik an den anderen Parteien: “Rebhandl hat trotz schäbiger Anwürfe dem Abgeordneten Heilig-Hofbauer eine Einladung zum persönlichen Gespräch übermittelt, die bisweilen ignoriert worden ist. Stattdessen wird hier mit Hass gespuckt und versucht, Menschen und ihre Existenz zu ruinieren.”

Svazek: SPÖ soll sich um eigene Probleme kümmern

Auf die Kritik von Max Lercher antwortet Svazek, er solle sich “um den desolaten Zustand seiner Bundespartei sowie den angezählten Bundesparteichef Christian Kern kümmern und sich nicht in Salzburg mit dem erhobenen Zeigefinger von Wien aus wichtigmachen.”

Die Diskussion um Burschenschafter und Rechtsextreme in den Reihen der FPÖ hat somit kurz vor der Landtagswahl auch Salzburg erreicht. Ob den Salzburger Freiheitlichen ein ähnliches Schicksal wie der FPÖ Niederösterreich um Udo Landbauer widerfährt, wird sich zeigen.

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