Salzburger Kranfirma Palfinger will nichts mit Exekutionen im Iran zu tun haben

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Kräne von Palfinger sollen im Iran für Hinrichtungen verwendet worden sein, lautet ein Vorwurf.
Kräne von Palfinger sollen im Iran für Hinrichtungen verwendet worden sein, lautet ein Vorwurf. - © APA/ROLAND SCHLAGER
Der österreichische Kranerzeuger Palfinger will nichts mit den Hinrichtungen im Iran zu tun haben, die dort häufig öffentlich mittels Kränen vollzogen worden. Ein Sprecher des Unternehmens reagierte damit auf Kritik des irankritischen Bündnisses “Stop the Bomb”.

Dessen Sprecher Stefan Schaden hatte am Freitag Aussagen von Palfinger-Chef Herbert Ortner heftig kritisiert, der den Iran gegenüber der APA als “Hoffnungsmarkt” bezeichnet und von einem großen Bedarf an Kränen dort gesprochen hatte.

Palfinger-Krane im Iran für Hinrichtungen verwendet?

Stop the Bomb” hatte in einer Aussendung einen Link (http://www.worldpressphoto.org/collection/photo/2012/contemporary-i ssues/ebrahim-noroozi/07) zu einem Foto veröffentlicht, auf dem die Hinrichtung eines Mannes in der iranischen Stadt Qazvin mittels eines Palfinger-Krans gezeigt wird. Palfinger habe offenbar nichts aus der eigenen Firmengeschichte gelernt. Obwohl die Verwendung mindestens eines seiner Kräne im Iran für Hinrichtungen dokumentiert sei, scheine der Bedarf Teherans an Kränen, “der offenbar besonders den laut Amnesty International derzeit stattfindenden Massenhinrichtungen geschuldet” sei, für die Salzburger Firma kein Problem darzustellen, meinte Schaden in einer Aussendung. ”

Palfinger weist Kritik scharf zurück

Palfinger-Sprecher Hannes Roither wies gegenüber der APA die Kritik zurück und betonte, ein 2011 aufgenommenes Foto einer Hinrichtung in der Stadt Qazvin zeige einen 35 bis 40 Jahre alten Palfinger-Kran. Der Sprecher verwies zudem auf eine 2013 veröffentlichte Erklärung des Unternehmens, wonach es seine Iran-Geschäfte beendet habe.

Palfinger hat sich klar gegen Stimmungsmache mit alten Bildern” verwahrt. “Bereits im Jahr 2013 wurden falsche Vorwürfe gegen Palfinger erhoben, unter Verwendung des gleichen Bildes wie heute”, heißt es in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

“Wir haben auch im Februar 2013 sofort reagiert. Wir haben damals – und heute unverändert – die menschenverachtende Verhaltensweise des Regimes in Teheran verurteilt. Wir haben die Hinrichtungen verurteilt und tun dies auch heute. Wir waren und sind betroffen, dass man dafür unter anderem auch Lizenzprodukte von Palfinger verwendet”, wird in der Stellungnahme des Kranerzeugers betont.

Vorangegangen war dem eine Kampagne der Organisation “United Against Nuclear Iran” (UANI), die die geschäftlichen Beziehungen westlicher und asiatischer Kranfirmen mit dem Iran unter Hinweis auf die dortige Hinrichtungspraxis angeprangert hatte. Neben Palfinger hatte UANI auch deutsche Firmen wie Liebherr oder Gottwald aufgefordert, ihre Geschäfte mit dem Teheraner Regime zu beenden. Ein großer Teil der Verurteilten werde öffentlich auf Baukränen gehängt, was eine besonders langsame und schmerzhafte Hinrichtungsmethode darstelle, so UANI.

Ältere Produkte im Iran, “was wir nicht ändern können”

Konzernchef Ortner schrieb laut “meconstructionnews.com” im Juli 2013 an UANI, die Produkte von Palfinger würden über ein Netzwerk unabhängiger Händler weltweit verbreitet. Daher könne man nicht ausschließen, dass diese Produkte über Sekundärmärkte, auf denen Palfinger nicht aktiv sei, im Iran erhältlich sein könnten. Zudem gebe es eine Reihe älterer Produkte Palfingers im Iran, “was wir nicht ändern können”.

Der Iran hat einem Bericht von Amnesty International zufolge in der ersten Jahreshälfte fast 700 Menschen hinrichten lassen. 694 Todesurteile seien zwischen Jänner und Mitte Juli vollstreckt worden, meldete die Menschenrechtsorganisation vorige Woche in London. Im Iran werden unter anderem Mord, Drogenhandel, Vergewaltigung, Homosexualität und “Feindschaft gegen Gott” mit dem Tode bestraft.

(APA)

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