Salzburger Landtagswahl: Erste Reaktionen der Spitzenkandidaten

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Svazek zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden.
Svazek zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. - © APA/EXPA/JFK
Die Salzburger Landtagswahl ist geschlagen. Die ÖVP unter LH Wilfried Haslauer geht als klarer Sieger hervor. Wie die einzelnen Spitzenkandidaten kurz nach der ersten Hochrechnung reagierten, lest ihr hier.

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat nach dem Wahlerfolg seiner ÖVP angekündigt, mit allen Landtagsparteien zu sprechen. Binnen acht bis neun Tagen wolle er dann entscheiden, mit wem er dann Regierungsverhandlungen führen werde, kündigte der Wahlsieger im Gespräch mit der APA an.

Ob angesichts der schweren Verluste seines bisherigen Grünen Koalitionspartners schwarz-grün überhaupt noch möglich sei, beantwortete Haslauer nicht. “Ich kommentiere keine Wahlergebnisse von anderen Mitbewerbern.” Er werde nun mit allen Landtagsparteien sprechen. “Mein Ziel ist es, in den nächsten acht bis neun Tagen zu einer Entscheidung zu kommen, mit wem wir tatsächlich in Verhandlungen eintreten”, so Haslauer.

Auf mögliche Koalitionspartner wollte sich Haslauer nicht festlegen: “Im Lichte des Wahlergebnisses zerbreche ich mir heute nicht den Kopf.” Die ÖVP habe angesichts ihres starken Vorsprungs jedenfalls die “eindeutige Führungsposition”. Eine mögliche neuerliche Dreierkoalition sieht Haslauer eher skeptisch: “Auch das ist eine Möglichkeit, aber nicht sehr wahrscheinlich.”

Grüne LHStv. Rössler will Partei Rücktritt anbieten

Die grüne Spitzenkandidatin, LHStv. Astrid Rössler, hat in einer ersten Stellungnahme am Sonntag von einem desaströsen Ergebnis gesprochen. Sie habe wenige Hoffnung, dass sich am Resultat noch maßgeblich etwas ändern werde. “Das ist ein schwarzer Tag für die Grünen in Salzburg”, sagte sie zur APA. Sie werde nach dem schlechten Ergebnis als Konsequenz dem Parteivorstand ihren Rücktritt anbieten.

SPÖ-Spitzenkandidat Steidl vom Ergebnis enttäuscht

Nach dem historisch schlechtesten Ergebnis für die Salzburger SPÖ zeigte sich Landesparteichef Walter Steidl in einer ersten Reaktion ernüchtert. “Wir müssen das zur Kenntnis nehmen. Wenn die Erwartungshaltung mit dem Ergebnis nicht im Einklang steht, schwingt Enttäuschung mit”, sagte der sozialdemokratische Spitzenkandidat. Nun müsse man analysieren, wie das passieren konnte.

Bereits die Wahl 2013 sei nicht unter normalen Vorzeichen geführt worden. “Wir haben damals die Hauptverantwortung für den Finanzskandal in einen Rucksack verpackt bekommen”, sagte Steidl. Dass in den anderen Bundesländern, wo heuer gewählt wurde, die SPÖ Zugewinne verzeichnen konnte, sei kein Automatismus. “Bei allen vergangenen Wahlen haben die Regierungsparteien gewonnen. Es ist ein Zug der Zeit, dass die Chefs die Wahlen mit Abstand gewinnen.”

Svazek hofft auf Regierungsbeteiligung

Die Salzburger FP-Chefin Marlene Svazek hofft nach der Landtagswahl auf eine Regierungsbeteiligung. Sollte sich Schwarz-Grün nicht ausgehen, werde es für die FPÖ spannend, sagte Svazek im APA-Gespräch. Mit dem Ergebnis zeigte sie sich zufrieden, trotz des wohl verfehlten Wahlziels von 20 Prozent. NEOS-Chef Sepp Schellhorn freute sich über das beste Landtagsergebnis der liberalen Partei bisher.

Ob eine Regierungsbeteiligung mit der ÖVP möglich ist, wird aus Svazeks Sicht davon abhängen, ob eine schwarz-grüne Koalition möglich ist. “Wenn es sich ausgeht, wird es schwer für uns, wenn es sich nicht ausgeht, wird es spannend”, sagte die FP-Chefin. Sie führt das leichte Plus der FPÖ auch auf bundespolitischen Rückenwind zurück: “Die Bundesregierung hat Rückenwind gebracht und hat uns nicht gebremst.”

Karl Schnell hofft noch und geht “Besenfressen”

FPS-Spitzenkandidat Karl Schnell zeigte sich in einer ersten Stellungnahme kämpferisch, es doch noch in den Landtag zu schaffen. “Wir warten noch auf die Stadtergebnisse, wahrscheinlich entscheidet es sich in der Stadt”, sagte Schnell im Gespräch mit der APA. Hochrechnungen sehen seine FPS mit 4,4 Prozent knapp unter der Fünfprozenthürde.

Eine Enttäuschung war aber bereits zu erkennen. Alle Umfrageergebnisse hätten der FPS prognostiziert, nicht in den Landtag hineinzukommen, den NEOS sei aber ein Einzug vorhergesagt worden. “Dass eine gewisse Manipulation stattgefunden hat, war für uns nicht förderlich.” Die FPS habe einen Sachthemen-Wahlkampf geführt, meinte Schnell. “Wir waren überall präsent.”

SBG-Spitzenkandidat Hans Mayr enttäuscht

Der Spitzenkandidat der “Salzburger Bürgergemeinschaft” (SBG), Ex-Landesrat Hans Mayr, zeigte sich sichtlich enttäuscht, den Einzug in den Landtag deutlich verfehlt zu haben. “Es ist eine sehr schwere Stunde”, sagte Mayr zur APA. Er würde sich aber wünschen, dass die SBG bestehen bleibt, verwies er auf die Gemeindevertretungswahlen 2019.

Das Wahlergebnis sei für ihn und sein Team enttäuschend, erklärte Mayr, der im Jänner wegen einer Parteispendenaffäre als Landesrat zurückgetreten war. Dass die SBG das Wahlkampfbudget selber aufstellen habe müssen und nicht mehr als 100.000 bis 150.000 Euro zur Verfügung gehabt habe, sei auch ein Mitgrund für das schlechte Abschneiden gewesen.

Die SBG habe im Wahlkampf jedenfalls sehr viel Zuspruch erhalten, meinte Mayr. Ob er persönlich eine Konsequenz aus dem Wahlergebnis zieht, werde er in den nächsten Tagen bekannt geben.

(APA)

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