“Salzburger Nachrichten” dämmten Verlust 2015 deutlich ein

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SN-Geschäftsführer Maximilian Dasch.
SN-Geschäftsführer Maximilian Dasch. - © Neumayr/Archiv
Der Sparkurs der “Salzburger Nachrichten” greift offenbar. Der Tageszeitungsverlag der Familie Dasch hat den Verlust 2015 auf 860.000 Euro eingedämmt. Für heuer wird ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) angepeilt, wie aus der kürzlich im Firmenbuch hinterlegten Bilanz hervorgeht. In Jahren 2013 und 2014 hatte die “SN” Verluste von über drei Millionen Euro geschrieben.


“SN”-Geschäftsführer Maximilian Dasch sagte im APA-Gespräch, man habe umsatz- und kostenseitig auf die Rückgänge am Werbemarkt reagiert. So seien Sonderthemen und Hochglanzbeilagen, die bisher extern produziert wurden, ins Verlagshaus geholt worden und die Personalkosten durch Urlaubsabbau und Teilzeitlösungen gesenkt worden. Die konkreten Bilanzkennzahlen wollte Dasch nicht kommentieren, auch eine Auskunft zum laufenden Geschäftsjahr 2016 gab er nicht ab. “Wir sind noch mitten im Jahr”, so Dasch junior.

“Salzburger Nachrichten” seit 1945 am Markt

Der Verleger sieht die “SN” vom Medienwandel und der Wirtschaftskrise, die seit 2008 den Werbemarkt belastet, nicht überproportional betroffen. “Was uns sicher ein bisschen unterscheidet ist, dass wir über die Landesgrenzen Salzburgs hinausblicken, was auch mit einem anderen Aufwand verbunden ist”, sagte Dasch im APA-Interview. Der Anspruch, eine Qualitätszeitung für ganz Österreich zu sein, werde aber nicht infrage gestellt, so Dasch mit Verweis auf die Geschichte der Zeitung. Die “SN” waren erstmals am 7. Juni 1945 als eine der ersten Tageszeitungen nach dem 2. Weltkrieg in Österreich erschienen.

Den Sonderthemenbereich sieht Dasch als eines der Zukunftsfelder von Medienunternehmen. Die “SN” produziert jährlich an die 300 solcher Produkte. Die Entwicklung sei seit einigen Jahren sehr erfreulich und federe den Rückgang vor allem im Anzeigenrubrikenmarkt ab. Laut dem Jahresabschluss betrug der Umsatz der “Salzburger Nachrichten” Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co. KG voriges Jahr auf 42,9 Mio. Euro (2014: 43,3 Mio. Euro).

Digitale Abomodelle als Zukunft

Im Vordergrund der gesamten heimischen Verlagsbranche stehe laut Dasch derzeit die Suche nach funktionierenden digitalen Abomodellen. Die “SN” teste etwa gerade selectyco, Ziel sei die Zahlungsbereitschaft im Internet zu erhöhen. Österreich sei in diesem Punkt noch “unterentwickelt”, auch bei der “SN” ist “noch Luft nach oben”.

Am schwierigsten sei es, Nachrichten und Kurzinformationen zu monetisieren. Diese stünden derzeit fast im ganzen Netz kostenlos zur Verfügung. Blendle und anderen Anbietern steht Dasch positiv gegenüber, solange diese “den Wertschöpfungsgedanken mittragen”. “Heikel” seien hingegen Flatrate-Angebote a la Spotify. Hier sei unklar, wie viel letztendlich bei den Verlagen hängen bleibt.

(APA)

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