Salzburger Privatkliniken fusionieren

Julian Hadschieff, CEO PemiQaMed Gruppe, Josef Scharinger, Vorstand Diakoniewerk und Harald Mühlbacher, Ärztlicher Leiter Privatklinik Wehrle luden am Mittwoch zur Pressekonferenz im Hotel Sacher.
Julian Hadschieff, CEO PemiQaMed Gruppe, Josef Scharinger, Vorstand Diakoniewerk und Harald Mühlbacher, Ärztlicher Leiter Privatklinik Wehrle luden am Mittwoch zur Pressekonferenz im Hotel Sacher. - © Wildbild
Nach den öffentlichen fusionieren in Salzburg jetzt auch private Kliniken und versuchen, sich durch optimale Auslastung von Ressourcen und Investitionen wirtschaftlich abzusichern. Ab Jänner 2015 gehen das 80 Betten große Krankenhaus des Diakoniewerkes und die gleich große Privatklinik Wehrle gemeinsame Wege, beide wollen zu einer “Topklinik an zwei Standorten” verschmelzen.

Wie bei einem Pressegespräch am Mittwoch bekannt gegeben wurde, seien beide Privat-Krankenhäuser wirtschaftlich gesund. Bisher wurde parallel fast die gesamte Palette medizinischer Fächer angeboten. “Natürlich müssen wir danach trachten, die hohen Qualitätskriterien zu erhalten und auszubauen.

Spitäler wollen sich sepzialisieren

Und das geht nur mit einer Spezialisierung”, argumentierte Harald Mühlbacher, ärztlicher Leiter der künftigen 160-Betten-Klinik. “In alle Bereiche der modernen Medizin zu investieren ist in einer großen Klinik wesentlich sinnvoller möglich, als in zwei kleinen, in denen Apparate doppelt angeschafft werden müssen, die sechs Operationssäle nicht immer perfekt ausgelastet werden können und viele andere Doppelgleisigkeiten unvermeidbar sind”, so der Mediziner.

Neue Konzepte werden erarbeitet

Konkret heißt das vorerst, dass etwa die Augenheilkunde, die Herzkatheter-Labortechnik oder die Spezial-Kardiologie nur noch im Wehrle-Standort Haydnstraße angeboten werden sollen. Umgekehrt sollen etwa die Dialyse, die Geburtshilfe und die Gynäkologie überwiegend auf den Diakonissen-Standort im Stadtteil Aigen konzentriert werden. Viele medizinische und organisatorische Details sind allerdings noch offen. Acht Arbeitsgruppen sind zur Zeit damit beschäftigt, ressourcensparende und qualitätssichernde Konzepte zu erarbeiten.

Namen werden vorerst behalten

Die PremiQaMed-Gruppe betreibt die Salzburger Wehrle-Klinik und drei weitere Privatkrankenhäuser sowie sechs Reha-Kliniken in Österreich. Das evangelische Diakoniewerk wiederum ist für Krankenhäuser in Salzburg, Linz und Schladming zuständig und kümmert sich an vielen Standorten um Alten-, Behinderten-, und Flüchtlingsbetreuung und betreibt Hospize, Schulen und vieles mehr. Die Leitung der neuen Salzburger Privatklinik will die beiden Namen “Wehrle” und “Diakonissen” vorerst behalten und überlegt einen gemeinsamen Standort. “Da jedes Haus eine bestimmte Nutzungsdauer hat und irgendwann ohnehin investiert werden muss, ist ein Neubau für eine Gesamtklinik durchaus denkbar”, so Julian Hadschieff, Vorstand des Krankenhausträgers PremiQaMed.

Qualität soll weiter ausgebaut werden

An eine Änderung des Personalstandes ist nicht gedacht, “wir wollen die Qualität halten und ausbauen, das ist unser Vorteil am Markt”, so Mühlbacher. Und Diakoniewerk-Vorstand Josef Scharinger betonte, dass die Fusion nicht nur Gebot des Rechenstiftes sei. “Die Privatversicherer haben sich auf dem österreichischen Markt gut etabliert. Das heißt für uns, die Leute wollen unser Angebot”, so Scharinger, der den ethischen, auf christlichen Verhaltensweisen, Ritualen oder Geburtsgottesdiensten basierende Wertekodex des evangelischen Diakoniewerkes in die Vereinbarung mit PromiQaMed/Wehrle hinein urgiert hat.  (APA)

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