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Salzburger Uni-Chef Schmidinger überlegt Schließungen

Salzburger Uni-Chef Schmidinger überlegt Schließungen
Der Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, überlegt einzelne Studienrichtungen oder Vorlesungen für mehrere Jahre nicht mehr anzubieten oder Gebäude zu schließen. Das sind für Schmidinger die Konsequenzen eines weiteren Sparkurses der Regierung bei den Universitäten.

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"Die Situation ist dramatisch", erklärten Schmidinger und seine Kollegen Karlheinz Töchterle (Uni Innsbruck) und Richard Hagelauer (Uni Linz) unisono bei einem gemeinsamen Pressegespräch in Salzburg.

Gefordert wurden eine ausreichende finanzielle Ausstattung sowie eine Diskussion über qualifizierte Zugangsregeln und Studiengebühren. Besonders an den grenznahen Universitäten Innsbruck, Salzburgund Linz hätte sich die Zahl der Studierenden in den vergangenen Jahren stark erhöht. In Salzburg rechnet Schmidinger in diesem Jahr mit einer Zunahme von derzeit 16.500 auf 18.000 Studierende. Diese Steigerungen seien mit den derzeitigen finanziellen und personellen Mitteln nicht verkraftbar.

Angesichts der schlechten Rahmenbedingungen der österreichischen Universitäten falle man in Forschung und Lehre im Vergleich zu anderen Ländern immer weiter zurück, warnte der Salzburger Rektor. Wenn es wie angekündigt 2013 zu einer weiteren Reduktion der Budgets komme, wären die Universitäten nicht mehr führbar. Einsparungen bei jemandem, der seit Jahren unterfinanziert sei, wären fatal. "Dann muss die Politik auch die Konsequenzen ziehen und sagen: Gut, dann verzichten wir halt darauf, in Österreich Universitäten zu haben", meinte Schmidinger.

"Parteien müssen aufhören, mit Unis Ping-Pong zu spielen"

"Unser größter Wunsch wäre, wenn die Koalitionsparteien aufhören würden, mit den Universitäten Ping-Pong zu spielen", erklärte Töchterle. Es müsse die Pattsituation bei Themen wie Zugangsregeln oder Studiengebühren endlich durchbrochen und eine ideologiefreie Diskussion mit Blick über die Grenzen geführt werden. Diese Diskussionsbereitschaft vermissen die Rektoren bei den beiden Regierungsparteien. "Ich halte die Bundesregierung im Moment für unfähig, die Situation, in die wir immer weiter hineingeraten, zu lösen", sagte Schmidinger ungewohnt scharf. Zulassungsregelungen und Studiengebühren seien auch im Interesse der Studierenden, ist Töchterle sicher.

Die Betreuungsverhältnisse an den heimischen Universitäten wären schon jetzt im internationalen Vergleich katastrophal, meinte Hagelauer. Während in Österreich ein Professor im Schnitt 142 Studierende zu betreuen habe, wären es in der Schweiz beispielsweise nur 42. "Dass wir in den Rankings zurückfallen, liegt damit auf der Hand", meinte der Linzer Rektor, der ebenfalls Budgeterhöhungen und mehr wissenschaftliches Personal forderte.

Wie schlecht die heimischen Universitäten finanziell ausgestattet seien, verdeutlichte Schmidinger mit Zahlen: Die Universität Basel habe mit nur 11.000 Studierenden das dreifache Budget von Salzburg. Die ETH Zürich verfüge über zehnmal mehr Geld als die TU Wien.



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