Salzburger werfen jährlich 10.000 Tonnen an Lebensmittel in den Müll

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Alleine in der Stadt Salzburg landen täglich 12.000 Kilo an Lebensmittel im Mülleimer.
Alleine in der Stadt Salzburg landen täglich 12.000 Kilo an Lebensmittel im Mülleimer. - © APA/dpa-Zentralbild
Jede Minute wird in Salzburg ein voller Einkaufswagen voller Lebensmittel weggeworfen. Das sind jährlich rund 10.000 Tonnen Lebensmittel, die im Müll landen. Im Schnitt wirft jeder Salzburger jährlich knapp 18 Kilo Lebensmittel weg, das entspricht einem durchschnittlichen Wert von fast 300 Euro. Salzburgs Grüne und die ÖVP habe sich am Mittwoch im Landtag eine Lösung gefordert und verlange ein bundesweites Gesamtkonzept zur Reduktion von Lebensmittelabfällen. 

Allein in der Stadt Salzburg landen so täglich (!) 12.000 kg an meist noch genießbaren Lebensmitteln im Müll. Mit dieser Menge könnte eine Stadt in der Größe meiner Heimatgemeinde St. Johann versorgt werden“, so der Umweltsprecher der Grünen LAbg. Rupert Fuchs aufhorchen. „Ein österreichweites Konzept zur groß angelegten Reduktion von Lebensmittelmüll – von der Produktion über den Transport, den Verkauf bis hin zum Konsum – fehlt aber bislang“, kritisiert er. Im Salzburger Landtag am Mittwoch forderten die Grünen daher eine neue Regelung bzw. ein Gesamtkonzept zur Reduktion von Lebensmittelabfällen, welches an der gesamten Wertschöpfungskette ansetzt. Der GRÜNE Antrag wurde vom Landtag einstimmig beschlossen.

Grüne nehmen sich Frankreich als Vorbild

Vorbild für eine neue Regelung könnte zum Beispiel Frankreich sein: Dort hat die Nationalversammlung vor einiger Zeit ein Gesetz beschlossen, wonach z.B. große Supermärkte per Gesetz dazu verpflichtet werden, unverkaufte Ware wiederzuverwerten oder zumindest zu Kompost für die Landwirtschaft zu verarbeiten. Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern werden in Frankreich überdies verpflichtet, ein Abkommen mit einer karitativen Einrichtung für Lebensmittelspenden zu schließen. In der Schule soll zudem Unterricht gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in den Lehrplan aufgenommen werden. „Was in Frankreich möglich ist, sollte doch auch in Österreich kein Problem sein“, sagt Fuchs.

Verschwendung eindämmen

Diese enorme Verschwendung muss endlich eingedämmt werden”, so acuh ÖVP-Landtagsabgeordneter Josef Schöchl am Mittwoch. Bei den Lebensmittelabfällen ist die Frage, ob etwas “genießbar” ist, nicht unbedingt gleichzustellen mit der Frage, ob etwas “vermeidbar” wäre. Die Restmüllanalysen im Bundesland Salzburg hätten auch deutlich gezeigt, dass ein erheblicher Anteil der weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar gewesen wäre, da das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht überschritten war. Das Land Salzburg habe bereits einige Initiativen zum Thema “Lebensmittel im Abfall” ins Leben gerufen und Aufklärungsarbeit zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum betrieben. Auch bundesweite Strategien zur Reduktion von Lebensmittelabfällen seien notwendig, fordert der Politiker.

“Lebensmittel sind wertvolle Qualitätsprodukte und das Bewusstsein dafür muss wieder geschärft werden. Daher begrüße ich den heute im Landtag beschlossenen Antrag der Grünen, der auf die Erstellung eines bundesweiten Gesamtkonzeptes zur Reduktion von Lebensmittelabfällen abzielt, sehr”, so LAbg. Schöchl abschließend.

 

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