Salzburgs Kapuziner werben bei der BIM um Nachwuchs-Mönche

Besonders die Kapuzinerklöster in Salzburg und Wr. Neustadt sind darauf ausgerichtet, junge Menschen einige Zeit mitleben zu lassen.
Besonders die Kapuzinerklöster in Salzburg und Wr. Neustadt sind darauf ausgerichtet, junge Menschen einige Zeit mitleben zu lassen. - © Kapuziner/Gerhard Berger
Wenn demnächst in Salzburg die Berufsinformationsmesse (BIM) ihre Pforten öffnet, sind unter den vielen Ausstellern erstmals auch einige in brauner Ordenskutte. Die Ordensgemeinschaft der Kapuziner ist von 23.-26. November mit einem Stand präsent und will damit vor allem eines erreichen: Dort sein, wo heute nach Orientierungshilfen gesucht wird.

Im Laufe der letzten Monate wurde intensiv an einer Neukonzeption entsprechender Angebote gearbeitet, die nun auf der BIM erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dabei reichen die Angebote von einer Fußwallfahrt nach Assisi über persönliche Begleitung bis hin zur Möglichkeit freiwilliger Auslandseinsätze.

„Ich lebe keine Definitionen, ich bin einfach ich.“ Dieser Satz steht auf einem der Plakate des Kapuzinerordens. Ab dem 23. November wird er im Messezentrum in Salzburg zu lesen sein. „Menschen sind verschieden, auch bei uns Kapuzinern“, erklärt Bruder Marek Król diesen Satz. Der Kapuziner aus Wr. Neustadt wurde im Juni zum Vertreter des Ordensoberen für ganz Österreich und Südtirol gewählt. „Es gibt bei uns Mitbrüder, die Randgruppen-Seelsorge betreiben und zahlreiche Gefängnis-Seelsorger, in anderen Klöstern sind zahlreiche Gebetskreise im herkömmlichen Sinn beheimatet.“ Gemeinsam sei ihnen das Leben in Gemeinschaft vor dem Hintergrund franziskanischer Spiritualität. „Aus der Erfahrung der eigenen Vielfalt unterstützen wir junge Leute dabei, ihren eigenen Weg zu finden“, so Bruder Marek, der an der Konzeption der neuen Angebote federführend beteiligt war. Zur Berufsinformationsmesse wird er nach Salzburg kommen, um gemeinsam mit seinen Mitbrüdern die neuen Angebote vorzustellen.

Zu Fuß nach Assisi oder zu Gast im Kloster

„Wir Kapuziner haben immer mitten unter den Menschen gelebt.“, so auch Bruder Hans Pruckner. Gerade für junge Menschen sei ein Kloster heute allerdings oft etwas völlig Fremdes. „Indem wir auf Events wie der Berufsinformationsmesse präsent sind oder gemeinsam mit Menschen die verschiedensten Unternehmungen starten, tun wir das auf die heute zeitgemäße Weise. Natürlich laden wir auch nach wie vor zu uns ins Kloster ein.“ So reichen die neuen Angebote des Ordens von Einzelimpulsen über Aktivitäten wie einer Fußwallfahrt nach Assisi bis hin zur Möglichkeit, einige Tage im Kloster zu leben. Auch Teilnahme am freiwilligen Ordensjahr oder ein Volontariat im Ausland ist bei den Kapuzinern möglich. „Die Zeit, in der Menschen ganz selbstverständlich Beruf und Lebensweise wählen, in der sie ein Leben lang verbleiben, gehört heute meistens der Vergangenheit an.“ so Bruder Hans. Das bedeutet für viele eine Verunsicherung, in der Begleitungsangebote gern angenommen werden.

„Unterwegs wohin?“

„Leben gelingt, wo Menschen ihre Berufung entdecken“, heißt es auch in der Info-Broschüre für das „Franziskanische Berufungsjahr“. Hinter diesem einzigartigen Angebot steht die Erfahrung, dass Berufs- und Lebensentscheidungen besondere Aufmerksamkeit brauchen. Geboten wird im franziskanischen Berufungsjahr Begleitung bei der Entscheidungsfindung. In einer Gruppe setzen sich die TeilnehmerInnen in mehreren Treffen mit ihrem Leben und ihrem Weg auseinander. Diese Begleitungsform wird von mehreren franziskanischen Ordensgemeinschaften gemeinsam organisiert wird und findet heuer zum zweiten Mal statt. Mehr Informationen zum franziskanischen Berufungsjahr: www.berufungsjahr.at

Kapuziner: Stille, Gemeinschaft und soziales Wirken

Die Ordensgemeinschaft der Kapuziner stellt neben Franziskanern und Minoriten den jüngsten Zweig der franziskanischen Männerorden dar, die auf den Hl. Franziskus von Assisi zurückgehen. Das Leben eines Kapuziners beruht auf Leben aus dem Gebet und der Stille, sozialem Wirken bei Bedürftigen und Gemeinschaft untereinander und mit den Menschen. Die Ordensgemeinschaft entstanden Anfang des 16. Jahrhunderts in Italien und wurde 1528 anerkannt. Heute gibt es weltweit etwa 10.500 Kapuziner in 106 Ländern. Das Salzburger Kloster hat im deutschsprachigen Raum besondere Bedeutung, da hier die Noviziatsausbildung für Deutschland, Österreich, Südtirol und die Schweiz stattfindet. Als Kapuziner tritt man in eine Ordensprovinz und nicht etwa in ein Kloster an einem bestimmten Standort ein. In der hiesigen Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol leben ca. 100 Brüder in 17 Standorten zusammen. Nach Salzburg kamen die ersten Kapuziner 1596 im Zuge der Gegenreformation, die Salzburger Kapuzinerkirche wurde 1602 eingeweiht.

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