Salzburgs Schüler zweitbeste in Mathematik

In Mathematik sind Salzburgs Schüler vorne mit dabei.
In Mathematik sind Salzburgs Schüler vorne mit dabei. - © APA/dpa/Julian Stratenschulte
Die Schüler in den vierten Klassen AHS, Neue Mittelschule (NMS) und Hauptschule (HS) haben bei den im Vorjahr durchgeführten Bildungsstandard-Tests in Mathematik leicht bessere Ergebnisse erzielt als bei der letzten Erhebung 2012. Die Salzburger Schüler sind österreichweit die zweitbesten.

Für die Erhebung wurden im Mai 2017 rund 72.700 Schüler der achten Schulstufe durch das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) getestet und in vier Kategorien eingeteilt: Demnach erreichen 52 Prozent der Jugendlichen die Bildungsstandards komplett. Sie verfügen somit “über die entsprechenden mathematischen Kompetenzen und können diese Fähigkeiten und Fertigkeiten in variablen Situationen flexibel einsetzen”. Sechs Prozent übertrafen diese Anforderungen sogar, 27 Prozent erreichten die Standards teilweise. Das bedeutet, dass sie “ihre mathematischen Kenntnisse in bekannten Kontexten einsetzen können.”

Mehr Schüler erreichen Bildungsstandards

Im Vergleich zur Erhebung 2012 verringerte sich der Anteil jener, die die Standards nicht erreichen, um zwei Prozentpunkte (2012: 17 Prozent). Ein tendenzieller Anstieg (ein Prozentpunkt) ist umgekehrt bei den Spitzenschülern zu verzeichnen. In Punkten ausgedrückt verbesserte sich das Ergebnis von 535 auf 542 Punkte. Seit der Ausgangsmessung im Jahr 2009 zum Zeitpunkt der Einführung von Bildungsstandard ist der Mittelwert sogar um 42 Punkte angestiegen.

NMS-Schüler mit leichten Verbesserungen

Die AHS erzielten mit einem Mittelwert von 599 Punkten deutlich bessere Ergebnisse als die Pflichtschulen (511). Diese Unterschiede sind vor allem eine Folge der Schulwahlentscheidung nach der Volksschule, heißt es im Bericht. Bei den Mathe-Bildungsstandards in der vierten Klasse Volksschule 2013, für die die gleichen Schüler getestet worden waren, waren diese Leistungsunterschiede bereits vorhanden. Gegenüber der letzten Standardüberprüfung in der achten Schulstufe 2012 blieb die Leistung der AHS-Schüler konstant, jene der Pflichtschüler (NMS, HS) verbesserte sich leicht.

Die Ergebnisse im Detail:

BUNDESLÄNDER

Die Unterschiede sind laut Bericht “moderat” und “erklären sich zu einem großen Teil durch Unterschiede in der Zusammensetzung der Schülerschaft”. Auf den besten Wert kommt bei einem Österreich-Schnitt von 542 Punkten Oberösterreich (554 Punkte), gefolgt von Salzburg (550), Steiermark (549) Tirol (548), Niederösterreich (545), Vorarlberg (543), Burgenland (535), Kärnten (532) und Wien (520). Zwischen bestem und schlechtestem Land liegen damit 34 Punkte, was in etwa einem Lernjahr entspricht. Andererseits ist der Unterschied geringer, als der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund erwarten ließe (Wien: 44 Prozent, Oberösterreich: 18 Prozent).

GESCHLECHTERDIFFERENZ

Die Burschen (545 Punkte) schnitten besser ab als die Mädchen (538). Der Unterschied ist mit sieben Punkten aber gering.

SCHULARTEN

Die AHS erzielten mit einem Mittelwert von 599 Punkten bessere Ergebnisse als die Pflichtschulen (Neue Mittelschulen/Hauptschulen; 511). Das dürfte aber keine Folge des Unterrichts an AHS und NMS sein: Vier Jahre davor waren die gleichen Schüler am Ende der Volksschule im Fach Mathe geprüft worden. Schon damals waren die Leistungsunterschiede der künftigen AHS-Schüler und der künftigen Pflichtschüler im etwa gleichen Ausmaß vorhanden.

SCHÜLERPOPULATION

Für die Bildungsstandards werden immer alle Schüler der betreffenden Schulstufe getestet. Ausgeschlossen sind nur außerordentliche Schüler, Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in Mathematik nach dem Lehrplan der Sonderschule bzw. einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet wurden, sowie Kinder mit bestimmten Behinderungen. Tatsächlich teilgenommen haben schließlich 72.700 Schüler.

KOMPETENZSTUFEN

Insgesamt wurden vier Kompetenzstufen festgelegt: “Bildungsstandards übertroffen”, “Bildungsstandards erreicht”, “Bildungsstandards teilweise erreicht”, “Bildungsstandards nicht erreicht”. Bei den Tests erreichten 52 Prozent der Jugendlichen die Bildungsstandards. Sechs Prozent übertrafen diese Anforderungen sogar. 27 Prozent schafften die Standards teilweise: Das bedeutet, dass sie “ihre mathematischen Kenntnisse in bekannten Kontexten einsetzen können.” 15 Prozent erreichten die Standards nicht.

MIGRANTENANTEIL

Österreichweit haben 21 Prozent der Schüler in der achten Schulstufe Migrationshintergrund. Die Anteile zwischen den Bundesländern variieren allerdings stark – von zehn Prozent in Kärnten bis zu 44 Prozent in Wien.

MIGRATIONSHINTERGRUND

Jugendliche ohne Migrationshintergrund schneiden im Schnitt um 64 Punkte besser ab als Schüler mit Migrationshintergrund. Berücksichtigt man den im Schnitt unterschiedlichen Sozialstatus von einheimischen und zugewanderten Familien und vergleicht jeweils nur Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund mit jeweils gleichem Sozialstatus, reduzieren sich die Unterschiede auf 39 Punkte. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn Jugendliche mit Erstsprache Deutsch und Jugendliche mit anderer Erstsprache verglichen werden.

SOZIALER HINTERGRUND

Dieser spielt die größte Rolle bei den Leistungsunterschieden: In Punktwerten beträgt der Leistungsunterschied zwischen Akademikerkindern und Kindern von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss 101 Punkte. Das entspricht in etwa drei Lernjahren. Der Unterschied zieht sich durch alle Bildungsschichten: Akademikerkinder erreichen bessere Ergebnisse als Kinder von Eltern mit Matura als höchstem Abschluss, diese wiederum liegen vor Kinder von Eltern mit Lehrabschluss.

TESTFORMAT

Die Überprüfung dauerte insgesamt 90 Minuten. Zu lösen waren Aufgaben aus den Bereichen “Zahlen und Maße”, “Variable, funktionale Abhängigkeiten”, “Geometrische Figuren und Körper” sowie “Statistische Darstellungen und Kenngrößen”.

(APA)

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