Sanierung des Bayreuther Festspielhauses dauert länger

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Festgestellte bauliche Mängel sind gravierend
Festgestellte bauliche Mängel sind gravierend - © APA (dpa)
Die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses soll Jahre länger dauern als geplant – und könnte auch teurer werden. Ursprünglich rechneten die Wagner-Festspiele nach dem Start der Sanierung im vergangenen Jahr mit einer Dauer der Arbeiten bis zu acht Jahren – also bis 2023. Nun aber sollen sie erst bis 2026 abgeschlossen sein.

Das kündigte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Georg Freiherr von Waldenfels, an. Die zweite Sanierungsphase des Festspielhauses soll nun erst im kommenden Herbst beginnen – und damit ein gutes Jahr später als geplant. Sie soll rund sieben Millionen Euro kosten und bis Mai 2018 abgeschlossen sein. “Leider konnte bisher kein Baubeginn erfolgen, da die Maßnahme und die entsprechenden Mittel nicht freigegeben worden waren”, heißt es in der Mitteilung. Die Gesellschafter taten das nun erst in einer Versammlung am Mittwoch.

Allerdings scheint die gesamte Sanierung komplizierter zu werden als zunächst gedacht. Die festgestellten baulichen Mängel seien so gravierend, dass eine grundlegende Sanierung erforderlich sei, die alle Gewerke betreffe, schreiben die Festspiele. Bisher hatten die Geldgeber, vor allem Bund und der Freistaat Bayern, 30 Millionen Euro für die Sanierung zugesagt. Ob es bei dieser Summe bleibt, ist offen. Die Mitteilung nach der Versammlung lässt daran zweifeln.

Eine belastbare Kostenschätzung für die gesamte Sanierung könne es erst bis April nächsten Jahres geben, heißt es darin. “Dann könnten die notwendigen weiteren politischen Entscheidungsprozesse angestoßen werden.” Man müsse aber davon ausgehen, dass das Konzept aus der Finanzierungsvereinbarung vom September 2013 nicht aufrechterhalten werden könne. Von der Stadt Bayreuth, die zu den Gesellschaftern gehört, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Baubeginn für die zweite Sanierungsphase, die die Nord-Fassade und den Bühnenturm umfasst, soll nun am 1. September sein. Jetzt noch damit zu beginnen sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, steht in der Mitteilung. “Im Winter wäre Baupause gewesen, und bis im Frühjahr die Gerüste aufgestellt wären, müssten sie wegen der beginnenden Vorbereitungen zu den Festspielen bald wieder abgebaut werden.” Als erster Abschnitt war bereits die Hauptfassade des Festspielhauses für knapp 2,5 Millionen Euro erneuert worden.

(APA/dpa)

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