6 schädliche Schönheitsideale

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Die Französin Isabelle Caro rief eine Schockkampagne gegen den Magerwahn in der Mode-Industrie ins Leben.
Die Französin Isabelle Caro rief eine Schockkampagne gegen den Magerwahn in der Mode-Industrie ins Leben. - © DAMIEN MEYER / AFP
Wespentaille, Bombenbusen und dünne Stangenbeinchen. Sollte sie heute so aussehen, die schönste Frau der Welt? Schönheitsideale waren und sind keine Konstante während der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Diese Erkenntnis wird umso deutlicher, wenn wir uns noch einmal einige Beispiele extremer Schönheitstrends der Vergangenheit vor Augen führen. 

Der Lotosfuß als Ausdruck weiblicher Schönheit

Im “Reich der Mitte” wurden die Frauen über Jahrhunderte durch ein grausames Schönheitsdiktat gequält. Wer schön sein und seinem Gemahl gefallen wollte, “musste” seine Füße abbinden, um sie in viel zu kleine Schuhe einquetschen zu können. Kleine, spitze, schmale Tippelfüßchen machten die chinesische Frau ganz besonders begehrenswert. Chronische, eitrige Infektionen und Knochenbrüche waren dadurch an der Tagesordnung. Die chinesische Staatsführung zeigte schließlich Erbarmen mit den Frauen und verkündete 1949 das Verbot dieses brutalen Brauchtums, von dem aber selbst heute so manche Chinesin keinen Gebrauch macht. Soll heißen, dass es noch immer Frauen gibt, die sich weiterhin “freiwillig” ihre Füße abschnüren, um die ihnen so begehrten Klumpfüße bestaunen zu können.

Die Tellerlippe als besonderer Anreiz

Die Frauen des afrikanischen Volks der Mursi dehnen ihre Unterlippen und Ohrläppchen bis zur Unkenntlichkeit immer weiter aus. Das bewerkstelligen sie mit speziellen Lippentellern, die sie nach und nach durch immer größere Exemplare austauschen. In vielen Fällen werden Zähne im Unterkiefer als störend empfunden und ausgeschlagen in dem Bestreben nach optimaler Schönheit. Neben der Tellerlippe sind andere afrikanische Ethnien zum Beispiel durch Bemalungen, Tätowierungen, Piercings und auch größere Narben gekennzeichnet.

Der Giraffenhals mit “glänzendem Metall”

Die Padaung sind ein Bergvolk in Myanmar. Ebenso wie die südafrikanischen Ndebele sind sie von einer ganz anderen bizarren Schönheitstradition überzeugt. Mit schwerem Halsschmuck werden die zierlichen Schultern der Frauen über die Jahre immer weiter nach unten gedrückt, bis ihr Hals deutlich verlängert in auffällige Erscheinung tritt. Diesen belastenden Halsschmuck tragen die Frauen lebenslänglich, denn die Ringe bedeuten zugleich ein Statussymbol. Dabei verkümmert die Halsmuskulatur und die hängenden Schultern erholen sich niemals von der permanenten Auflast der circa zehn Kilogramm schweren Halspanzer.

Tödlicher Schlankheitswahn

Die Französin Isabelle Caro litt seit frühester Jugend an Anorexie, das ist eine Magersucht, an der sie bereits vor ihrem 30. Geburtstag verstarb. Zu diesem Zeitpunkt wog sie nicht einmal 30 Kilogramm. Was diese Frau besonders erzürnte, war der Magerwahn in der Mode-Industrie. Daher rief sie eine beeindruckende Schockkampagne in der Manier von Benetton ins Leben und bewirkte damit an einigen Stellen auch ein vorsichtiges Umdenken.

Die Zero Size – Verlust der Weiblichkeit

Wenn wir an die Barockzeit zurückdenken, fallen uns sofort die rundlichen Formen der Frauen auf den Gemälden von Rubens ein. Im 20. Jahrhundert setzte sich dann der Trend zur extremen Verschlankung durch und viele Frauen nahmen es bereitwillig in Kauf, ungesund dünn zu sein. Gerade in der Modebranche waren und sind Essstörungen bei den Models an der Tagesordnung. In manchen Ländern wurde daher eine BMI-Untergrenze in diesem Metier eingeführt. In der Gesellschaft ist dieser Paradigmenwechsel aber noch nicht so recht angekommen, denn die Kleidergröße null erscheint immer noch vielen Frauen als das Nonplusultra.

Das Thigh Gap symbolisiert den knabenhaften Mädchentyp

Hierbei geht es um eine kleine, sichtbare Lücke zwischen den Oberschenkeln. Besonders junge Mädchen sehen darin ein Ideal für ihre schlanken Beine. Da diese Formgebung im Wesentlichen genetischer Natur ist, kann sie nicht wirklich durch Hungern oder Trainieren modelliert werden. Diese Aussage findet ihre Bestätigung darin, dass sogar einige normalgewichtige Frauen das Thigh Gap ausbilden. Kurz gesagt gilt: Man hat es oder man hat es nicht.

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