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23. Oktober 2012 13:54; Akt.: 23.10.2012 13:54

Schloss Sighartstein in Salzburg um drei Mio. Euro verkauft

Der bereits bezahlte Kaufpreis gilt deshalb als Schnäppchen, weil die Gläubiger im Grundbuch wesentlich höhere Forderungen gestellt haben. Der bereits bezahlte Kaufpreis gilt deshalb als Schnäppchen, weil die Gläubiger im Grundbuch wesentlich höhere Forderungen gestellt haben. - © Neumayr/Archiv
Jahrelang ist nach einem Käufer für das 715 Jahre alte Schloss Sighartstein im Salzburger Flachgau gesucht worden, nun ist es um einen Schnäppchenpreis von drei Millionen Euro verkauft: “Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Mehrheitsbesitz eines österreichischen Staatsbürgers hat gestern, Montag, den Kaufvertrag unterschrieben”, sagte der Masseverwalter, Rechtsanwalt Wolfgang Lirk, am Dienstag auf Anfrage der APA.

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Das insgesamt sieben Hektar große Areal samt dem Schloss, in dem so berühmte Persönlichkeiten wie Kaiserin Maria Theresia, Wolfgang Amadeus Mozart und Napoleon Bonaparte zu Gast waren, entpuppte sich als Ladenhüter. Die Liegenschaft stand zuletzt im Eigentum des ehemaligen Salzburger “Messe-Zaren” Arnold Henhapl (70). Er hatte 1992 das Barock-Schloss mit spätgotischen Elementen erworben. 15 Jahre lang versuchte er es zu verkaufen, vor drei Jahren schlitterte er in den Konkurs.

Kein Käufer bei Zwangsversteigerung

Dass Schloss Sighartstein hätte heuer im Sommer zwangsversteigert werden sollen. Doch “es war kein Käufer bei der letzten Versteigerung aufgetreten”, sagte Lirk. Der Schätzwert der Liegenschaft betrug 7,5 Mio. Euro, das geringste Gebot wurde mit 3,75 Mio. Euro und das Vadium (eine von den Bietern zu leistende Sicherheit, Anm.) mit 750.000 Euro beziffert. Eine Menge an Interessenten hat sich seit der misslungenen Versteigerung beim Masseverwalter gemeldet, von Wohnbaugesellschaften bis Gastronomen.

Kaufpreis als Schnäppchen

Der bereits bezahlte Kaufpreis gilt deshalb als Schnäppchen, weil die Gläubiger im Grundbuch wesentlich höhere Forderungen gestellt haben. “Die Forderung der Bank lag jenseits von neun Mio. Euro”, erklärte der Masseverwalter. “Für die allgemeine Konkursmasse bleibt auf keinen Fall etwas übrig. Der Käufer wird durch die Gläubigerbank akzeptiert.” Das Schloss befinde sich in relativ guten Zustand.

Konkursgerichtliche und grundverkehrliche Genehmigungen müssen noch eingeholt werden. Henhapl kann als Gemeinschuldner den Verkauf beeinspruchen, worüber das Gericht zu entscheiden hat. Möglichkeiten für einen erfolgreichen Einspruch bestehen aber nur dann, wenn er ein besseres Kaufangebot vorlegt.

Kein Gastronomiebetrieb oder Glücksspiellokal

Rechtsanwalt Lirk geht davon aus, dass der Hauptgesellschafter der privaten GmbH auch im Schloss wohnen und die Liegenschaft “im Rahmen seiner privaten Notwendigkeiten oder Wünsche” nutzen wird. Lirk glaubt nicht, dass Teile des Areals für einen Gastronomiebetrieb oder für ein Glücksspiellokal verwendet werden. Der Käufer hat als Unternehmensgegenstand der Gesellschaft “Liegenschaftsbesitz und Verwaltung” angegeben. Der Österreicher hat sich bisher viel im Ausland aufgehalten.

Schloss Sighartstein 1372 erworben

Das Schloss samt Zugbrücke wurde 1372 vom Salzburger Erzbischof Pilgrim II. erworben. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts ging es an den Grafen Wolf Max Uiberacker, Generalfeldmeister im Spanischen Erbfolgekrieg. Es blieb bis zum Aussterben der Familie im Jahr 1964 im Besitz des ältesten Landesadelsgeschlechtes Salzburgs. Auf dem Grundstück stehen das Schloss samt Kapelle und Mausoleum, Nebentrakt, Ateliershaus, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude. (APA)



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