Vier Salzburgerinnen bei Fußball-Europameisterschaft dabei

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Laura Feiersinger rechnet mit Anfangsnervosität
Laura Feiersinger rechnet mit Anfangsnervosität - © APA
Das österreichische Fußball-Frauen-Nationalteam trifft am Dienstag (18 Uhr) bei seiner EM-Premiere auf die Schweiz. Die Eidgenossinnen sind im Gruppe-C-Duell in Deventer Favorit, die Truppe von Teamchef Dominik Thalhammer hofft aber auf eine Überraschung. Will man eine Aufstiegschance wahren, gilt zum Auftakt die Devise verlieren verboten. Mit dabei sind auch vier Salzburgerinnen.

“Das erste Spiel in einem Turnier hat eine ganz hohe Bedeutung. Wenn das verloren wird, dann sind die Chancen, weiterzukommen, dramatisch verringert. Das ist uns bewusst”, sagte Thalhammer. “Das erste Spiel ist richtungsweisend, wenn es gut läuft, kann man eine Euphorie mitnehmen”, weiß Offensivspielerin Laura Feiersinger. Das gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da im darauffolgenden Spiel die vermeintlich übermächtigen Französinnen warten. Die 24-jährige Salzburgerin rechnet bei der EM-Premiere mit Anfangsnervosität. Die wird sich aber nicht auf die ÖFB-Truppe beschränken. Davon geht zumindest Thalhammer aus: “Sie waren zwar schon bei einer WM, aber es ist ihre erste EM. Dass die ganz eiskalt in die Spiele gehen, glaube ich daher nicht.”

ÖFB-Horror-Bilanz gegen Schweiz

Hinzu kommt, dass die Schweizerinnen Druck verspüren. Sie haben das Viertelfinale klar als Ziel ausgegeben. Für die ÖFB-Elf war bereits die geschaffte Qualifikation ein Meilenstein, alles Weitere ist Draufgabe. “Die Schweiz ist uns vielleicht in der Entwicklung im Frauenfußball fünf bis zehn Jahre voraus. Man muss einfach sagen, dass sie über uns zu stellen sind”, schätzte der ÖFB-Coach die Situation realistisch ein. Das wird nicht nur im Ranking deutlich, wo die Schweizer als 17. sieben Ränge vor der ÖFB-Truppe liegen. Im direkten Vergleich holten die Österreicherinnen in acht Begegnungen erst einen Sieg und ein Remis (11:27-Tore). Nur zwei davon waren Pflichtspiele, in der Quali für die EM 1997 gewann Österreich zu Hause 4:3, verlor auswärts 0:3. Beim jüngsten Aufeinandertreffen setzte sich die Schweiz in einem Test 2012 mit 2:1 durch.

“Können die Großen ärgern”

“Sie haben einen unglaublichen Speed nach vorne hin”, so Thalhammer. Geht es nach ihm, soll der aber nicht zur Geltung kommen – so wie bei der Generalprobe in Wiener Neustadt gegen Dänemark, die mit einem 4:2-Erfolg des ÖFB-Teams endete. “Wir haben die Gewissheit, dass wir die Großen ärgern können. Wir müssen so aggressiv und spritzig wie gegen Dänemark spielen”, gab der gebürtige Niederösterreicher die Marschroute vor. Da war ein offensiver, mutiger Auftritt belohnt worden.

“Bei uns ist der Grad zwischen Mut und Naivität oft sehr schmal, aber ich glaube, dass man als Außenseiter einfach mutig auftreten muss”, betonte Thalhammer. Er hofft auch durch die taktische Variabilität seines Teams den Gegner im Spiel überraschen zu können. Die weiteren Gruppenspiele der ÖFB-Elf steigen am 22. Juli gegen Frankreich und am 26. Juli gegen Island.

Beste Stimmung im Nationalteam

Seine Truppe hatte eine Woche Zeit, sich auf die Gegebenheiten in den Niederlanden einzustellen. Die Stimmung im Teamquartier in Wageningen war bestens, die Vorfreude auf den EM-Start riesengroß. “Es ist etwas ganz Besonderes für uns alle”, betonte Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil. In Ehrfurcht erstarren wolle man nicht. “Wir sind der Underdog, haben wenig Druck, aber wir wollen mitspielen und die Großen ärgern”, sagte die Salzburgerin.

Salzburgerinnen im EM-Aufgebot

Mit Mittelfeldspielerin Zadrazil (Turbine Potsdam), Stürmerin Laura Feiersinger (SC Sand), Törhüterin Carolin Größinger (FC Bergheim) und Stürmerin Stefanie Enzinger, die künftig bei Meister St. Pölten spielen wird, sind vier Salzburgerinnen im Team mit dabei.

Mit Eseosa Aigbogun, Rahel Kiwic und Lia Wälti trifft Zadrazil auf drei Potsdam-Kolleginnen. Sandra Betschart spielt bei Duisburg mit den ÖFB-Kickerinnen Virginia Kirchberger, Barbara Dunst und Lisa Makas. Bei Bayern München waren vergangene Saison Schweiz-Kapitänin Caroline Abbe und Vanessa Bürki Kolleginnen des ÖFB-Trios Manuela Zinsberger, Carina Wenninger und Viktoria Schnaderbeck. Ob Schnaderbeck gegen die Schweiz einen Beitrag leisten wird, ist weiter fraglich. Die am Knie angeschlagene ÖFB-Kapitänin trainierte am Sonntag erstmals wieder mit dem Team.

So könnten sie spielen

Österreich: Zinsberger – Schiechtl/Kirchberger, Schnaderbeck/Kirchberger, Wenninger, Aschauer – Feiersinger, Zadrazil, Puntigam, Makas – Billa, Burger
Ersatz: Größinger, Pfeiler – Georgieva, Maierhofer, Naschenweng, Dunst, Eder, Klein, Prohaska, Enzinger, Pinther

Schweiz: Thalmann – Crnogorcevic, Abbe, Kiwic, Maritz – Aigbogun/Terchoun, Moser, Wälti, Dickenmann – Humm, Bachmann
Ersatz: Michel, Friedli – Brunner, Rinast, Betschart, Zehnder, Calligaris, Mauron, Bernauer, Bürki, Reuteler

Frauenfußball in Österreich

1972 fanden die ersten Bewerbsspiele in der Frauen-Bundesliga und der erste Cup-Bewerb statt. Sechs Teams nahmen in den Anfangsjahren an der Meisterschaft teil. Heute spielen in der Frauen-Bundesliga zehn Teams um den österreichischen Meistertitel, darunter auch der FC Bergheim.

(APA)

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