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Wintersturm fegt über Salzburg

Wintersturm fegt über Salzburg

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Der Winter hat das Bundesland Salzburg weiterhin fest im Griff, obwohl die Temperaturen in den Tälern an die Nullgrad-Grenze gestiegen sind. Sturmböen und anhaltender Schneefall haben am Mittwoch für hängen gebliebene Fahrzeuge und zahlreiche Verkehrsunfälle mit vorwiegend Sachschäden gesorgt. Im Flachgau wurden zwei Postbusse regelrecht verweht. Laut ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel blieben die Fahrgäste unverletzt.

Skilifte wegen Sturmböen eingestellt

Einige Straßen im Flachgau und Pinzgau mussten vorübergehend gesperrt werden, wie die Obertrumer sowie die Seekirchner Landesstraße und die B164 zwischen Mühlbach und Dienten (Pinzgau), informierte Mittwochmittag die Pressestelle der Salzburger Polizei. Auch viele Skilifte wurden wegen der Sturmböen eingestellt. Die Lawinengefahr stieg auf “groß”, nur im südlichen Lungau war sie “erheblich”.

Schneesturm erreicht bis zu 103km/h

Der Sturm brachte es im Flachgau auf Spitzen von 103 km/h auf dem Kolomannsberg. “In Mattsee wurde ein Wert von 84 km/h gemessen, am Salzburger Flughafen 76 km/h”, berichtete Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. Um den Sonnblick (Pinzgau) fegte der Wind mit 101 km/h, um die Loferer Alm mit 109 km/h. Bis morgen seien in den Tälern Neuschneemengen von zehn bis 20 Zentimeter und auf den Bergen bis zu 40 Zentimeter zu erwarten, prognostizierte Ohms.

Einige Fahrzeuglenker sind Einsatzkräften zufolge trotz der winterlichen Straßenverhältnisse zu schnell unterwegs gewesen. Aber auch die Sturmböen verbunden mit schlechter Sicht und die Schneeverwehungen trugen das Ihrige zu den zahlreichen Unfällen bei. Einige Fahrzeuge standen quer. Im Bereich Obertrum fegte der Wind gleich zwei Postbusse von der Straße. “Um 9.00 Uhr wurde ein in Richtung Mattsee fahrender, mit drei Fahrgästen besetzter Bus von einer Windböe erfasst und über die Fahrbahn hinaus an den Straßenrand geschoben, wo er im Schnee steckenblieb”, schilderte Zumtobel.

Feuerwehrleute zogen den Bus heraus

Eine Stunde nach dem Unfall konnte der Chauffeur die Fahrt fortsetzen. Um 11.00 Uhr erfasste abermals eine Windböe seitlich einen Postbus, der von Obertrum ohne Fahrgäste in Richtung Salzburg fuhr. Der Wind schob den Bus über die Mittellinie, das Fahrzeug touchierte einen entgegenkommenden Pkw und landete in einer Wiese. Zwei Autoinsassen wurden offenbar leicht verletzt. Die Lenker der 15 Meter langen und 3,20 Meter hohen Busse seien angewiesen worden, dass sie mit äußerster Vorsicht und geringer Geschwindigkeit fahren sollen, hieß es seitens der ÖBB. Am Salzburger Flughafen kam es zu keinen Beeinträchtigungen im Flugverkehr, erklärte Pressesprecher Alexander Klaus.

In Michaelbeuern, St. Georgen und Seekirchen rückten die Feuerwehren ebenfalls zu mehreren Fahrzeugbergungen aus. Die glatten Straßen, hervorgerufen durch die massiven Schneeverwehungen, erschweren die Einsätze. „Wir sind derzeit alle in der Feuerwehrzentrale auf Bereitschaft. Es geht ja doch noch viel Wind und es herrscht höchste Glatteisgefahr“, sagt Einsatzleiter Johann Antfellner im Gespräch mit SALZBURG24 am Nachmittag. “Jetzt kommt der Berufsverkehr, da kann es noch zu einem weiteren Verkehrchaos kommen. Aber, wir hoffen dass es ruhig bleibt“, so der stellvertetende Kommandant der Feuerwehr Obertrum weiter.

Verkehrschaos durch Schneeverwehungen

Zum ersten Mal gibt es auf Mattseer Landesstraße Kettenpflicht für Lkw. Die Seekirchenerstraße (L238) ist bei Seekirchen wegen Fahrzeugbergungen, in beiden Richtungen, wegen hängengebliebener Fahrzeuge für mindestens eine Stunde gesperrt. Die L 260 ist ebendfalls im Bereich der Fageralm, wegen starken Schneeverwehungen bis in die Abendstunden unpassierbar und gesperrt. Zudem weist die Polizei darauf hin, das Abblendlicht einzuschalten, um weitere Verkehrsunfälle zu vermeiden. Die Lawinenwarnkommission der Stadt Salzburg hat indes wegen akuter Lawinengefahr (Warnstufe 4) den Gaisberg-Rundwanderweg gesperrt. Aufgrund der warmen Witterung musste der Salzachsee am Mittwoch für das Betreten und Eislaufen gesperrt werden. Es besteht Lebensgefahr. Und auch das Befahren der Eisfläche am Leopoldskroner Weiher ist nur noch innerhalb der vom Gartenamt angebrachten Absperrungen möglich, informiert Gartenamtsleiter Dipl.-Ing. Wolfgang Saiko in einer Presseaussendung.

Unzählige Autos steckten in Salzburg fest

Die Freiwilligen Feuerwehren im Land Salzburg sind am Mittwoch wegen der aktuellen Schneefälle und der Sturmböen im Dauereinsatz gestanden. Es waren vor allem feststeckende Autos, die etwa 350 Freiwillige auf Trab hielten und auch weiterhin halten werden. Wie viele Autos bis Mitte des Nachmittags aus den Schneemassen befreit und flott gemacht wurden, sei schwer zu sagen, sagte Matthias Egger, von der Landes-Warn- und Alarmzentrale im APA-Gespräch. “Bei jedem der bis 16.00 Uhr geleisteten 33 Einsätze haben unsere Leute eine ganze Reihe von Autos aus den Straßengräben gezogen.”

Nicht so viele Einsätze an einem Tag seit Herbst 2011

Seit Herbst 2011, als besonders früher Schneefall viele Autofahrer mit Sommerreifen überraschte, habe es nicht so viele Einsätze an einem einzigen Tag gegeben wie am Mittwoch, sagte Egger. Besonders erschwert wurde diese Arbeit durch die aktuellen Sturmböen im Flachgau. “Technisch ist das Herausziehen von Autos mit Winden aus einem Graben oder einem Schneehaufen nicht schwer. Aber ständig im Freien mit Eisenteilen hantieren und dabei oft unter Autos hineinkriechen und Seile befestigen, ist bei derartigen Witterungsverhältnissen schon mühsam”, erläuterte der Feuerwehrmann. “Keiner der etwa 350 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren im Land bekommt für seine Arbeit Geld. Unsere Leute opfern entweder ihre Freizeit oder nehmen sogar finanzielle Einbußen in Kauf, weil sie ja von ihrer Arbeit wegbleiben.”  (SALZBURG24/APA)



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