Schneeglöckchen pflücken: Darf man das in Salzburg?

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Das Ausgraben der seltenen Schneeglöckchen ist auch in Salzburg streng verboten.
Das Ausgraben der seltenen Schneeglöckchen ist auch in Salzburg streng verboten. - © APA/ROLAND SCHLAGER
Die Freude über Schneeglöckchen ist einem Flachgauer zum Verhängnis geworden. Nachdem er in Bayern die seltene Zwiebelpflanze ausgegraben und in seinem Garten eingesetzt hatte, droht dem Mann jetzt eine Geldstrafe (S24 hat berichtet). Schneeglöckchen sind nicht nur in Bayern, sondern auch in Salzburg geschützt. Wie die Bestimmungen genau sind, erfahrt ihr hier.




Mit den ersten milden Temperaturen dieses Jahr lassen auch die zarten und elegant weißen Blüten dieser Tage Frühlingsstimmung aufkommen. Vor allem im Flachgau und entlang der Salzach sprießen die Pflanzen jetzt aus dem Boden.

Schneeglöckchen auch in Salzburg unter Naturschutz

Doch jeder, der sich die beliebte Pflanze vom Spaziergang mit nach Hause nehmen möchte, sollte dieses Vorhaben dringend überdenken. Denn die Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz. „Schneeglöckchen sind eine geschützte Pflanzenart. Sie werden immer seltener“, erklärt Dagmar Breschar vom Naturschutzbund im Interview mit SALZBURG24.

In Salzburg ist das Ausgraben und Wiedereinsetzen der Pflanze daher – wie in Bayern – strikt verboten. Laut dem Salzburger Naturschutzgesetz darf das Schneeglöckchen, wie andere vom Aussterben bedrohte Pflanzen, ferner auch nur in beschränktem Ausmaß gepflückt werden. „Das heißt, einen Handstrauß zu pflücken ist in Salzburg erlaubt“, erklärt Stefan Tschandl, Sprecher der für Umweltschutz zuständigen LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne) auf Anfrage von SALZBURG24. Alles, was über den persönlichen Bedarf hinausgeht, kann angezeigt werden. Unter dem persönlichen Bedarf ist jene Menge zu verstehen, deren Stängel vom Daumen und Zeigefinger einer Hand vollständig umfasst werden können. Dieses Gesetz gelte übrigens auch für Frühlingsknotenblumen, macht Tschandl aufmerksam.

Die Schneeglöckchen sind übrigens auch für Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. „Vor allem für Wildbienen sind die Schneeglöckchen und Salweide von ganz besonderer Bedeutung, weil diese Pflanzen im Vorfrühling oft die einzige Nahrungsquelle für sie sind“, erklärt Naturschutzbund-Sprecherin Breschar.

Frühlingsknotenblumen in Mattsee./SALZBURG24/Schuchter ©

Wissenswertes über Schneeglöckchen

Das Schneeglöckchen, das ursprünglich aus Südostasien und dem Kaukasus stammt, gehört zu den Amaryllisgewächsen und ist hierzulande auch unter den Namen Milchblume, Lichtmess-Glöckchen oder Weiße Jungfrau bekannt. Der grüne Fleck, oder das Saftmal, in der Blüte dient den Insekten zur Orientierung.

Darüber hinaus wird dem Schneeglöckchen übrigens auch eine heilende Wirkung zugeschrieben. Denn dem in der Pflanze vorkommende Wirkstoff Galathamin wird als Mittel gegen Demenz und bei Fortschreitender Alzheimer-Krankheit verwendet. Doch bei aller Beliebtheit sollte keinesfalls vergessen werden, dass sämtliche Teile des Schneeglöckchens – insbesondere die Zwiebel – sogenannte Alkaloide enthalten und giftig sind.

Eigentlich ein Grund mehr, das Schneeglöckchen dort zu lassen, wo es ist. Anstatt es zu pflücken, reicht vielleicht doch auch einmal ein hübsches Foto, oder nicht?

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