Schweighofer Gruppe übernimmt Halleiner Zellstoffproduzenten M-real

Schweighofer Gruppe übernimmt Halleiner Zellstoffproduzenten M-real
Die Spekulationen um den Verkauf der M-real Hallein GmbH haben ein Ende: Der Zellstofferzeuger geht an die Unternehmensgruppe des österreichischen Holzindustriellen Gerald Schweighofer.

 ”Es handelt sich um einen strategischen Investor, der in der Holzindustrie tätig ist und die Wertschöpfungskette sehr gut kennt”, freute sich Jörg Harbring, Geschäftsführer der M-realHallein GmbH, am Donnerstag bei einem Pressegespräch, über den neuen Eigentümer.

Die Schweighofer-Gruppe übernimmt den gesamten Standort samt Zellstoffproduktion und Biomasseheizkraftwerk sowie ein 40 Hektar großes Industrieareal. Als Kaufpreis wurden rund 37 Mio. Euro kolportiert. Den genauen Preis könne man erst nach Abschluss des Geschäfts beziffern, sagte Schweighofer. Die Wettbewerbsbehörde muss dem Deal noch zustimmen.

Der neue Eigentümer hat große Pläne. Es soll eine Produktion für hochwertigen Zellstoff, der in der Textil- und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden wird, aufgebaut werden. “Ideen für den Standort gibt es viele, wir müssen uns erst genauer damit auseinandersetzen, was langfristig sinnvoll ist”, sagte Gerald Schweighofer. Es gebe Kooperationsgespräche mit Lenzing, bestätigte Schweighofer. Der oberösterreichische börsenotierte Faserhersteller werde Hallein mit Know-how unterstützen.

Derzeit stellt die M-real Hallein GmbH rund 150.000 Tonnen Zellstoff für die Karton- und Papierindustrie her. “Der neue Zellstoff hat großes Potenzial, das hat uns sehr gereizt”, begründete Schweighofer den Entschluss, in Hallein einzusteigen. In den kommenden 14 Monaten werden 60 Mio. Euro in den Aufbau der neuen Produktion investiert. Parallel bleibt die bestehende Zellstoffproduktion bestehen. Keine Änderungen wird es bei den Kunden- und Lieferantenbeziehungen geben, sagte Schweighofer, der auch auf das bestehende Management setzt. In den kommenden Monaten sollen 15 neue Mitarbeiter eingestellt werden. “Vor allem in der Forschung, in der Qualitätssicherung und im Verkauf”, meinte Harbring. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 200 Personen.

Im vergangenen Jahr hat die M-real Hallein GmbH 80 Mio. Euro umgesetzt, 14 Mio. Euro stammen aus dem Bereich Energie. “Wir hatten 2010 ein ausgeglichenes Ergebnis”, sagte Harbring. Für 2011 werden Verluste erwartet. “Wir werden versuchen, die Verluste zu minimieren und Synergien zu heben”, sagte Schweighofer. Er will bis Ende 2012 den Turnaround schaffen. Ein Abverkauf von Teilen des Industriegeländes kommt für ihn nicht infrage. “Wir wollen das Gelände nicht zerstückeln, weil wir noch nicht wissen, was wir hier genau machen werden.”

Das Industrieunternehmen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es wurde 1890 als Zellstoffproduktion gegründet und wechselte im Lauf der Jahrzehnte mehrmals den Besitzer. 2009 wurde die Papierproduktion eingestellt, 450 Mitarbeiter mussten gehen.

“Ich freue mich sehr, dass das Unternehmen, das ein Wanderpokal für internationale börsennotierte Konzerne war, nun zu einem österreichischen Familienunternehmen wird”, sagte LHStv. Wilfried Haslauer (V). Verhandelt wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit mehreren Interessenten. Unter anderem hätten Investoren aus Asien und den USA Interesse gezeigt, bestätigte Harbring.

Die Unternehmensgruppe von Gerald Schweighofer betreibt in Rumänien mehrere Sägewerke, ist einer der größten privaten Waldbesitzer in Europa und ist in der Immobilienentwicklung tätig. Wie die M-real Hallein GmbH künftig heißen wird, steht noch nicht fest. “Es wird irgendetwas mit Schweighofer und mit Zellstoff oder Faser sein”, sagte der neue Eigentümer. (APA)

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