Überraschender Stockerlplatz für Berthold in Wengen

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Justin Murisier fuhr im Slalom Bestzeit
Justin Murisier fuhr im Slalom Bestzeit - © APA (AFP)
Immer stärker werdender Schneefall in der Abfahrt hat ein Sensations-Ergebnis in der Wengen-Kombination gebracht. Es siegte der Schweizer Niels Hintermann vor dem Franzosen Maxence Muzaton (+0,26) und dem Österreicher Frederic Berthold (0,35), die alle drei erstmals im Weltcup unter die Top Ten und freilich damit auch auf das Podest kamen. Die kleine Kristallkugel ging an Alexis Pinturault (20.).

Der Franzose, der die vergangenen drei Kombinationen gewonnen hatte, gilt neben dem Norweger Kjetil Jansrud, der 2,35 Sekunden hinter ihm liegt, als Favorit in dem Bewerb. Ob die Kombi-Abfahrt ab 13.45 Uhr geplant stattfinden kann, ist noch unklar. Die Entscheidung, das Programm umzudrehen und den Slalom vorzuziehen, hat sich aufgrund des starken Schneefalls vor allem zu Beginn des Torlaufs jedenfalls als richtiger Schachzug erwiesen.

Mursier entschied Slalom für sich

Aufgrund der Wettervorhersagen war in der Lauberhorn-Kombi zuerst der Slalom ausgetragen worden, diesen entschied der Schweizer Justin Murisier vor dem Slowenen Stefan Hadalin (0,17) sowie den Franzosen Victor Muffat-Jeandet (0,20) und Pinturault (0,57) für sich. Speed-Spezialist Vincent Kriechmayr hatte 2,25 Rückstand, Romed Baumann büßte 2,51 und Berthold 3,12 Sekunden ein. Zum Start der auf verkürzter Strecke ausgetragenen Abfahrt schneite es nur leicht, nach zehn Läufern wurde der Niederschlag aber immer heftiger, die folgenden Athleten waren chancenlos.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das spätere Siegertrio bereits formiert. “Momentan kann ich noch nicht viel sagen, das ist unbeschreiblich. Klar hatten wir hatten extremes Glück mit dem Wetter. Die ersten Zehn hatten einfach noch nicht so viel Schneefall”, sagte der 21-jährige Hintermann, der für den ersten Schweizer Saisonsieg sorgte.

Berthold fährt in Wengen auf dritten Platz

Den Kopf schüttelte auch Berthold, der sein Glück nicht ganz fasste. “Das war ganz interessant. Der Slalom war sehr schwierig in der Früh, es war eine ziemlich harte Piste, da habe ich mich runtergekämpft und hatte eine gute Nummer für die Abfahrt”, sagte der Vorarlberger, der sich damit aber noch nicht bei der WM sieht. Chancenlos indes waren auch Vorjahressieger Kjetil Jansrud (11.) und Pinturault, der sich mit nur zwei Saisonbewerben aber das kleine Kristall sicherte.

Der sechstplatzierte Baumann lieferte angesichts der Verhältnisse eine starke Abfahrt ab. “Fair wäre auf jeden Fall cool gewesen. Ich bin mit meiner Abfahrt super zufrieden, ich hätte nicht groß gewusst, wo ich noch schneller fahren kann”, sagte der Tiroler, der sich damit wohl für die WM qualifizierte. “Es war so abartig, wenn du unter der Fahrt merkst, es bremst, es stoppt, du machst dich klein und es geht trotzdem nix weiter.” So Rennen gäbe es immer wieder, er hoffte, dass es in der Spezialabfahrt am Samstag fair zugehen wird. “Aber die Chancen stehen nicht so gut.”

Kriechmayr: “Für einen Abfahrer nicht so schlecht”

Für Kriechmayr wurde es der 17. Platz. “Man braucht nur das Ergebnis sehen, dann weiß man eh, ob es fair war oder nicht. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich alles in der Hocke gefahren, es hat mich die ganze Zeit hergestoppt.” Man sei schlicht chancenlos gewesen.” Seine Slalom-Performance bezeichnete er als “für einen Abfahrer nicht so schlecht”.

An der Durchführung der Abfahrt am Nachmittag zweifelte er zur Halbzeit nicht. “Wenn das wer schafft, dann der Bauernbua aus Oberösterreich, der Hannes Trinkl, der buddelt da so rein, ich glaube, der trainiert hier heute mehr Kondi als ich den ganzen Sommer”, sagte Kriechmayr über den FIS-Rennleiter. Zwar gelang es der Pistencrew, den Neuschnee rauszurutschen, ehe der Schneefall aber wieder stärker wurde.

ÖSV-Team chancenlos

Matthias Mayer, Max Franz, Hannes Reichelt und Christian Walder schieden im Slalom aus, aus diesem Quartett war Reichelt nur angetreten, weil er ein zusätzliches Abfahrttraining wollte. Mayer indes hatte auch in der Kombi Ambitionen und lag bei der ersten Slalom-Zwischenzeit sogar eine Hundertstel voran. “Schade, ich habe es bis dorthin super erwischt. Kann man nix machen, ist jedem schon einmal passiert im Slalom”, sagte der Abfahrts-Olympiasieger.

Ans Zurücksteigen dachte er nicht. “Ich war schon zwei Tore weiter herunten. Ich bin auf die Kombi gegangen heute, habe mir gedacht, ich muss im Slalom voll andrücken, weil es sowieso eine fifty-fifty-Entscheidung ist, ob die Abfahrt geht.

Franz kam mit den eisigen Verhältnissen nicht zurecht, das habe man im Training nie gehabt. “Ich habe gehofft, ich bekomme am Start gleich ein Gefühl für den Schnee, das war dann nicht so. Aber eine Rennspannung habe ich aufgebaut, das geht auch mit einem Slalom”, sagte er vor der Spezialabfahrt.

(APA)

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