Schwere Vorwürfe gegen Ex-Magistratsdirektorin

Akt.:
Die ehemalige Klagenfurter Magistratsdirektorin Claudia Koroschetz sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Sie hatte sich in ihrer Amtszeit alle Überstunden auszahlen lassen, obwohl sie eine Überstundenpauschale bezog. Die Justiz ermittelt. In einem Gutachten eines Innsbrucker Universitätsprofessors werden nun aber noch weitere Vorwürfe erhoben, der Schaden liegt bei 100.000 Euro.


Koroschetz bekam in ihrer Zeit als Magistratsdirektorin ab Herbst 2011 rückwirkend mit Oktober 2010 Überstundenabgeltungen in der Höhe von rund 7.500 Euro zu viel ausgezahlt. Für den Innsbrucker Universitätsprofessor Gert-Peter Reissner, der im Auftrag der Stadt ein Gutachten erstellt hat, ist die Sache relativ eindeutig. Sein Fazit: “Frau Mag. Koroschetz ist also in Bezug auf die gegenständliche ‘Doppelabrechnung’ eigenmächtig und rechtswidrig vorgegangen, indem sie diese Art der Abrechnung angeordnet hat.” Ob dies den Tatbestand der Untreue erfüllt, stellte Reissner nicht eindeutig fest. Sicher habe sie aber “zumindest grob fahrlässig” gehandelt.

Ein weiterer Punkt betrifft Zulagen für Mitarbeiter des Magistrats. Vier Personen erhielten von Koroschetz Abteilungsleiter-Zulagen, ohne dass sie Abteilungsleiter sind. Zudem fehlten dafür die notwendigen Beschlüsse des Stadtsenats. Der Schaden wird mit knapp 16.000 Euro beziffert. Weitere 15.000 Euro Schaden sollen der Stadt durch die Zahlung von Aufwandsentschädigungen an Personalvertreter entstanden sein, wiederum ohne Stadtsenatsbeschlüsse, die für derartige Zahlungen nötig wären.

Auch beim Dienstvertrag einer Abteilungsleiterin, die von der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg “ausgeliehen” worden war, gibt es Unregelmäßigkeiten. Sie soll in den Jahren, in denen sie für die Stadt tätig war, “deutlich mehr Zulagen” erhalten haben als andere Abteilungsleiter. Der Schaden wird hier mit rund 60.000 Euro beziffert.

Eher als “Schmankerl” erscheint in dem Zusammenhang ein weiterer Vorwurf. Koroschetz hat ihre Jahresbeiträge für ihre Mitgliedschaft bei der Kärntner Juristischen Gesellschaft für die Jahre 2010 bis 2014 aus der Stadtkasse bezahlt.

Der in dem Gutachten, das am Dienstag in einer Sondersitzung des Klagenfurter Stadtsenats diskutiert wird, bezifferte Schaden beläuft sich auf rund 100.000 Euro. Er könnte aber noch weit höher werden, denn den vier Mitarbeitern, welche die Abteilungsleiter-Zulage ungerechtfertigt zuerkannt wurde, kann diese nicht mehr gestrichen werden. Sie behalten diese Zulage bis zu ihrer Pensionierung. Wie viel da noch zusammenkommt, muss erst berechnet werden. In der Sondersitzung soll die weitere Vorgangsweise festgelegt werden. Eine Kündigung steht ebenso im Raum wie das Einklagen von Schadenersatz. Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) war für eine Stellungnahme vorerst telefonisch nicht erreichbar.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Niki-Pleite: Acht Flugverbindu... +++ - Amazon & Co.: Neue Betrugsmasc... +++ - Swap-Prozess: Urteil liegt jet... +++ - Bischofshofen: 51-Jährige rett... +++ - Auffahrunfall mit vier Autos s... +++ - Harald Preuner nun offiziell B... +++ - Autoknacker treiben ihr Unwese... +++ - Salzburgerin beschädigt mehrer... +++ - B178: Frontalcrash mit Betonbl... +++ - Einigung auf Herbstferien bei ... +++ - So hält der Elektroauto-Akku i... +++ - Jugendliche überfallen Drogend... +++ - Land Salzburg prüft Glyphosat-... +++ - Neue 8er-Sesselbahn in Obertau... +++ - Tödlicher Sturz in Baugrube: P... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen