Schwerpunktkontrollen in Grenznähe gestartet

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Operation Fox gegen Schlepper
Operation Fox gegen Schlepper
In der Debatte um die Wiederaufnahme von Grenzkontrollen ist am Donnerstag die von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) angekündigte “Aktion scharf” gestartet worden. Bei der Operation Fox in den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt Umgebung wurden zwei Schlepper und eine sechsköpfige Familie aufgegriffen. Zudem wurden 600 Personen- und Fahrzeugfahndungsanfragen durchgeführt.


Der Zugriff erfolgte auf einem Autobahnparkplatz auf der Ostautobahn (A4) bei Zurndorf. Sowohl die Schlepper im Alter von 28 und 53 Jahren sowie die Geschleppten, die in einem Kombi unterwegs waren, sind Kosovaren. Unter den Opfern befanden sich auch drei Kinder im Alter von zwei, drei und sechs Jahren, sagte Oberst Helmut Marban. Zudem bestand gegen einen aufgehaltenen Ungarn ein Aufenthaltsverbot. Eine weitere Person war vom Gericht gesucht worden.

Generelle Grenzkontrollen sind für Mikl-Leitner “sicher kein Szenario der kommenden Wochen”, allerdings wird diese Möglichkeit “nicht von vornherein ausgeschlossen”. Denn ein solches Szenario müsse “genau vorbereitet und geplant werden”. Als effektivere Strategie bezeichnete die Ministerin die “unangekündigten, unberechenbaren Schwerpunktkontrollen im grenznahen Raum”. Denn darauf können sich “die Kriminellen nur schwer einstellen”. Diese Kontrollen sollen langfristig stattfinden, im Fokus stehen neben Hot-Spot-Routen auch Nebenstraßen und die Grüne Grenze.

Die Operation Fox “richtet sich nicht gegen schutzsuchende Menschen”, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck. Sondern gegen jene, die mit Menschenschmuggel Geld verdienen würden. Rund 50 Beamte, darunter Uniformierte mit Diensthunden sowie Zivilstreifen waren am Donnerstag ab 17.00 Uhr im Einsatz, dazu kamen noch mehrere Teams der Zentralstelle Menschenhandel im Bundeskriminalamt (BK). Auch mit Europol wurde zusammengearbeitet. Neben Schlepperei lag das Augenmerk auch auf Dämmerungseinbrüchen.

“Derzeit haben wir sehr viele Flüchtlinge aus Syrien, aber auch Personen aus Eritrea, Somalia, dem Irak und Afghanistan, die gegen viel Geld geschleppt werden”, sagte Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle. Neben den sichtbaren Kontrollen gab es auch verdeckte Maßnahmen, “um weitere Ermittlungsansätze zu gewinnen”.

Syrer sind zudem ein anderes Flüchtlingsklientel, sie dürften über mehr Geld verfügen, erklärte der Experte, der die Kosten einer Schleppung bis ins Zielland mit 5.000 bis 15.000 Euro bezifferte. Österreich ist allerdings weiterhin kein Zielland, sondern “Schweden, Norwegen und auch Deutschland”. Aktuell werden laut Tatzgern “vorwiegend Familien geschleppt und diese oft getrennt, damit der Schlepperlohn ja sicher gezahlt wird”. Auch Dolmetscher waren am Donnerstag im Einsatz, diese sprechen mit den Opfern, versuchen Vertrauen aufzubauen, um an Hintergrundinformationen zu kommen.

Gegen Mitternacht wurde die Schwerpunktaktion im Burgenland beendet. Weitere, unangekündigte und mehrere Stunden dauernde sollen laut Mikl-Leitner folgen.

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