Sechs Festnahmen nach Brand in türkischer Mädchenschule

Akt.:
Die Ermittlungen laufen
Die Ermittlungen laufen - © APA (AFP)
Nach einem tödlichen Brand im Schlafsaal eines türkischen Mädchen-Internats sind sechs mutmaßliche Verantwortliche festgenommen worden, darunter der Leiter der Einrichtung. Wie die Nachrichtenagentur Dogan am Mittwoch meldete, laufen Ermittlungen wegen “fahrlässiger Tötung” gegen die Beschuldigten.

Bei dem Brand in der Nacht auf Mittwoch in Aladag in der südtürkischen Provinz Adana kamen elf Schülerinnen und eine Betreuerin ums Leben – offenbar weil sich die Tür zum Notausgang nicht öffnen ließ. Nach Angaben des Bürgermeisters der Provinzhauptstadt Adana, Hüseyin Sözlü, waren die elf Schülerinnen jünger als 14 Jahre. Ihre Leichen wurden vor der verschlossenen Tür zu einer Feuerstiege gefunden. “Offenbar war die Tür mit einem Schlüssel versperrt”, sagte der Bürgermeister. Andere Schülerinnen konnten sich durch Sprünge aus den Fenstern der oberen Stockwerke retten. Insgesamt gab es nach Behördenangaben 22 Verletzte.

Der Brand brach nach Angaben von Provinzgouverneur Mahmut Demirtas am Dienstag gegen 19.25 Uhr (17.25 Uhr MEZ) aus und breitete sich rasch im ganzen dreistöckigen Gebäude aus. Ersten Erkenntnisse zufolge wurde er durch einen elektrischen Defekt ausgelöst. Erst nach drei Stunden war das Feuer unter Kontrolle.

Behördenangaben zufolge wird das Internat von der sunnitischen Süleymanci-Bewegung verwaltet. Angehörige der jungen Opfer berichteten den Medien, sie hätten ihre Kinder in der Privatschule eingeschrieben, da das einzige staatliche Internat in der Gegend wegen umfangreicher Renovierungen geschlossen war.

(APA/ag.)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen