Sechs Gründe, warum Anif Meister wurde

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Große Erleichterung bei Anifs zweitem Meisterwerk.
Große Erleichterung bei Anifs zweitem Meisterwerk. - © Krugfoto
Anif ist zum zweiten Mal Westliga-Meister. Mausert sich die Hofer-Elf zum Serienmeister? Scheint so. Aber selbst Anif bekommt keinen Titel geschenkt. Diese sechs Gründe waren ausschlaggebend für die Meisterschaft.




Das Team rund um Trainer Thomas Hofer holte am vorletzten Spieltag ausgerechnet beim Erzrivalen Grödig die zweite Trophäe in den Flachgau. Doch selbst für einen Klub wie Anif fällt die Meisterschaft nicht vom Himmel. Diese Saison ging Salzburgs bestem Amateurteam allerdings – nicht wie die vom letzten Jahr – von der Hand. Sechs Gründe, warum Anif heuer die Titelverteidigung feiern konnte.

Meisterliches Anif-Puzzle

Unter Hofer und seinem Betreuerstab, der mit seinen taktischen Formeln den Titel nahezu akribisch berechnet, ging es dennoch immer um die Summe der Puzzle-Teile. Kein Team in der Regionalliga West investierte so viel Arbeit wie der amtierende Meister. Keine Mannschaft nahm den Trainingsbetrieb im Sommer sowie im Winter so früh auf. Und keine Elf strotzte mit so viel Selbstvertrauen wie Anif nach dem Premieretitel im vergangenen Jahr.

Hofer holt das Beste aus den Spielern

Hofers Plan ging am Ende zumindest in der Liga auf: Er versteht es, Spieler für den Profi-Fußball auszubilden und hat stets adäquaten Ersatz in der Hinterhand parat. Der 48-jährige Kuchler rotierte mit Maß und Ziel, schenkte seinen Stammspielern Vertrauen und Freiheiten. Die Spieler zahlten es ihm in Form von konstanten Leistungen zurück. Marco Hödl traf wie am Fließband, Josef Stadlbauer und Simon Sommer spielten auf wie zu ihren besten Zeiten. Fabian Altmanninger ersetzte den Abgang von Constantin Rainer (SV Ried) mehr als würdig. Anif punktete mit ihrer Stammelf konstant, verlor nur zwei Mal in der Meisterschaft.

Greil steigert sich – noch einmal

Ein Spieler fehlt in der Auflistung der Anif-Leistungsträger natürlich: Patrick Greil. Das Herzstück der Hofer-Elf zeigte mit Geniestreichen auf. Mittlerweile beherrscht der 21-Jährige sein Talent und nicht umgekehrt: Der Salzburger hat den Sinn für die einfachen Aktionen gefunden.

“Greili” weiß genau, wann er das Spiel schnell machen und wann das Tempo herausnehmen muss. Er vereint Weitsicht und Überblick, schaut sich ständig um, kontrolliert Ball und Spiel nach Belieben. Als sein Kumpel und Leistungsträger Sebastian Wachter den Verein im Winter Richtung Grödig verließ, übernahm er gemeinsam mit Rene Zia das Zepter. Im Frühjahr dirigierte das “magische Dreieck” nach der Rückkehr von Wachter die Mannschaft von Sieg zu Sieg. Sie sind das Herz des Anif-Spiels.

Oft hatten Patrick Greils Gegenspieler das Nachsehen/Krugfoto Oft hatten Patrick Greils Gegenspieler das Nachsehen./Krugfoto ©

Dominanz statt Halligalli

Trotz Meistertitel: Von einem Leistungsabfall nach der Rekordsaison mit 80 Punkten und 99 erzielten Toren zu sprechen, wäre vermessen. Mit dem Ziel, in die zweite Liga aufzusteigen, präsentierte sich Anif stets konzentriert. Gastager und Co. wollten nichts dem Zufall überlassen und hatten stets den ersten Platz vor den Augen. Der unbändige Wille war zu spüren. Sowie jedes Spiel dominieren und kontrollieren zu wollen. Fünf Siege mit einem Tor Unterschied stand stellvertretend für den Fokus auf die nächsten drei Punkte. Die Tor-Marke von 100 erzielten Treffern geriet dabei gänzlich in den Hintergrund. Oft zeigten sie Dominanzfußball statt Halligalli.

Die Konkurrenz schläft (nicht)

67 Punkte genügten heuer zur vorzeitigen Meisterschaft. Im Vorjahr mussten 74 Zähler eingefahren werden. Das liegt auch daran, dass diese Saison fünf Unentschieden – fünf mehr als 2017 – zu Buche stehen. Grund dafür war, dass die Konkurrenz nicht schlief und Anif stets Paroli bot. Der Druck von den ambitionierten Grödigern, die zu Saisonstart mächtig aufrüsteten, trieb Anif zu Höchstleistungen an. Altachs Amateure und Schwaz lieferten den Flachgauern zwischenzeitlich einen Titel-Dreikampf und schliefen nicht.

Mischung stimmt bei Anif

Heuer hat die Mischung aus starken Individualisten, hungrigen Younsters und einigen Willenssiegen zum Meistertitel gereicht. Ob dies auch in den kommenden Jahren genügen wird? Der Kader bleibt großteils zusammen. Nur mit Philip Scherz hängt ein Routinier seine Schuhe an den Nagel. Stadlbauer könnte Richtung Grödig abwandern. Kann Hofer gemeinsam mit Obmann Norbert Schnöll und dem sportlichen Leiser Helmut Fraisl einmal mehr einen starken Kader präsentieren? Das wird nötig sein, wenn Anif seinen dritten Titel in Folge feiern will.

Die Krux mit dem Flutlicht

Dass es heuer zu keinem Aufstieg der Erfolgself kam, lag einzig am fehlenden Flutlicht sowie an den finanziellen Kapazitäten für ein Exil in Grödig. Neben Golling, Union Hallein und Strobl kann Anif als einer von vier Vereinen (bis hin zur Salzburger Liga) kein Licht am Hauptplatz vorwiesen. Den großen Wurf peilt der zweifache Meister im kommenden Jahr an. Der Umbau ist für die TV-Übertragung zwingend erforderlich – dafür müsste aber die Gemeinde mitspielen.

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