Sechs Millionen Euro für Opfer von Katastrophen in Salzburg

In Großarl hat eine Mure große Schäden angerichtet. (Archivbild)
In Großarl hat eine Mure große Schäden angerichtet. (Archivbild) - © Land Salzburg / Manuel Gruber
Das Jahr 2017 war geprägt von vielen Murenkatastrophen. Der Katastrophenfonds des Landes half insgesamt in 1.189 Schadensfällen, davon waren 772 Mal Vermurungen und Erdrutsche die Ursache. Am Montag tagten die Experten erneut und beschlossen Hilfe in Form von weiteren 2,1 Millionen Euro. Insgesamt wurden für das Jahr 2017 bereits sechs Millionen Euro bewilligt.

Verschlammte Häuser. Eine Mure, die gefilmt wurde und um die Welt ging. Ein Mann, der seine Mutter aus dem Pflegebett reißt und sie so vor den heranschießenden Geröllmassen rettet. Diese Bilder haben sich im Sommer 2017 in die Köpfe der Salzburger gebrannt. Der Katastrophenfonds springt in diesen Fällen ein. „1.189 Fälle mit einer Gesamtschadenssumme von 8,7 Millionen Euro im Jahr 2017 wurden in der Fondskommission behandelt, 292 Fälle werden noch begutachtet“, erklärt Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP).

Fest steht für Landesrat Schwaiger aber auch, dass der Katastrophenfonds nicht alles abfangen kann. Er betont: „Das Land Salzburg verfolgt damit das Ziel, Bürgerinnen und Bürger in existenzgefährdenden Situationen zu helfen. Dieser Fonds ersetzt jedoch keine Elementarversicherung.“

2017 war ein extremes Murenjahr

Insgesamt kann man 2017 mit 1.189 Katastrophenfällen als außergewöhnlich bezeichnen. Die häufigsten Katastrophen: 772 Mal gab es Vermurungen und Erdrutsche, 336 Schadensfälle durch Orkane sowie 46 durch Hochwasser. „Experten sind sich einig, dass in Zukunft mit mehr lokalen Extremwetterereignissen zu rechnen ist. Wo keine Geschiebesperren vorhanden sind, werden mehr Vermurungen auftreten, besonders an den steilen Hängen in den Gebirgsgauen“, fasst Schwaiger die Prognosen zusammen, betont aber gleichzeitig: „Die Schutzbauten zeigen ihre Wirkung. Sonst wäre vor einem Jahr noch weitaus mehr passiert. Dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind, darüber bin ich sehr erleichtert.“

Sofortmaßnahmen verhindern noch größere Schäden

Verletzte gab es keine, aber die ländliche Infrastruktur hat im Jahr 2017 unter den Unwettern gelitten. Wege, Brücken, Bachläufe, Sperren, Kanäle und vieles mehr mussten saniert beziehungsweise freigeräumt werden. „Wird eine Sperre durch ein Unwetter angefüllt, ist es essenziell, sie schnell zu räumen, um noch Schlimmeres zu verhindern, falls es weiter regnet. 3,6 Millionen Euro wurden daher für die Soforthilfe-Einsätze im Jahr 2017 ausgegeben“, sagt Schwaiger.

Daten und Fakten Katastrophenfonds 2017:

  • Gesamtschadenssumme: 8.736.435 Euro
  • Bisherige Beihilfe: 6.025.259 Euro (davon 40 Prozent Landes- und 60 Prozent Bundesmittel)
  • 722.803 Euro Sofortanweisungen, 620.633 gegen Rechnungslegung und 786.747 Euro Soforthilfe-Einsätze abgesegnet
  • Großarl hat es besonders hart getroffen: 206 Schadensfälle im Jahr 2017 mit einer bisherigen Schadenssumme von 2,3 Millionen Euro. 1,8 Millionen Euro Hilfe wurde zugesagt.

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