Segelohren – Muss man sie hinnehmen?

Muss man Segelohren wirklich hinnehmen?
Muss man Segelohren wirklich hinnehmen? - © HdS
“Dumbo” oder “Segelohr” – Nico wurde, vor allem im Kindergarten, immer wieder gehänselt und verspottet. Seine abstehenden Ohren waren ein perfektes Angriffsziel für die anderen Kinder. Heute ist Nico bereits in der ersten Schulklasse. Ob er noch immer gehänselt wird? Nein. Seine Ohren wurden nämlich korrigiert. Nico ist heute sechs Jahre alt und hat, der Meinung ist zumindest seine Mutter Janina, die “schönsten Ohren der Welt”. 

Körpermerkmale, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, sind oft der Grund für starrende Blicke, spöttische Bemerkungen oder Ausgrenzungen. Selbst wenn die Umwelt nicht direkt auf einen optischen Makel reagiert, leben viele Betroffene ständig mit dem Gefühl unangenehm aufzufallen. Menschen mit abstehenden Ohren sind diese Empfindungen oft nur allzu gut vertraut.

Zwar kommen manche ganz gut damit zurecht, zum Beispiel Prinz Charles oder die Schauspielerin Sophie Marceau, um zwei prominente Beispiele zu nennen. Für andere ist das jedoch nur ein schwacher Trost. Sich die Ohren anlegen zu lassen zählt darum zu den häufigsten Eingriffen im Bereich der kosmetischen Chirurgie.

Ist eine Ohrenkorrektur notwendig?

Ohren sind ähnlich individuell wie Fingerabdrücke. Zudem sind sie bei den meisten Menschen von Natur aus asymmetrisch. Wann sprechen Fachleute von abstehenden Ohren? Vereinfacht gesagt, wenn der Rand der Ohrmuschel mehr als 2 cm vom Kopf entfernt ist oder wenn die Ohrmuschel in einem Winkel von über 30 Grad absteht. Das eigene Empfinden spielt aber bei einer Entscheidung eine größere Rolle als die objektive Definition.
Die Hörleistung tangieren abstehende Ohren kaum. Daher handelt es sich bei Segelohren zwar um eine Fehlbildung, jedoch sind sie keine Erkrankung im herkömmlichen Sinne. Wer sich nicht daran stört, hat also keinen Bedarf, etwas dagegen zu unternehmen. Spott beziehungsweise die Angst davor kann aber zu psychischen Problemen und Minderwertigkeitskomplexen führen. Eine Operation kann diesen Belastungen abhelfen.

Eine Korrektur ist früh möglich

Die Ohren wandeln sich ein Leben lang, das Wachstum findet aber vor allem bis zum circa fünften Lebensjahr statt. Das Mindestalter für den Eingriff wird daher meistens mit sechs Jahren angegeben. Für Eltern, die ihre Kinder vor Hänseleien in der Schule bewahren wollen, ist dies eine gute Nachricht. Eine Operation vor der Einschulung ist möglich.
Bis zum vierzehnten Geburtstag besteht sogar die Chance, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Voraussetzung ist das Vorliegen einer psychischen Beeinträchtigung, möglicherweise wird als Nachweis dafür ein psychologisches Gutachten gefordert.

Danach muss man für die Operation selber in die Tasche greifen. Die Preise variieren stark, im Schnitt sollte man aber mit 2.000 bis 3.000 Euro für beide Ohren rechnen.

Unterschiedliche Techniken

Wie eine Operation abläuft hängt vom Alter des Patienten, den Ursachen für die Fehlbildung, dem behandelnden Arzt und nicht zuletzt von der Beschaffenheit der Ohren ab. Immerhin ist der Spuk nach 60 bis 90 Minuten vorbei. Kinder bekommen davon nichts mit, sie erhalten meist eine Vollnarkose. Bei Erwachsenen wird die örtliche Betäubung bevorzugt.

Allen Patienten gemeinsam ist der Kopfverband, der nach der Operation für einige Tage getragen werden muss. In den darauffolgenden Wochen sorgen stabilisierende Stirnbänder für Schutz vor Verletzungen. Trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen und anfangs vor allem auf Sport verzichten.

Risiken des Eingriffs

Normalerweise verläuft die Heilung problemlos und ist kaum schmerzhaft. Wie bei jeder Operation sind Komplikationen nicht gänzlich auszuschließen. So kann es zu Schwellungen oder Nachblutungen kommen. Durch eine Infektion sind Probleme bei der Wundheilung möglich. Auch das Empfinden kann nach dem Eingriff etwas anders sein, die Ohren können sich steifer und anfangs möglicherweise taub anfühlen. Bei Kindern bilden sich darüber hinaus in einzelnen Fällen auffällig große Narben.
Jedenfalls sollte der Patient keine Perfektion erwarten. Eine Garantie für ein völlig symmetrisches Erscheinungsbild gibt es nicht.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Person in Salzburg-Lehen aus S... +++ - Drei Verletzte bei Brand in He... +++ - Neun Personen beim Atrium West... +++ - Notorischer Salzburger Kunstdi... +++ - VCÖ-Bahntest: Silber für Salzb... +++ - Postings in rechtsextremem For... +++ - Pfarrwerfen: Fünf Verletzte be... +++ - Summer Fusion: Freiluftparty i... +++ - Nach Nein zu Pendlermaut: Padu... +++ - Polizeihubschrauber birgt am H... +++ - Pfefferspray-Attacke bei versu... +++ - Seekirchen: Mann mit über 100 ... +++ - Kandidaten für Nationalratswah... +++ - Niki braucht offenbar millione... +++ - Schwerer Motorradunfall auf B1... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen