Seit knapp 30 Jahren mit dem Taxi durch Salzburg

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Als Taxifahrer erlebt Heinz Eschenlohr so einiges – auch kurioses
Als Taxifahrer erlebt Heinz Eschenlohr so einiges – auch kurioses - © Neumayr/Leo
Seit knapp 30 Jahren sitzt der Salzburger Heinz Eschenlohr am Steuer eines Taxis und bringt Fahrgäste in der Mozartstadt von A nach B. Während dieser langen Zeit hat er bereits einige kuriose Situationen erlebt. Im Gespräch mit SALZBURG24 erinnert sich der 50-Jährige zurück.




In Salzburg sind rund 1.300 Taxifahrer in insgesamt 480 Taxis unterwegs, weiß Erwin Leitner, Branchenobmann bei der Wirtschaftskammer Österreich. Zu den Hauptzeiten seien es zwischen 300 und 350 gleichzeitig. Einer von ihnen ist seit knapp 30 Jahren auch Heinz Eschenlohr.

Mit dem Taxi auf Spionagefahrt durch Salzburg

Erlebt hat der Salzburger bei seinen Taxifahrten in den vergangenen Jahren bereits einiges. So erzählt er beispielsweise von einer kuriosen Spionagefahrt. “Die Dame hatte den Verdacht, dass ihr Mann sie betrügt. Am Anfang war es für mich noch gar nicht so offensichtlich, aber ich bin recht schnell dahinter gekommen, warum wir mehrere Lokale in Salzburg anfahren”, erzählt Eschenlohr. Schwierig sei es für ihn geworden, als er “mit einem Foto des Mannes in eine Bar hätte gehen sollen, um zu schauen, ob er drinnen sitzt und vor allem mit wem”. Das habe der Taxler aber zum Glück abwenden können. “Wer weiß, was da passiert wäre.” Ob sich der Verdacht bewahrheitet hat, habe er allerdings nie erfahren.

Ein wahrlich glückliches Ende nahm hingegen die Taxifahrt von werdenden Eltern ins Salzburger Landeskrankenhaus. “‘Ich glaub, jetzt ist es soweit!’, hat die Frau plötzlich gerufen. Sie war gestresst, ihr Mann war gestresst – und das hat sich auch auf mich übertragen”, erzählt er auf rasante Weise. Aber es sei noch alles gut gegangen. Wenige Tage später habe er die kleine Familie – nun zu dritt – wieder nach Hause bringen können. “Das sind wirklich schöne Erlebnisse”, so Eschenlohr, “man bekommt wirklich Einblick in das Leben seiner Fahrgäste”.

“Viele zahlen, dass man zum Kaffee bleibt”

Manchmal hingegen sei dies auch erschreckend. Gerade wenn man ältere Fahrgäste aus der Wohnung abhole oder ihnen Einkäufe zur Tür bringe. “In Salzburg leben generell viele alte Menschen, die alleine sind und wen zum Reden suchen”, sagt er, “viele würden auch dafür zahlen, dass man einfach nur zum Kaffee bleibt”. Von einer älteren Dame, die er seit Jahren regelmäßig ins Restaurant, zum Einkaufen oder zum Arzttermin fährt, habe er sogar den Wohnungsschlüssel erhalten. “Ich bin inzwischen ihre einzige Bezugsperson. Wir sehen uns nahezu jeden Tag. Da baut man schon eine persönliche Bindung auf und entwickelt über die lange Zeit ein Verantwortungsgefühl”, erzählt Eschenlohr.

Aber der erfahrene Taxler hat auch Geschichten zum Schmunzeln parat. So habe er eines Morgens beim Autoputzen Unterwäsche auf der Rückbank gefunden. “Wie das passieren konnte, weiß ich nicht”, lacht Eschenlohr, “bemerkt habe ich während der Fahrt nichts, also gehe ich davon aus, dass sie jemandem aus der Tasche gefallen ist.” Details nennt er keine. Denn Verschwiegenheit gehöre auch zum Beruf des Taxifahrers dazu, ist er überzeugt. “Was die Menschen in meinem Auto reden, bringt zwar mich manchmal zum Schmunzeln, geht aber niemanden anderen etwas an”, sagt er abschließend.

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