Seit wann ist der 1. Mai ein Staatsfeiertag?

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Auch in Österreich finden alljährlich Maiaufmärsche statt.
Auch in Österreich finden alljährlich Maiaufmärsche statt. - © APA/HERBERT NEUBAUER/Archiv
Vor 128 Jahren wurde der 1. Mai erstmals als der Tag der Arbeit begangen. Wie es dazu kam und seit wann dieser Tag in Österreich als Staatsfeiertag gilt, erfahrt ihr hier.

Der 1. Mai wurde per Gesetzesänderung vom 20. August 1949 als Staatsfeiertag eingeführt. Seine Entstehung führt aber zum Kampf der Arbeiterschaft um den Acht-Stunden-Tag zurück ins 19. Jahrhundert.

Weltweite Massendemonstrationen am 1. Mai

Im Jahr 1890 machten Arbeiter zum ersten Mal mit weltweiten Massendemonstrationen unter dem Motto “Heraus zum 1. Mai” auf ihre Forderungen aufmerksam. Ein Jahr zuvor hatte die Zweite Internationale der sozialistischen Arbeiterbewegung auf ihrem Gründungskongress in Paris diesen “Kampftag der Arbeit” begründet. Das Datum wurde festgelegt zur Erinnerung an den blutig niedergeschlagenen Generalstreik amerikanischer Arbeiter in Chicago im Mai 1886. Sie waren für den Acht-Stunden-Tag eingetreten, der auch bei den ersten europäischen Kundgebungen im Mittelpunkt der Forderungen stand.

Der Brüsseler Kongress der Zweiten Internationalen von 1891 beschloss dann, den 1. Mai fortan alljährlich zu begehen – als “Festtag der Arbeiter aller Länder, an dem die Arbeiter die Gemeinsamkeit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden sollen”. Heute ist der “Tag der Arbeit” in zahlreichen Ländern ein gesetzlicher Feiertag, unter anderem auch in Österreich.

Führende Rolle Österreichs

In der Geschichte des 1. Mai nimmt Österreich eine führende Position ein: Der Gründer der österreichischen Sozialdemokratie, Victor Adler, hatte der Idee bei der Konferenz in Paris 1889 zwar prinzipiell zugestimmt, sah damals ihre praktische Realisierung im “armen Österreich” aber mit Skepsis. Er sollte sich irren. Friedrich Engels stellte später fest, dass “Feind und Freund darüber einig sind, dass auf dem ganzen Festland Österreich und in Österreich Wien den Festtag des Proletariates am glänzendsten und würdigsten begangen hat.”

In den Anfangsjahren waren zentrale Forderungen der österreichischen Arbeiter die Einführung des allgemeinen Wahlrechts sowie die Alters-, Invaliditäts-, Witwen- und Waisenversorgung.

“Rebellensonntag” wird zum Staatsfeiertag

Zum offiziellen Festtag wurde der 1. Mai in Österreich freilich erst nach dem Ende der Monarchie. Die Nationalversammlung beschloss 1919, den 1. Mai zum “allgemeinen Ruhe- und Festtag” zu erheben. Der “Rebellensonntag” von einst war zum Staatsfeiertag geworden. Die Regierung Dollfuß verbot allerdings Jahre später jede Straßendemonstration und nahm 1933 den Maifeiern ihre traditionellen Inhalte. Unter dem NS-Regime wurde der Tag als “Tag der nationalen (bzw. deutschen) Arbeit” begangen.

Nach Kriegsende hatte das bis 1955 besetzte Österreich lange keinen offiziellen Staatsfeiertag. Ganz formell wurde zwar per 20. August 1949 der 1. Mai wieder als Staatsfeiertag eingeführt. Der 1. Mai 1955 stand ganz im Zeichen der erfolgreichen Moskauer Staatsvertragsverhandlungen über die österreichische Unabhängigkeit und der Aussicht auf ein freies, neutrales und unabhängiges Österreich.

Dies wurde durch die Unterzeichnung des Staatsvertrages vom 15. Mai 1955 und des Beschlusses des Neutralitätsgesetzes zum 26. Oktober 1955 schließlich besiegelt.

(APA/S24)

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