23. Oktober 2012 13:06; Akt.: 23.10.2012 13:06

Sekretär des tschechischen Präsidenten kündigte “EU-Austritt” an

Internetauftritt des EU-Skeptikers Ladislav Jakl. Internetauftritt des EU-Skeptikers Ladislav Jakl. - © www.ladislavjakl.cz
Der Sekretär des tschechischen EU-kritischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus, Ladislav Jakl, ist für seine umstrittenen Aussagen bekannt. Nun hat Jakl, der selbst für das Amt des Staatschefs kandidiert, im Internet im Rahmen seines Wahlkampfes eine fiktive “Präsidenten-Neujahrs-TV-Ansprache” veröffentlicht, in der er den Austritt Tschechiens aus der EU angekündigte.

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“Liebe Mitbürger, erlauben Sie mir, Ihnen eine grundsätzliche Entscheidung mitzuteilen. Heute Vormittag habe ich im Namen der Tschechischen Republik einen Brief an den Vorsitzenden des EU-Rates geschickt, dass die Tschechische Republik mit dem heutigen Tag aus der EU austritt und wieder ein unabhängiger und freier Staat wird. Die Zeit des Brüsseler Diktats ist vorbei”, erklärte Jakl in dem Video.

Jakl ist extremer EU-Kritiker

Laut Jakl bringe die EU-Mitgliedschaft Tschechien “mehr Schaden als Nutzen”. “Wegen der EU haben wir die Natur vernichtet, teuren Strom, schlechte Gesetze und wir sind nicht frei”, argumentierte der Sekretär des ebenfalls als äußert EU-kritisch bekannten Staatschefs. Jakl hatte seine Kandidatur im August angekündigt. Die nicht im Prager Parlament vertretene, EU-kritische Partei freier Bürger (SSO), die Klaus nahe steht, hat ihn nominiert. Allerdings werden ihm nur minimale Chancen beschieden, tatsächlich zum Nachfolger von Klaus gewählt zu werden.

Umstrittene Äußerungen getätigt

Er gilt nicht nur wegen seiner europaskeptischen Haltung als umstrittene Figur der tschechischen Politik. Für Aufregung sorgte auch seine Äußerung zu den Protesten gegen Präsident Wladimir Putin in Russland. Jakl erklärte: “Die Oppositionskräfte in Russland sind Kommunisten. Kein Wunder, dass die Ergebnisse der Wahlen ihnen nicht gefallen.” Im Vorjahr hatte er außerdem für Aufsehen gesorgt, als er in einem Interview erklärte, dass alle Musikgruppen – auch Neonazi-Bands – das Recht auf Meinungsfreiheit hätten und niemand sie und die Texte ihrer Lieder kontrollieren sollte.

(APA)



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