Selbstfahrender Bus dreht erste Runden durch Salzburg

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Der Bus bei seiner ersten Ausfahrt.
Der Bus bei seiner ersten Ausfahrt. - © APA/Gindl
Am Mittwochvormittag drehten Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ), Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und Co. eine erste Runde mit dem selbstfahrenden Minibus. Im Anschluss waren Journalisten dran – ein Video der ersten Fahrt gibt es hier.

Der selbstfahrende Bus ist als Ergänzung für den öffentlichen Verkehr gedacht. Er soll die letzten Kilometer von der nächstgelegenen Bus- oder Bahnhaltestelle bis zur Haustür abdecken. Bis zu fünfzehn Personen haben in dem Minibus Platz. Der “Navya Arma” kommt aus Frankreich und wird schon in verschiedenen Städten, wie etwa in Sion (Schweiz), erfolgreich eingesetzt.

Salzburg will neue Technologien integrieren

Das Forschungsinstitut Salzburg Research bewirbt sich für das Bundesland als Testregion. Grundlage hierfür ist das Mobiliätskonzept des Landes „salzburg.mobil 2025“. Landesrat Hans Mayr (SBG) sagt hierzu: „Die Integration neuer Technologien stellt einen wesentlichen Bestandteil unseres Mobilitätskonzeptes dar und hilft dabei das Verkehrssystem attraktiver und effizienter zu gestalten und dem Wunsch der Bürger nach Multimodalität, also freier Verkehrsmittelwahl, nachzukommen.

Erzbischof musste im selbstfahrenden Bus nicht beten

Die „letzte Meile“ soll laut Salzburg Research mit dem autonom fahrenden Minibus in der Stadt Salzburg abgedeckt werden. Am Mittwoch sammelten Politiker und der Erzbischof erste Eindrücke davon, wie es ist mit einem Bus zu fahren, bei dem niemand am Steuer sitzt. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner verließ nach der Testfahrt erleichtert das Fahrzeug. „Es war ein tolles Erlebnis. Ich musste nicht beten, wie beim Fliegen“, sagte er im Anschluss. Die mitfahrenden Politiker waren positiv überrascht davon, dass man kaum merkt, dass kein Fahrer an Bord ist. Und auch Gemeinderat Bernhard Auinger (SPÖ) ist überzeugt: „Der automatisierte Verkehr wird kommen. Laut Experten ist das 2030 wahrscheinlich Standard.“

Fahrt mit autonomen Bus durch Salzburg

Auch SALZBURG24 hat es sich nicht nehmen lassen und hat eine Runde mit dem Bus vom Domplatz bis zum Festspielhaus und wieder retour gedreht.

Multi-Sensor-Technologie für Minibus

Der Minibus kann bis zu 15 Personen transportieren und fährt ganzheitlich elektronisch mit bis zu 50 km/h – bei der Testfahrt waren es nur etwa acht Kilometer pro Stunde. Technologisch ist der Bus mit Mulit-Sensor-Technologie ausgestattet und fährt auf einer programmierten Route. Bei den Testfahrten ist ein Operator an Bord, der im Fall der Fälle eingreifen kann. Ziel ist es, dass die Busse auch ohne Kontrollpersonen fahren können. In Zukunft sollen sie über eine Leitzentrale kontrolliert werden, und im Endeeffekt vollautomatisiert fahren. „Um dieses Ziel zu erreichen, sind wesentliche technologische, organisatorische, rechtliche aber auch sozioöonimische Herausforderungen zu bewältigen“, heißt es in einer Aussendung von Salzburg Research.

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