Seniorenticket: Senioren fahren um 299 Euro durch das ganze Land

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Von links: Allegra Frommer (SVV), Landesrat Hans Mayr und Andrea Eder-Gitschthaler (Vorsitzende des Salzburger Seniorenbundes).
Von links: Allegra Frommer (SVV), Landesrat Hans Mayr und Andrea Eder-Gitschthaler (Vorsitzende des Salzburger Seniorenbundes). - © Neumayr/MMV
Ab kommenden Jahr können Salzburger ab 63 Jahren günstiger mit den Öffis fahren: Um 299 Euro geht es dann durch das ganze Land. Familien sollen weiter günstig fahren, auch die teure Mitnahme von Hunden soll fallen. Einige Punkte sind aber noch in der Schwebe, Partnerunternehmen müssen die Vertragsentwürfe von Land Salzburg und Salzburger Verkehrsverbund noch bestätigen.

Im Bundesland Salzburg soll ab kommenden Jahr eine günstige Seniorennetzkarte kommen: Um 299 Euro können Senioren, also alle ab 63 Jahren, das Bundesland dann mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln durchqueren. Eine zusätzliche Vorteilscard ist dafür dann nicht notwendig. Der Salzburger Verkehrsverbund (SVV) erzielte eine grundsätzliche Einigung mit dem Partnerunternehmen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Nun müssen die Vertragsentwürfe von den Verkehrspartnern noch abgesegnet werden. Die Kosten des Seniorentickets sollen sich selbst tragen.

Was die Seniorennetzkarte bringen soll und was für Familien und Hundehalter im öffentlichen Verkehr getan werden soll, lest ihr hier.

Das bietet die Seniorennetzkarte

Die Seniorennetzkarte wird 299 Euro pro Jahr kosten und kann von Personen, die älter als 63 Jahre alt sind, erworben werden. Alternativ zum Jahrespreis gibt es die Möglichkeit einer monatlichen Abbuchung zu 25 Euro. Gültig ist die Karte in allen Linien des Salzburger Verkehrsverbunds in Stadt und Land Salzburg sowie auf der Gesamtstrecke der Salzburger Lokalbahn bis zum Bahnhof Ostermiething, auf der Buslinie 260 Salzburg – Lofer – Zell am See sowie den Buslinien 150 bis Bad Ischl, 140 bis Mondsee und der Mattigtalbahn bis zum Bahnhof Friedburg. Der geplante Einführungstermin für die Seniorennetzkarte ist der 10. Dezember 2017, der Verkauf startet bereits im Herbst.

Ticket soll sich selber tragen

Das Ticket soll sich langfristig selber tragen. Für den Kauf der Seniorennetzkarte wird keine ÖBB Vorteilscard Senior vorausgesetzt. “Da wir von Anfang an in die Überlegungen und Verhandlungen eingebunden waren, konnten wir unsere Vorstellungen in einem guten Miteinander einbringen. Ich bin überzeugt, dass dieses neue Angebot breite Zustimmung findet und appelliere an alle Senioren und Seniorinnen, diese Karte zu kaufen und so nachhaltig sicherzustellen”, betonte Andrea Eder-Gitschthaler, Vorsitzende des Landes-Seniorenbeirats.

Breite Nachfrage ist für die Finanzierung wichtig, denn das Produkt ist nachfrageorientiert. Auch “die Förderung richtet sich nach der Anzahl der verkauften Tickets. Je erfolgreicher das Produkt, umso weniger muss die öffentliche Hand zuschießen”, erklärte Landesrat Hans Mayr.

Bei der ÖVP begrüßt man die günstige Karte für ältere Bürger. “Ich hoffe, die Seniorennetzkarte wird – wie heute angekündigt und vorgestellt – realisiert. Der Salzburger Seniorenbeirat und auch wir als Salzburger Volkspartei fordern schon seit längerem eine Umsetzung des vergünstigten Tickets. Daher ist es zu begrüßen, dass das Seniorenticket nun kommt”, zeigte sich ÖVP-Seniorensprecherin Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf erfreut.

Familien müssen günstig fahren, sind sich Frommer und Mayr einig./Neumayr/MMV Familien müssen günstig fahren, sind sich Frommer und Mayr einig./Neumayr/MMV ©

Vergünstigungen für Familien sollen bleiben

Bei Vorweis eines amtlichen Familienpasses zahlen die Erwachsenen nur die Hälfte, Kinder fahren gratis. Im Salzburger Verkehrsverbund wird nicht nur der Salzburger Familienpass anerkannt, sondern auch die amtlichen Familienpässe der anderen Bundesländer. Das Land Salzburg und der SVV stemmen sich gegen Vorstöße, die Familienpässe nicht mehr anzuerkennen. Auch hier ist die Position von Land und Verkehrsverbund klar: Eine Rücknahme der Berechtigungen ist das falsche Signal an die Kundinnen und Kunden, denn Kinder sind die Fahrgäste von morgen”, so Mayr und Verkehrsverbund-Geschäftsführerin Allegra Frommer unisono.

Verkehrsunternehmen will Gratisregelung für Kindergartengruppen kippen

Seit eineinhalb Jahren fahren alle Kindergartengruppen mitsamt ihren Begleitpersonen im ganzen Bundesland gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei bis zu zehn Kindergartenkindern dürfen zwei begleitende Personen gratis mitfahren, bei elf bis 20 Kindern sind es vier Begleitpersonen, bei weiteren zehn Kindern jeweils zwei weitere. Ein Verkehrsunternehmen wollte kürzlich eine Abänderung zu Ungunsten der Kinder erwirken. Die Position des Salzburger Verkehrsverbunds ist hier klar für die Beibehaltung der bestehenden kinderfreundlichen Regelung.

Einführung der Gratis-Mitnahme für Hunde gefordert

In andern Verkehrsverbünden ist bei den Zeitkarten die Mitnahme von Hunden gratis. Wer also in Wien eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr kauft, kann seinen Vierbeiner mitnehmen, ohne jedes Mal extra für ihn bezahlen zu müssen, teilte das Land Salzburg in einer Aussendung mit. Beim Verkehrsverbund Tirol heißt es generell: “Den besten Freund des Menschen befördern wir gerne unentgeltlich.” Beim Münchner Verkehrsverbund gilt, dass “pro Fahrgast mit gültiger Fahrkarte ein Hund kostenlos mitgenommen werden kann”. Im Salzburger Verkehrsverbund ist für den Hund bei Einzelfahrten der Minimumtarif zu lösen, bei Zeitkarten der Normalpreis, Jahreskarten werden gar nicht angeboten.

Mehr als 1.000 Euro für Hund und Herrl

Beispiel: Ein Jahreskartenkunde zahlt in der Stadt Salzburg 379 Euro, will er seinen Hund regelmäßig mitnehmen, ist die günstigste Variante, dass zusätzlich jeweils Monatskarten um 52,90 Euro gelöst werden. Bei zwölf Monatskarten wären das 634,80 Euro. In Summe müssen heute für Hund und Herrl für die Kernzone Salzburg also 1.013,80 Euro bezahlt werden. Die Kosten für den Hund machen dabei übrigens 63 Prozent der Gesamtkosten aus. “Der Verkehrsverbund hat bereits vor zwei Jahren die Gratis-Mitnahme von Hunden für Zeitkartenbesitzer vorgeschlagen, ist aber am Veto der Verkehrsunternehmen gescheitert. Im Gegensatz zu anderen Regionen fordern die Verkehrsunternehmen in Salzburg nun sogar eine Verschärfung der bestehenden Tarife. Land und Verkehrsverbund setzen sich weiterhin für eine Vereinfachung der Regelung ein und hoffen, dass man sich noch mehr wie bisher an den Kundenwünschen und anderen, erfolgreichen Regionen orientiert”, so der Landesrat.

Mayr fordert: Nur einen statt drei Fahrplanwechsel

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im öffentlichen Verkehr ist die Verlässlichkeit. Das Beispiel S-Bahn Salzburg zeigt, dass pünktliche, verlässliche Verbindungen auch sehr stark nachgefragt werden. Wichtig ist für Landesrat Mayr deshalb auch, dass Taktfahrpläne über längere Zeit stabil sind. “Es sollte nicht jedes Jahr neue Abfahrtszeiten geben. Mit dem Sommerfahrplan gibt es in der Landeshauptstadt jedes Jahr gleich drei Mal einen Fahrplanwechsel. Europaweit sind Fahrplanänderungen auf Mitte Dezember harmonisiert. Alle Änderungen bei Bus und Bahn werden an diesem Zeitpunkt gleichzeitig durchgeführt. In Salzburg kommt noch die Fahrplanänderung mit Beginn des Sommerfahrplans und mit Ende des Sommerfahrplans hinzu”, sprach sich Mayr für eine Fahrplanänderung im gesamten Verkehrsverbund nur einmal im Jahr aus.

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