Shiffrin feierte in Killington ihren 21. Salom-Sieg

Akt.:
Mikaela Shiffrin jubelte erneut
Mikaela Shiffrin jubelte erneut - © APA (AFP)
Trotz riesiger Nervosität hat Mikaela Shiffrin den Weltcup-Heimslalom in Killington gewonnen. Nach ihrem 21. Triumph vor der Slowakin Veronika Velez-Zuzulova ist die US-Seriensiegerin in der Allzeitwertung schon Dritte. Für die ÖSV-Damen gab es wie befürchtet in Vermont nichts zu holen und im Slalom das 16. Rennen in Folge ohne Podium. Bernadette Schild holte als Achte die ersten Saisonpunkte.

“Ich habe so gehofft, dass das heute klappt. Danke, dass ihr mich so lautstark unterstütz habt, ihr seid die Besten”, bedankte sich Shiffrin nach ihrem emotionalen Erfolg bei den 10.000 Zuschauern, die in erster Linie ihretwegen zum ersten Weltcuprennen an der US-Ostküste seit 25 Jahren gekommen waren.

Als die Olympiasiegerin und Doppel-Weltmeisterin im Ziel auch noch ihre 95-jährige Großmutter Pauline umarmte, war es mit der Beherrschung des 21-jährigen Jungstars endgültig vorbei. Das historische Comeback des Weltcups in den Osten der USA hatte auch Shiffrin eine große Last aufgebürdet. Die Ausnahme-Rennfahrerin ist zwar in Colorado auf die Welt gekommen, ihre Familie stammt aber aus dem Osten, Shiffrin hat an der Burke Mountain Academy in Vermont graduiert.

“Ich hatte einen ganz schlechten Morgen”, gab Shiffrin zu, “supernervös” in den Tag gegangen zu sein. Zudem konnte sie auf dem extrem kurzen Kurs nicht alle ihre Stärken ausspielen. Dennoch setzte sich die Amerikanerin, die ein Jahr davor in Aspen mit über drei Sekunden Vorsprung gewonnen hatte und diesen Winter vermehrt Speed trainiert, einmal mehr klar durch.

Es war ihr fünfter Slalomsieg in Folge und der bereits zehnte in Serie von jenen, zu denen sie angetreten ist. Besser im Slalom ist nur noch Janica Kostelic, die tatsächlich zehn am Stück gewonnen hat. Ohne ihre zweimonatige Verletzungspause im Vorjahr wäre das aber wohl auch Shiffrin problemlos gelungen.

Zumindest mit ihren insgesamt 21 Slalomsiegen hat sie Kostelic (20) nun hinter sich gelassen und ist Dritte hinter Marlies Schild (35) und Vreni Schneider (34). In erster Linie sei sie aber überwältigt von ihrem Heimsieg, meinte die junge Amerikanerin.

“Ich wollte immer schon die Beste der Welt werden. Dafür muss man eben Rekorde brechen”, sagte die Technik-Spezialistin, die kommende Woche in Lake Louise erstmals auch auf die Abfahrt geht. Ihr Ziel ist bekanntlich die große Kristallkugel, nach vier Technik-Rennen hat sie 157 Punkte Vorsprung. Die mit Abstand erfolgreichste aktive Slalomfahrerin war sie schon seit dem Rücktritt von Marlies Schild 2014.

Tags zuvor waren in Killington sogar 16.000 Zuschauer gekommen, wegen des ausklingenden Thanksgiving-Wochenendes waren es am Sonntag trotz des Shiffrin-Faktors weniger an der Rennstrecke in den Green Montains. Bei insgesamt 26.000 Fans sprach man dennoch von US-Weltcup-Rekord.

Zudem war die “Superstar-Piste” deutlich besser als am Samstag. Von den acht Österreicherinnen schafften es auf dem kurzen 55-Tore-Kurs ihres Trainers Hannes Zöchling fünf in das 30er-Finale, mit Schild und Michaela Kirchgasser als Neunte und Zehnte aber nur zwei in den Top Ten. Die ohnehin schon am Bein verletzte Ricarda Haaser hatte wegen ihres neuerlichen Sturzes im Riesentorlauf auf einen Start verzichtet.

Nachdem Katharina Truppe (15.) wie schon in Levi nur im zweiten Durchgang als Fünftschnellste aufzeigte, blieben am Ende die Plätze acht und neun für Schild und Kirchgasser. “In Levi hatte ich wirklich Pech. Jetzt heißt es weiterarbeiten”, war Schild nach ihrem Materialwechsel aber nicht unzufrieden. “Ich brauche jetzt vor allem Tore und Rennen.”

Kirchgasser hatte sich in der Entscheidung akrobatisch ins Ziel gerettet, die routinierte Salzburgerin (31) ist in Abwesenheit von Anna Veith und Eva-Maria Brem als Zehnte beste ÖSV-Dame in der Gesamtwertung. “Gott sei Dank ist es noch so ausgegangen. Das war heute schon ein bisschen mehr Rennfahren, in diese Richtung muss es nun weiter gehen.”

Nur Nina Ortlieb wechselte im Lager der ÖSV-Damen von Killington zu den nun kommenden Speed-Rennen nach Kanada. Schild, Kirchgasser und Co. üben nun zu Hause für Sestriere..

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen