Shiffrin gewann RTL in Squaw Valley, Kirchgasser Elfte

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Shiffrin im ersten Durchgang Schnellste
Shiffrin im ersten Durchgang Schnellste - © APA (AFP)
Mikaela Shiffrin hat mit ihrem 30. Weltcup-Sieg die Entscheidung um die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Riesentorlauf-Wertung vertagt. Die 21-Jährige aus Colorado gewann am Freitag in Squaw Valley das achte Saisonrennen der Disziplin und verkürzte den Rückstand auf die diesmal drittplatzierte Französin Tessa Worley auf 80 Punkte. Platz zwei ging an die Italienerin Federica Brignone. Michaela Kirchgasser landete auf Rang elf, Bernadette Schild patzte.

Die ÖSV-Damen prolongierten indes die Serie von Technikbewerben ohne Podestplatz. Am besten schlug sich Stephanie Brunner als Achte.

Keine ÖSV-Spitzenplätze, Kirchgasser auf Elf

Michaela Kirchgasser landete auf Rang elf. Die Vorarlbergerin Elisabeth Kappaurer profitierte von ihrer niedrigen Startnummer im Finale und katapultierte sich mit Laufbestzeit von Platz 26 auf 16. Auch Katharina Truppe machte als 24. Weltcup-Punkte.

Unerklärlicher Patzer von Schild

Unerklärlich schien der Patzer von Bernadette Schild, die im zweiten Lauf ohne Anzeichen an einem Tor vorbeifuhr und sich nachher fassungslos an den Kopf griff. Ricarda Haaser (34.) und Rosina Schneeberger (39.) scheiterten an der Qualifikation für den zweiten Durchgang. Katharina Gallhuber stürzte. Alle diese vier ÖSV-Läuferinnen verpassten die Qualifikation für den finalen Saison-Riesentorlauf in Aspen.

Shiffrin rettet Minivorsprung ins Ziel

Vizeweltmeisterin Shiffrin, die bereits zur Halbzeit in Front gelegen war, setzte sich mit dem Mini-Vorsprung von 0,07 Sekunden vor Brignone durch. Worley büßte wegen eines verhaltenen zweiten Laufs 0,86 Sekunden ein. Doch auch Shiffrin war in der Entscheidung zunächst alles andere als ideal unterwegs gewesen, holte ihren insgesamt vierten Riesentorlauf-Sieg aber im letzten Sektor von der dritten Zwischenzeit bis ins Ziel mit einem wieder einmal unwiderstehlichen Finish heraus.

“Ich bin ein bisschen herumgeschlagen worden im Mittelteil, in einer Kurve speziell, da habe ich etwas Speed verloren”, sagte die Amerikanerin, die sich über ihren Etappensieg gegen Weltmeisterin Worley freute. “Ich habe eine kleine Chance noch, dafür habe ich hart gekämpft.”

Weil sich die Slowenin Ilka Stuhec im ersten Durchgang einen Ausfall leistete, ist Shiffrin in Sachen Gesamtweltcup bereits fast im sicheren Hafen angekommen. Fünf Rennen vor Schluss (sechs inklusive dem Team-Event beim Weltcup-Finale in Aspen) hat Shiffrin 278 Zähler Vorsprung auf Stuhec, die ihrerseits bereits die kleine Kugel für die Kombinationswertung holte. “In dieser Hinsicht war das natürlich toll heute, aber ich muss mich auf morgen konzentrieren”, meinte Shiffrin.

Kirchgasser unzufrieden mit Trainings

Brunner bilanzierte ebenfalls positiv. “Ich bin sehr zufrieden mit dem achten Platz heute, es war sehr schwierig, heute zu fahren”, sagte die Tirolerin. Auch für Kirchgasser passte das Ergebnis grundsätzlich. “Die Trainingstage waren jetzt nicht wirklich so gut, dass ich mir ein Gefühl hätte aufbauen können”, erklärte die Kombi-Bronzemedaillengewinnerin von St. Moritz.

Am breitesten war das Grinsen aber bei Kappaurer, die in einem Riesentorlauf noch nie in die Punkteränge gefahren war. “Ich war das ganze letzte Jahr verletzt, habe mich jetzt zwölf Monate im Training voll reingehaut”, sagte die 23-Jährige, die im zweiten Durchgang zwischenzeitlich lange geführt hatte. “Das ist schon cool, wenn man da einmal etwas zurückkriegt.”

Im ersten Durchgang geriet die Konkurrenz in dem Winterparadies am Lake Tahoe zu einem Fall für Frühstarterinnen. Die wegen der hohen Temperaturen und des Neuschnees der vergangenen Tage weiche, schmierige Piste gab schneller nach, als erhofft worden war. Nach den ersten zehn Nummern bekamen die Läuferinnen teilweise erhebliche Probleme, zumal die “Red Dog”-Piste auf dem steilen, hängenden Gelände noch dazu keine Fehler zuließ.

“Man fühlt sich einfach nicht gut heute, da passiert einfach zu viel unter den Skiern. Da rattert es einfach nur, man hat es nicht mehr unter Kontrolle, es schlagt die Ski irgendwohin”, lautete die Analyse von Brunner, die auch nach dem ersten Durchgang Achte gewesen war. Schild sprach ein anderes Thema an. “Es sind nicht so tiefe Schläge, aber es sind permanent so Rippen. Aber das Schwierige ist, dass man es echt nicht sieht. Die Bodensicht ist gleich null”, bemerkte die Salzburgerin im ORF-Interview.

Shiffrin kam am besten zurecht und bewertete die Verhältnisse nicht so problematisch wie viele ihrer Kolleginnen. “Der Schnee war besser, als ich gedacht habe. Sie haben einen wirklich guten Job gemacht”, meinte die Slalom-Königin, die in Squaw Valley 2013 und 2014 im Rahmen der US-Meisterschaften bereits Erfahrung auf dem Hang gesammelt hatte. Im März 2014 fuhr sie im Olympia-Austragungsort von 1960 zum nationalen Riesentorlauf-Titel. “Normal habe ich diesen Vorteil nicht, weil wir immer in Europa fahren.”

Im zweiten Durchgang schien die Piste besser zu halten, was die zweitbeste Laufzeit von Brignone mit Startnummer 27 belegte. Worley verpatzte ihren Versuch hingegen und konnte sich gerade noch das Podium retten.

Der letzte Riesentorlauf des Weltcup-Winters 2016/17 findet am Sonntag der nächsten Woche statt. Am Samstag wird in Squaw Valley der Slalom ausgefahren, Shiffrin kann sich vorzeitig ihre vierte kleine Kristallkugel in der Disziplin sichern. In der aktuellen Wertung liegt sie komfortable 145 Punkte vor der Slowakin Veronika Velez Zuzulova.

(APA)

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