“Shisha-Rauchen gehört in Salzburg zum Gesellschaftsleben”

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Shisha-Rauchen sei kein Boom, sondern gehöre zur Gesellschaft dazu, meint ein Ladenbesitzer.
Shisha-Rauchen sei kein Boom, sondern gehöre zur Gesellschaft dazu, meint ein Ladenbesitzer. - © AFP
Was im 16. Jahrhundert in Ägypten seinen Ursprung fand, ist heute bei uns in Salzburg kaum noch wegzudenken: Das Shisha-Rauchen. Die Gemeinschaftskultur, die sich rund um die Wasserpfeife entwickelt hat, hat bis heute Bestand. Aber was macht den Reiz überhaupt aus?




„Das Shisha-Rauchen ist kein Boom mehr, es gehört mittlerweile zu unserer Gesellschaft dazu“, ist Philipp Rauchenschwandtner, Besitzer eines Shisha-Ladens in Freilassing (Lkr. BGL) in Bayern, überzeugt. Rauchenschwandtner erkannte den Trend bereits vor drei Jahren, als er in Salzburg sein erstes Geschäft aufsperrte. Der Markt wachse aber nach wie vor.

Shisha-Rauchen nur in der Gruppe

Aber was ist der Reiz des Shisha-Rauchens? Zum einen sei es sicherlich der süßliche Geschmack des Tabaks, den es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen gibt, hauptsächlich aber das Gesellschaftliche. „Man raucht quasi nie alleine, sondern immer in der Gruppe. Es ist fast wie ein Ritual, die Wasserpfeife wird aufgebaut und man unterhält sich während der Shisha-Session.“

Das gemeinsame Rauchen hat in den arabischen Ländern seinen Ursprung und wird dort bis heute als Symbol der Gastfreundlichkeit angesehen. In den Zeiten des Kolonialismus lernten Menschen aus westlichen Staaten das Shisha-Rauchen kennen. Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert wird mehr Shisha geraucht als zuvor.

Nur gemeinsam wird an der Shisha gezogen./AFP Nur gemeinsam wird an der Shisha gezogen./AFP ©

Wie funktioniert das Shisha-Rauchen?

Der Shisha-Tabak wird meist mit Fruchtaromen geraucht. Besonders beliebt sind derzeit Kirsche, Minze, Melone und Erdbeere. Neue Produkte kommen laufend auf den Markt. Der Rauch wird zunächst in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen, dadurch gekühlt und teilweise Schwebstoffe und wasserlösliche Bestandteile herausgefiltert. Der kalte Rauch lässt sich leichter und intensiver inhalieren als etwa der Rauch einer Zigarette.

Die Temperatur, bei der der Tabak in des Shisha zu qualmen beginnt liegt etwas bei 150 Grad, richtig verbrannt, wie es bei einer Zigarette der Fall ist (diese brennt ab ca. 700 Grad), wird er nicht. So lässt sich der geringere Teergehalt erklären.

„Shisha ist weniger gefährlich als Zigarette“

Die Gefahren und Risiken von Wasserpfeifen, wie sie ein Facharzt und Experten gegenüber SALZBURG24 schilderten, will Rauchenschwandtner nicht so hinnehmen. „Rauchen im Allgemeinen ist für die Gesundheit nicht förderlich, doch Wasserpfeifen sind weniger schädlich als Zigaretten“, meint der Ladenbesitzer. Demnach komme es darauf an, welches Setup, also welchen Wasserpfeifenkopf und welche Kohle der Konsument benutze. „Die selbstzündende Kohle besteht zu 80 Prozent aus Schwefel und Schwarzpulver, während die Naturkohle tatsächlich größtenteils aus Kohle besteht“, erklärt der Experte. In seinem Laden gebe es beides zu kaufen.

Auch in Sachen Tabak hätte sich in den letzten Jahren einiges getan. „Während früher Glyzerin verwendet wurde, wird der Tabak, der heute in den Fachgeschäften erhältlich ist, mit Honig angerührt“, so Rauchenschwandtner. Dieser sei daher weniger gefährlich und schmecke obendrein auch noch viel besser als Zigarettentabak. Auch das Argument vieler Kritiker, dass die Wasserpfeife der Start einer Raucherkarriere bedeute, weist Rauchenschwandtner zurück. „Ich kenne keinen einzigen, der wegen dem Shisha-Rauchen zur Zigarette gegriffen hätte.“

Dennoch sollte beim regelmäßigen Griff zur Shisha nicht ganz vergessen werden: Alle Formen des Tabakrauchens bringen gesundheitliche Risiken und Gefahren mit sich, das ist unbestritten. Es ist grundsätzlich also irrelevant, ob Schadstoffe in einer geringeren oder höheren Dosis enthalten sind.

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