Shitstorm gegen Palmers: Milborn kontert Baumgartner

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Als Reaktion auf Baumgartners Kritik, lud Corinna Milborn den Extremsportler zu sich in die Sendung ein, um sein Frauenbild zu diskutieren.
Als Reaktion auf Baumgartners Kritik, lud Corinna Milborn den Extremsportler zu sich in die Sendung ein, um sein Frauenbild zu diskutieren. - © APA/Herbert P. Oczeret/archiv
Der Shitstorm gegen Palmers zieht immer weitere Kreise: Nachdem Felix Baumgartner PULS-4-Moderatorin Corinna Milborn wegen ihrer Kritik an der Werbung angriff, meldete die sich nun erneut zu Wort und lud den Stratosphären-Springer in ihre Sendung ein.

Felix Baumgartner, früher bekannt wegen seiner Stunts, heute wohl nur mehr wegen seiner Facebook-Kommentare zu Gesellschaft und Politik, ließ auch der Shitstorm gegen Palmers nicht kalt. Mit einer Werbung zu Ostern handelte sich der Unterwäschehersteller zu Beginn dieser Woche jede Menge Kritik in den sozialen Medien ein. Der Salzburger Extremsportler argumentierte daraufhin in der Diskussion schnell gegen PULS-4-Moderatorin Corinna Milborn, die sich am Montag ebenfalls dazu zu Wort meldete.

Felix Baumgartner: “Bei der Figur”

Milborn verglich die Palmers-Werbung mit ihren eigenen Recherchen zum Thema Menschenhandel. Das dürfte Baumgartner aber offenbar entgangen sein, er kommentierte: “Ich finde die Mädels weltklasse und springe da gerne mal dazwischen rein, auch ohne Fallschirm.” Die eigentliche Kritik Milborns tat der Stratosphären-Springer mit einem “bei der Figur auch kein Wunder” ab.

Milborn: “Was Sie da getan haben, ist sehr typisch”

Dass Baumgartner gar nicht auf die Kritik einging, veranlasste Milborn Mittwochnachmittag dazu, erneut ein starkes Statement auf Facebook zu verfassen. Darin schrieb sie: “Sie sind aber nicht auf diese Kritik eingegangen, sondern haben behauptet, ich hätte das Sujet wegen meiner eigenen Figur kritisiert. Ich wollte deswegen zunächst auch gar nicht darauf eingehen. Es haben aber so gut wie alle Medien Ihr Facebook-Posting aufgegriffen, und deswegen antworte ich jetzt doch: Was Sie da getan haben, ist nämlich sehr typisch. Sie haben nicht einen der Männer kritisiert, die das Sujet ebenso gesehen haben, sondern haben sich eine Frau herausgepickt. Und Sie sind nicht auf den Inhalt eingegangen, sondern haben zusammenhanglos mein Aussehen, meinen Körper thematisiert.”

Baumgartner soll in Milborns Sendung auftreten

Abschließend lud die PULS-4-Lady den Extremsportler auch noch in ihre eigene Sendung ein: “Ich möchte Sie einladen, in meine Sendung ‚Pro und Contra‘ auf PULS 4, um mit Ihnen über Ihr Frauenbild und die Auswirkungen zu diskutieren. Sie sind ja schon aus dem All gesprungen, Sie sind also sicher nicht zu feig dafür – oder, um es in Ihrer Sprache zu sagen: Sie haben doch sicher die Eier, sich der Diskussion zu stellen. Ich freue mich darauf.”

Das Posting von Corinna Milborn wurde innerhalb von drei Stunden mehr als 3.000 Mal geteilt, rund 16.000 User reagierten darauf Felix Baumgartner selbst meldet sich dazu noch nicht zu Wort.

Milborns Statement in voller Länge:

Lieber Felix Baumgartner,

ich habe eine Einladung für Sie.

Sie haben mich in einem Facebook-Posting erwähnt, weil ich das Werbefoto eines Unterwäscheherstellers kritisiert habe. Ich erkläre Ihnen gerne nochmal warum: Man sieht darauf Frauen, die kaum bekleidet auf einem schmutzigen Boden liegen und mit dem Gesicht gegen die Wand auf einen Haufen Dreck schauen. Das erinnert mich an meine Recherchen zu Menschenhandel – nämlich an die Fotos, die Frauenhändler von ihren Opfern machen, um dem nächsten Abnehmer die “Ware” zu zeigen: Man sieht da Frauen, wenig oder nicht bekleidet, in Abbruchhäusern oder Kellern, oft von hinten fotografiert, damit man das Gesicht nicht erkennt und die Frauen nicht gefunden werden können. Das ist eine Realität. Und ich finde so eine Ästhetik sehr unpassend für eine Werbung für Unterwäsche zu Ostern.

Sie sind aber nicht auf diese Kritik eingegangen, sondern haben behauptet, ich hätte das Sujet _wegen meiner eigenen Figur_ kritisiert.

Was überhaupt keinen Sinn ergibt.

Ich wollte deswegen zunächst auch gar nicht darauf eingehen. Es haben aber so gut wie alle Medien Ihr Facebook-Posting aufgegriffen, und deswegen antworte ich jetzt doch: Was Sie da getan haben, ist nämlich sehr typisch. Sie haben nicht einen der Männer kritisiert, die das Sujet ebenso gesehen haben, sondern haben sich eine Frau herausgepickt. Und Sie sind nicht auf den Inhalt eingegangen, sondern haben zusammenhanglos mein Aussehen, meinen Körper thematisiert.

Das passiert Frauen dauernd, und es trifft alle: Zu hübsch um ernst genommen zu werden, zu blond um gescheit zu sein, zu sexy oder zu unweiblich, zu stark geschminkt oder zu hässlich, zu dünn oder zu dick, zu alt oder zu dunkelhäutig (oder mit der falschen Figur um eine Meinung zu äußern – was, mit Verlaub, wirklich zum deppertsten gehört).

Ich will nicht, dass Ihr Facebook-Posting – mit dieser Reichweite – dazu führt, dass irgendeine Frau da draußen das Gefühl hat, sie müsse sich erst irgendwelchen Schönheitsvorstellungen von Leuten wie Ihnen beugen, bevor sie in der Öffentlichkeit den Mund aufmacht.

Deshalb möchte ich das gerne mit Ihnen besprechen. Ich möchte Sie einladen in meine Sendung “Pro und Contra” auf PULS 4, um mit Ihnen über Ihr Frauenbild und die Auswirkungen zu diskutieren.

Sie sind ja schon aus dem All gesprungen, Sie sind also sicher nicht zu feig dafür – oder, um es in Ihrer Sprache zu sagen: Sie haben doch sicher die Eier, sich der Diskussion zu stellen. Ich freue mich darauf.

ps weil das unklar berichtet wurde: Ich habe nie etwas über die Frauen auf dem Sujet gesagt und schon gar nicht über ihre Körper, sondern das Setting kritisiert. Ich hab auch das Posting nicht gelöscht, sondern die Sichtbarkeit auf “nur Bekannte” gestellt – ich habe hier die Information einer TV-Sendergruppe zu leiten und kann mich nicht den ganzen Tag um die Kommentare kümmern.

Schließlich meldete sich Baumgartner noch mit einem Posting, dass man als Seitenhieb auf die Diskussionen verstehen kann:

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