Sicherheitsfirmen warnen vor russischen Cyber-Attacken auf Stromnetze

Nicht nur Stromnetze, auch andere Industriesysteme können mit der Schadsoftware attackiert werden (Symbolbild).
Nicht nur Stromnetze, auch andere Industriesysteme können mit der Schadsoftware attackiert werden (Symbolbild). - © Bilderbox
Zwei Sicherheitsfirmen warnen vor Hacker-Angriffen auf Stromnetze. Eine als “Crash Override” oder “Industroyer” bekannte Schadsoftware sei wohl im Dezember 2016 bei einem Cyber-Angriff von Russland eingesetzt worden, der zu Stromausfällen in der Ukraine geführt habe, erklärte das US-Unternehmen Dragos.

Dies ergaben auch Analysen des slowakischen Software-Herstellers Eset, die am Montag veröffentlicht werden sollten und in die Reuters Einblick hatte.

US-Experten befürchten Attacke auf Stromnetz

Die ukrainischen Behörden hatten im Dezember 2016 Russland vorgeworfen, das Stromnetz angegriffen zu haben. Die Regierung in Moskau hat das zurückgewiesen. US-Experten befürchten laut Washington Post allerdings nun, dass die Software nach einer Modifikation auch eingesetzt werden könne, um Stromnetzte in den USA oder anderen Ländern zu stören.

“Crash Override” ist vielseitig einsetzbar

Die Malware “Crash Override” soll dabei vielseitig eingesetzt werden können: So sollen durch unterschiedliche Module nicht nur Stromnetze, sondern auch andere Industriesysteme wie Wasser- oder Gasversorgung angegriffen werden können, berichtet Futurezone.at. Eine andere Komponente soll zudem in der Lage sein, die Software von Steuerungseinheiten zu löschen. Dies würde die Betreiber zwingen, einen Techniker zur jeweiligen Komponente entsenden.

Cyber-Attacke kann mehrere Tage andauern

Außerdem sollen mittels einer bei „Crash Override“ integrierten Zeitschaltung simultane Angriffe durchgeführt werden können. Eine solche Attacke könnte laut Experten einige Stunden oder sogar Tage andauern. Die Software sei allerdings nur in der Lage, für Ausfälle von Teilen eines nationalen Stromnetzes zu sorgen, sagte Dragos-Gründer Robert M. Lee. Das ganze Versorgungsnetz eines Landes könne damit nicht lahmgelegt werden.

(APA/SALZBURG24)

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