Sieg über Montenegro für Koller “Zwischenschritt”

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Koller und sein Team genossen die Stimmung
Koller und sein Team genossen die Stimmung
Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat am Tag nach dem 1:0-Heimsieg in der EM-Qualifikation gegen Montenegro Realismus eingefordert. Trotz einer über weite Strecken exzellenten Leistung und der Tabellenführung nach drei Runden in Gruppe G sei man noch weit von der Teilnahme an der EURO 2016 in Frankreich entfernt, betonte der Schweizer am Montag.


“Das waren sehr wichtige Punkte und die Tabelle sieht hervorragend aus, aber das ist nur ein Zwischenschritt. Wichtig ist, dass wir auch am Schluss vorne stehen”, erklärte Koller.

Seine Mannschaft ist bereits acht Partien ungeschlagen, der Vorsprung auf den ersten Verfolger Russland beträgt zwei Punkte. Sollte auch das Duell mit dem WM-2018-Gastgeber am 15. November in Wien gewonnen werden, wäre das ÖFB-Team wohl nur noch schwer aus den Top-3 zu verdrängen.

Mit derlei Gedanken will sich Koller aber nicht beschäftigen. “Wir machen keine Hochrechnungen, das bringt nichts. Wir würden alle gerne nach Frankreich reisen, aber es ist noch zu früh. Es wird ein harter, steiniger Weg für uns”, sagte der 53-Jährige.

Bei aller Tiefstapelei war dem Teamchef dennoch die Freude über den gelungenen Auftritt gegen Montenegro anzumerken. “Es hat schon sehr gut ausgesehen, was die Jungs auf den Platz gebracht haben. Sie haben immer wieder umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben und unzählige Möglichkeiten herausgespielt.”

Einzig beim Verwerten dieser Chancen haperte es. “Leider hat das zweite Tor gefehlt, um Ruhe reinzubringen – egal ob bei mir oder beim Publikum. Bei einem zweiten Tor wären die Montenegriner nicht mehr zurückgekommen. So war immer die Anspannung da, dass noch etwas passieren könnte, und den Montenegrinern wäre ja fast noch unverdientermaßen ein Tor geglückt”, meinte Koller.

An der Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor gelte es noch zu arbeiten. “Wir hatten wirklich sehr schöne Spielzüge, doch die Tore haben gefehlt. Bei den Chancen waren wir zu nachlässig, da haben wir noch nicht die Abgebrühtheit.” In den wenigen Einheiten beim ÖFB-Team könne man daran wenig ändern, so Koller. “Wir hatten nur zwei Trainings, in denen wirklich alle Spieler auf dem Platz waren.”

Der Teamchef fand noch einen weiteren Kritikpunkt: “Es ist wichtig, dass wir am Schluss noch mehr Ruhe reinbringen und den Ball zirkulieren lassen. Das hat gegen Montenegro gefehlt.” So konnten sich die Österreicher bei Goalie Robert Almer bedanken, der kurz vor Schluss einen Schuss von Mirko Vucinic entschärfte. “Das war eine Weltklasse-Reaktion und matchentscheidend. Von außen hatte ich das Gefühl, Vucinic war 16 Meter weg, aber es waren nur 7 Meter”, erklärte Koller.

Nachdem Marc Janko beim 2:1 in Moldawien zum Matchwinner avanciert war, schwang sich nun mit Almer ein zweiter ÖFB-Kicker zum Helden auf, der wegen mangelnder Spielpraxis regelmäßig in der Kritik stand. Koller lag mit seiner Personalauswahl also richtig. “Wir sind überzeugt von diesen Spielern. Es ist wichtig, ihnen Vertrauen zu geben, auch wenn sie vielleicht bei ihren Clubs gerade nicht spielen oder Verletzungsprobleme haben.”

Sonderlob gab es von Koller nicht nur für Almer und Torschützen Rubin Okotie, den Ersatzmann von Janko (Koller: “Mehr Konkurrenz ist gut”), sondern auch für Julian Baumgartlinger. “Er ist wie eine Maschine”, sagte der Coach. Der Mainz-Legionär müsse aber noch mehr versuchen, sich die Kräfte besser einzuteilen. “Er will bei jedem Ball und jedem Zweikampf dabei sein. Das ist nicht immer gut.”

Über den ebenfalls starken Marko Arnautovic meinte Koller: “Vorher waren auch andere Dinge wichtig für ihn, jetzt ist er fokussiert. Er hat Qualitäten, doch die muss er noch mehr abrufen.”

Der für Arnautovic ins Spiel gekommene Lukas Hinterseer ließ einen Sitzer aus und agierte auch sonst nicht ganz glücklich. Dies hatte jedoch einen Grund: Der Tiroler erlitt bald nach seiner Einwechslung eine Gehirnerschütterung. “Ich habe nur gemerkt, dass er ständig bei seiner Nase herumgemacht hat. Er hat sich aber nicht bei uns gemeldet und ist nur marschiert und marschiert – eigentlich verrückt”, sagte Koller.

Schon bei seiner Großchance war Hinterseer von der Verletzung beeinträchtigt. “Er wusste nichts mehr von dieser Möglichkeit. Ein Wahnsinn, dass er noch so gespielt hat”, erklärte der Nationaltrainer.

Die vier Wochen bis zur nächsten Nationalteam-Zusammenkunft wird Koller mit Beobachtungen seiner Teamspieler und Analysen des kommenden Gegners Russland verbringen. Ob Janko in dieser Partie noch gesperrt ist, entscheidet die UEFA voraussichtlich am 23. Oktober. “Ich gehe davon aus, dass er gegen die Russen noch nicht dabei ist”, vermutete Koller.

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