3. August 2012 11:40; Akt.: 3.08.2012 11:52

Skurrile Rapid-Viertelstunde bei 1:2 in Novi Sad

Selten zuvor ist eine Rapid-Viertelstunde turbulenter verlaufen als jene 15 Minuten plus Nachspielzeit beim 1:2 des Rekordmeisters am Donnerstag auswärts gegen Vojvodina Novi Sad. Selbst Trainer Peter Schöttel, mit 524 Pflichtspiel-Einsätzen Rekordspieler der Grün-Weißen, konnte sich nach dem Drittrunden-Hinspiel der Europa-League-Quali an keine ereignisreichere grün-weiße Schlussphase erinnern.

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Als sich die rund 500 mitgereisten Fans gerade auf das traditionelle Einklatschen vorbereiteten, fiel in der 75. Minute das 1:0 für die Serben. Sieben Minuten später setzte Steffen Hofmann einen Elfmeter an die Stange, in der 94. Minute erzielte Novi Sad auf skurrile Art und Weise das 2:0. In der letzten Aktion des Spiels schummelte sich ein abgefälschter Schuss von Deni Alar ins Tor, und der Thriller fand dank des wichtigen Auswärtstreffers doch noch ein halbwegs versöhnliches Ende für die Wiener.

“So eine Rapid-Viertelstunde habe ich noch nie erlebt”, gab Trainer Schöttel zu. “Wir sind heilfroh, dass uns noch das 1:2 gelungen ist, das erhöht unsere Chancen fürs Rückspiel”, erklärte der 45-Jährige und lobte seine Mannschaft, weil sie sich nach dem bitteren 0:2 noch einmal zurückkämpfte.

Der zweite Treffer der Gastgeber war an Kuriosität kaum zu überbieten. Lukas Königshofer fing eine Freistoßflanke, ein Pfiff ertönte, der Rapid-Goalie ging von einer Foul-Entscheidung aus und warf sich den Ball einige Meter nach vor, um den vermeintlichen Freistoß auszuführen. Dort wartete bereits Vojvodina-Stürmer Milan Bojovic und schoss den Ball ins Tor. Die wütenden Proteste der Wiener blieben wirkungslos, schließlich kam der Pfiff nicht aus der Pfeife des Schiedsrichters, sondern aus dem Publikum – oder, wie im Rapid-Lager vermutet wurde, vielleicht sogar von der Novi-Sad-Ersatzbank. Immerhin glückte noch der Anschlusstreffer, womit sich der Ärger bei Rapid halbwegs in Grenzen hielt.

Auch für die SV Ried ist das Europa-League-Play-off absolut in Reichweite. Die Innviertler schufen sich am Donnerstag mit einem 2:1-Heimsieg gegen Legia Warschau eine gute Ausgangsposition für das Drittrunden-Qualifikations-Rückspiel am Donnerstag (19.00 Uhr) in Polen. “Wenn wir daheim so dominant sind, dann darf man sich auch auswärts etwas ausrechnen”, ist Ried-Manager Stefan Reiter optimistisch.

Vieles hatte im Spiel nach Toren von Rene Gartler (52.) und Anel Hadzic (62./Handselfmeter) auf genau jenen 2:0-Sieg hingedeutet, den die Rieder auch im Hinspiel der 3. Quali-Runde in der vergangenen Saison ebenfalls als Außenseiter gegen Bröndby Kopenhagen gefeiert hatten. Aufgrund des Kopfballtreffers von Danijel Ljuboja nach einem Freistoß der Polen reicht Legia nun im Heimspiel aufgrund der Auswärtstorregel aber bereits ein 1:0 zum Weiterkommen.



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