So spart ihr bares Geld bei Heiz- und Stromkosten

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Energiesparen leicht gemacht! Wir helfen euch bares Geld zu sparen.
Energiesparen leicht gemacht! Wir helfen euch bares Geld zu sparen. - © Bilderbox
Besonders zu Herbstbeginn, wenn’s früher dunkel und die Temperaturen stetig sinken, wird in vielen Salzburger Haushalten Energiesparen wieder zum Thema. Wir haben uns schlau gemacht, wie man mit einfachen Tricks sparen kann.

Die meiste Energie im Haushalt geht nicht für den Strom drauf sondern fürs Heizen, informiert die Energieberatung Salzburg auf Anfrage von SALZBURG24. Das größte Einsparpotenzial bietet daher auch die Senkung der Raumtemperatur. Ein Grad weniger heißt hier bereits eine durchschnittliche Ersparnis von rund sechs Prozent.

Sanierung kann 50 Prozent der Energiekosten einsparen

Bis zu 50 Prozent können Hausbesitzer durch eine umfassende Sanierung – Dämmung, Fenstertausch, Dachbodendämmung, Heizungsoptimierung uvm. – einsparen. Gerade vor dem Hauskauf empfiehlt die Salzburger Energieberatung einen genaueren Blick auf den Energieausweis des Gebäudes zu werfen. Ähnlich dem Typenschein für ein Auto werden darin energetische Kennzahlen für Gebäude erfasst. Seit 2012 ist der Energieausweis vom Verkäufer oder Vermieter verpflichtend vorzulegen, informiert Barbara Kaserer von der Energieberatung.

Doch auch im Nachhinein kann noch Einiges optimiert werden. Hierzu muss man nicht einmal tief in die Geldtasche greifen. Etwa zehn Prozent der jährlichen Stromkosten kann man durch den konsequenten Einsatz von schaltbaren Steckerleisten einsparen. Der Umstieg von herkömmlichen Glühbirnen auf LED-Lampen spart gar 83 Prozent an Strom ein, denn Glühbirnen verwandeln lediglich fünf Prozent der verbrauchten Energie in sichtbares Licht.

Die Top-Tipps zum Energiesparen:

Backen und Kochen

  • Herdplatte nach Topfgröße auswählen, denn ist die Herdplatte nur ein bis zwei Zentimeter größer als der Topfboden, gehen 20 bis 30 Prozent der Energie verloren.
  • Kochen ohne Deckel verschwendet ca. 20 Prozent Energie.
  • Ein Wasserkocher spart gegenüber dem Erhitzen der gleichen Menge Wasser auf einem Elektroherd 60 bis 80 Prozent Energie.
  • Bei Heißluftherden kann man auf das Vorheizen des Backrohres verzichten.
  • Bei jedem Öffnen des aufgeheizten Backrohrs gehen etwa 20 Prozent der Wärme verloren, die wieder nachgeheizt werden muss.
  • Selbstreinigungsprogramme verschwenden Energie.
  • Generell gilt beim Neukauf von Haushaltsgeräten: Auf das Energielabel achten!
  • FALSCH! Automatische Backprogramme verschwenden Strom: Moderne Backöfen oder Dampfgarer sind energiesparend programmiert. Sie berechnen wie viel Restwärme ausreicht, um den Back- oder Garvorgang zu beenden. Das Gerät wird automatisch abgeschaltet und die Restwärme genutzt.

Beleuchtung

Rund 8,6 Prozent der Stromkosten im Haushalt entfallen auf die Beleuchtung, daher lohnt es sich hier ganz besonders die Einsparpotenziale aufzuspüren und zu nutzen.

  • LED-Lampen statt Halogenspots und Glühbirnen verwenden.
  • Beleuchtung dimmen statt voll aufdrehen.
  • Licht in unbenutzten Räumen abschalten.
  • Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder für Flur- und Treppenbeleuchtung
  • FALSCH! Dauerbeleuchtung besser als An- und Ausschalten: Die kleine “Stromspitze”, die es beim Lichteinschalten gibt, lässt sich nicht einmal messen. Wesentlich mehr Energie verbraucht hingegen dauerhaft angeschaltetes Licht.

Geschirrspüler

  • Ein moderner Geschirrspüler kann gegenüber der Handwäsche bis zu 30 Prozent Energie einsparen.
  • Geschirr bei niedriger Temperatur waschen: Das Aufheizen verbraucht den Großteil der Energie.
  • Geschirrspüler erst einschalten, wenn er voll beladen ist.
  • Für leicht verschmutztes Geschirr reicht das Schnellprogramm.
  • Geschirrspülen per Hand: Geschirr nicht unter fließend warmen Wasser abspülen, sondern im Spülbecken oder in einer Schüssel; anschließend mit kaltem Wasser nachspülen.

Heizung

Wichtig ist eine angemessene Raumtemperatur. In Kinder-, Wohn- und Arbeitszimmer dürfen es 20 bis 22 Grad sein. In Küche, Schlafzimmer und Flur reichen 16 bis 18 Grad aus. Als Faustregel gilt: Senkt man die durchschnittliche Raumtemperatur um ein Grad, dann spart man sechs Prozent der Heizenergie.

  • Heizkörper nicht mit Vorhängen und Möbel verstellen. Auch gesonderte Hezkörperverkleidungen verhindern, dass die Wärme direkt in den Raum geht.
  • Heizung einmal im Jahr vom Fachmann überprüfen lassen: Eine falsche Programmierung kann bis zu 30 Prozent Mehrkosten verursachen.
  • FALSCH! Außer Haus – Heizung aus! Denn das Wiederaufheizen kostet mehr Energie als eine konstante Beheizung. Sinnvoll ist es aber die Heizung, wenn man außer Haus ist oder nachts um beispielsweise drei Grad zurückzudrehen.
  • Den gegenteiligen Effekt erreicht man auch, wenn man unbeheizte Räume durch die warme Luft aus anderen Räumen mitheizen möchte. Hier müssen nämlich die wenigen Heizkörper mehr Wärme produzieren.
  • Ein einfacher aber effizienter Tipp ist auch, die Türen zu kalten Räumen immer geschlossen halten.
  • Durch richtiges Lüften können rund 20 Prozent der Heizkosten eingespart werden. Einfach mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten Stoßlüften anstatt die Fenster dauerhaft zu kippen.
  • Dichtungen an Fenster und Türen vor dem Winter erneuern, um nicht beim Fenster hinaus zu heizen.

Kühl- und Gefriergeräte

Kühl- und Gefriergeräte verursachen in einem Durchschnittshaushalt rund zwölf Prozent des Stromverbrauchs.

  • Innentemperatur von sieben Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierschrank sind ausreichend.
  • Häufiges und langes Öffnen der Kühlschranktür vermeiden.
  • Kühlschrank nicht neben einer Wärmequelle (Geschirrspüler oder Herd) aufstellen.
  • Keine warmen Speisen in den Kühlschrank stellen.
  • Tiefkühlprodukte über Nacht im Kühlschrank auftauen.
  • Gefriergeräte regelmäßig abtauen.
  • Ein großer Kühlschrank braucht übrigens weniger Energie als zwei kleine.

Standby-Verluste

Rund vier Prozent des Haushaltsstromes werden ungenutzt verbraucht, nur damit Geräte bequem im Bereitschaftsmodus aus der Ferne einzuschalten sind.

  • Bei Elektro- und Ladegeräten darauf achten, dass sie nach dem Gebrauch ausgeschalten sind. Am besten man zieht den Stecker raus.
  • Mit einer schaltbaren Steckerleiste lassen sich Leerlaufverluste vermeiden. Etwa zehn Prozent der Stromkosten lassen sich durch konsequenten Einsatz einsparen.

Wasser

  • Durch einen tropfenden Wasserhahn gehen bis zu 2.000 Liter pro Jahr verloren.
  • Duschen verbraucht dreimal weniger Wasser als ein Vollbad.
  • Boiler auf maximal 60 Grad aufheizen: Das verhindert Verkalkung und unnötige Abstrahlverluste.
  • Wasserspar-Duschköpfe mit einem Durchlauf von elf Litern pro Minute verwenden.
  • Fließwasser beim Einseifen, Zähneputzen oder Abwaschen immer abdrehen.

Wäsche waschen

  • Waschmaschine voll befüllen: Eine halb beladene Maschine benötigt annähernd so viel Strom wie eine vollständig gefüllte.
  • Waschtemperatur senken: Ein Waschgang bei 30 Grad entfernt mit heute üblichen Waschmitteln 99 Prozent der Bakterien und spart bis zu 50 Prozent der Energie, verglichen mit höheren Temperaturen.
  • Sparprogramm wählen: Durch den längeren Waschgang kann eine niedrigere Temperatur gewählt werden.
  • Schonwaschgänge (z.B.: Wollwaschprogramm) nur in Ausnahmefällen verwenden: Sie verbrauchen im Vergleich zum Normalwaschgang die fünffache Wasser- und die vierfache Strommenge.

Wäsche trocknen

Maschinelles Trocknen verbraucht rund dreimal so viel Strom wie das Waschen selber.

  • Das Gerät am besten nur verwenden, wenn natürliches Trocknen nicht möglich ist.
  • Wäsche durch hohe Schleuderzahl bereits in der Waschmaschine vortrocknen.
  • Filter und Flusensiebe regelmäßig reinigen: Die Luft kann so besser zirkulieren, die Trocknungszeit verkürzt sich dadurch.

Weitere hilfreiche Tipps gibt’s bei der Energieberatung Salzburg und bei der Umweltschutzabteilung des Landes Salzburg.

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