So spart man richtig: Die “Top Ten” der besten Heiz-Spartipps

Akt.:
Hohen Heizkosten mit Experten-Tipps entgegenwirken.
Hohen Heizkosten mit Experten-Tipps entgegenwirken. - © Bilderbox
Der Herbst naht merklich mit großen Schritten: Das sieht man nicht nur an den bunten Baumkleidern und den kürzeren Tagen, sondern man spürt es vor allem bei den kälteren Temperaturen. Dies ist auch der Startpunkt der Heizperiode. Wie man durch kleine Tricks bares Geld spart, könnt ihr bei unseren “Top Ten” der Heizungstipps nachlesen.

S24.at hat im Interview mit Stefan Göweil vom Konsumentenschutz der AK Salzburg über die besten Spartipps für Heizkosten gesprochen. Der Experte erklärt, was sinnvolle Investitionen sind und wie man sich selbst zu einem niedrigeren Energieverbrauch erzieht.

1. Gluckernder Heizkörper

Einen hörbaren „Hilferuf“ kann ihr Heizkörper selber machen. Das Gluckern, dass man vor allem zu Beginn der Heizperiode vernehmen kann, ist kein gutes Zeichen: „Ein gluckernder Heizkörper ist ein Anzeichen dafür, dass sich Luft darin befindet“, weiß Göweil. „Da Luft ein schlechterer Wärmeträger als Flüssigkeit ist, strahlt die Heizung bis zu 50 Prozent weniger Wärme ab. Man sollte dann dringend entlüften, damit man diesen Energiefresser beseitigt.“ Beim Entlüften der Anlage ist es wichtig, dass man auch immer den Wasserdruck der Anlage kontrolliert.

2. Regulierte Wärme

Ein Wechselbad der Temperatur sollte man vermeiden, aber wenn untertags niemand im Haus ist, kann man getrost die Temperatur ein bisschen senken. „Wenn man ein Thermostat mit Zeitfunktion installiert, kann es so programmiert werden, dass es eine halbe Stunde bevor man nach Hause kommt mit dem Heizen beginnt“, erläutert Stefan Göweil. Eine Reduzierung um zwei bis drei Grad ist verträglich. „Ganz Ausschalten würde ich die Heizung nicht, denn das Aufwärmen kostet viel mehr Energie, als wenn die Temperatur konstant auf einem gleichen Niveau gehalten werde“, erklärt Göweil weiter. Wenn über Nacht das Wohnzimmer auf 16 bis 18 Grad abgekühlt wird, dann spart man sich laut Energiesparbroschüre der Arbeiterkammer 20-30 Prozent Energie. Göweil fügt noch hinzu: „Da die Thermostate ja auch ein Kostenfaktor sind, reicht es im Normalfall, wenn man sich im Wohnzimmer eines zulegt. Im Schlafzimmer ist dies eher unsinnig, da dieser Raum für eine bessere Schlafqualität sowieso eher kühler sein sollte.“

3. Geheizt in Abwesenheit

Wenn man dem kalten Winter entkommen möchte, dann geht es öfters ab in den Süden. Ein komplettes Abschalten der Heizung ist aber nur bedingt sinnvoll: „Die Heizung sollte während der kalten Periode nie ganz ausgeschaltet werden. Erst wenn der Aufenthalt außer Haus über einen Monat dauert, dann wäre es sinnvoll die Temperatur auf zehn Grad herunterkühlen“, informiert Göweil. Bei einer Abwesenheit von bis zu zwei Tagen kann man die Temperatur auf 15 Grad Celsius senken.

4. Fenster auf, Wärme raus

Dies muss nicht unbedingt passieren, wenn man weiß, wie man richtig lüftet. Göweil erläutert den Kardinalfehler, den viele machen: „Während der Heizperiode die Fenster zu kippen ist reinste Energieverschwendung. Man heizt eigentlich nur für draußen. Ein fünf- bis zehn-minütiges Stoßlüften ist die sinnvollere Variante“, Göweil empfiehlt drei bis vier Mal am Tag in jedem Zimmer zu lüften. Der Experte für den Konsumentenschutz meint auch: „Während des kurzen Stoßlüftens ist es nicht notwendig die Heizung abzuschalten.“

5. Nicht ganz dicht

Wenn es einem trotz höchster Heizstufe immer noch fröstelt, dann sollte man nachprüfen, ob bei Fenster- bzw. Türritzen Luft entweicht. Denn dadurch geht klammheimlich viel Wärme verloren – das Geld wird sozusagen aus dem Fenster geschmissen. Ob eine undichte Stelle vorliegt kann man zum Beispiel mit Hilfe eines brennenden Teelichts testen. „Mit Dichtungsprofilen vom Baumarkt lassen sich Fugen und Ritzen leicht verschließen“, gibt Göweil Auskunft. Schon für 1,50 Euro pro Meter sind laut dem Umweltbundesamt Dichtungsprofile im Baumarkt erhältlich.

6. Die Schotten dicht machen

Man muss keiner Bevölkerungsgruppe Alkohol geben, damit man es warm hat: Nachts die Roll- und Fensterläden schließen hilft da sicher mehr zur Senkung der Heizkosten. „Wenn man über Nacht die Jalousien herunterlässt, dann ist dies eine zusätzliche Dichtung und die Wärme kann weniger entweichen“, gibt Stefan Göweil zur Kenntnis. Durch diesen kleinen Tipp kann laut Umweltbundesamt ein Wärmeverlust von mehr als 20 Prozent verringert werden. Wenn man zusätzlich noch die Vorhänge zuzieht, dann spart man sich weitere zehn Prozent an Energie.

7. Wärmestau vermeiden

Vor dem Heizkörper soll im Idealfall nichts stehen. „Heizkörperverkleidungen und Möbel verhindern, dass die Wärme in den Raum fließen kann“, weiß Göweil. Laut Umweltbundesamt kann dies fünf Prozent mehr Heizkosten verursachen. „Allein schon Gardinen, die über den Heizkörper hängen, können den Wärmeverlust erhöhen”, erklärt der Energie-Experte.

8. Richtig abdichten

Dagegen hilft aber eine Dichtung von hinten. Eine Wärmedämmung, die hinter dem Heizkörper montiert wird, spart einiges an Energie. Durch die Isolationsschicht, bestehend aus Styropor und einer Aluminiumschicht, wird die Wärmestrahlung reflektiert. Man kann laut Umweltbundesamt dadurch seinen Wärmebedarf um bis zu zehn bis 30 Prozent reduzieren.

9. Unterschiedliche Räume, unterschiedliche Temperaturen

Die persönliche Wohlfühltemperatur ist von Person zu Person unterschiedlich. Trotzdem kann man für die verschiedenen Räume gewisse Normwerte bestimmen. „In wenig benutzten Zimmern, wie zum Beispiel das Vorzimmer reicht es, wenn dort 15 bis 16 Grad Celsius herrschen“, so Göweil. Dagegen sollte es im Wohnzimmer und im Badezimmer etwas wärmer sein. „20 bis 22 Grad sind in Wohnräumen ein angenehmer Wert. Im Badezimmer ist dieser Wert auch verträglich, aber etwas niedrigere Temperaturen reichen im Bad meistens auch aus, da durch das Lüften nach dem Duschen bzw. dem Baden viel Wärme wieder verloren geht“, erklärt Stefan Göweil weiter. „Im Schlafzimmer ist es bekanntlich angenehmer, wenn man nicht so sehr aufheizt: 16 bis 18 Grad sind hier ein Normwert. Bei Kindern darf es um drei bis vier Grad Celsius wärmer sein.“ Vor allem bei kleinen Kindern sollte das Schlafzimmer nicht unter 16 Grad herunterkühlen. In der Küche sind auch niedrigere Temperaturen um die 18 Grad empfehlenswert, da Kühlschrank, Spülmaschine und Herd auch Wärme an den Raum abgeben. Wer die Temperatur je nach Raum kontrollieren möchte, dem sind Thermostatventile zu empfehlen. Denn diese Vorrichtungen halten die Temperatur in einem Zimmer konstant auf dem gewünschten Wert – sogar wenn die Sonne den Raum aufheizt. Laut Umweltbundesamt kostet ein Thermostatventil circa 20 Euro.

10. Guter Rat ist teuer

Nicht unbedingt. Ein Hausbesuch der Energieberatung Salzburg kostet für Privathaushalte gar nichts. Im Gegenteil: Durch die Beratung erfährt man, wie man in seinem Haus bzw. in seiner Wohnung am besten Energie – und damit Geld – spart. Individuell werden Problemzonen des eigenen Zuhauses angesprochen und mögliche Lösungen vorgestellt. Informieren kann man sich dazu unter: http://www.salzburg.gv.at/energieberatung

Laut der Energiesparbroschüre der Arbeiterkammer frisst Heizen die meiste Energie im Haushalt. Daher können schon kleine Veränderungen des eigenen Verhaltens bzw. gut geplante Investitionen viel Geld und Energie sparen. Stefan Göweil legt im Gespräch mit S24.at dar: „Ein Grad weniger und man spart schon sechs Prozent an Energie! Wer es also bevorzugt mit Bikini und Badeshorts im Winter zu Hause herumzulaufen, der sollte sich über die finanziellen und ökologischen Auswirkungen im Klaren sein.“ Mit einem bewussten Energieumgang tut man also nicht nur seinem Geldbeutel etwas gutes, sondern auch seiner Umwelt. (DP)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Heiratsantrag bei Eröffnung de... +++ - Austrian Firefighter Run: Salz... +++ - Missbrauchsvorwürfe: Salzburge... +++ - Produktrückruf: Kunststofffrem... +++ - Salzburger Christkindlmarkt is... +++ - Schüler stürmen Salzburger Ber... +++ - Arbeitskräfteangebot in Österr... +++ - Zehn Aberkennungs-Bescheide an... +++ - Bevölkerungswachstum: Salzburg... +++ - Migration nach Österreich stei... +++ - Temperatursturz um 15 Grad ste... +++ - Trickbetrüger machen OÖ und Sa... +++ - Pannenhelfer befreit Katze aus... +++ - Neue 10er-Kabinenbahn in der W... +++ - Neumarkt: Maria und Walter Man... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen