So steht es um die Cannabis-Legalisierung in Österreich

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Eine Cannabis-Legalisierung könnte Österreich rund 500 Mio. Euro an Steuern im ersten Jahr einbringen.
Eine Cannabis-Legalisierung könnte Österreich rund 500 Mio. Euro an Steuern im ersten Jahr einbringen. - © APA/dpa/Daniel Karmann
In Kanada darf ab 2016 legal gekifft werden, in Deutschland spricht Grünen-Chef Cem Özdemir von einer Cannabis-Legalisierung im Jahr 2017. Wie ist hier die Lage in Bezug auf Marihuana als Medizin in Österreich? Wir haben uns mit Experten auf dem Gebiet unterhalten.




Äußerst zuversichtlich in Bezug auf eine Legalisierung von Cannabis zeigt sich Toni Straka vom Österreichischen Hanfinstitut. Große Hoffnung setzt er auf die UN-Drogenkonferenz im Jahr 2016: “Der Tenor geht hier in Richtung Entkriminalisierung, das kann Druck auf die Politik ausüben”, so Straka im Gespräch mit SALZBURG24 am Montag.

Cannabis-Legalisierung: 500 Mio. Euro Steuereinnahmen

Großes Potential sieht Straka in der Behandlung von Krebs mit Cannabis. In Österreich rechnet er insgesamt mit rund 200.000 möglichen Patienten. Auch der finanzielle Aspekt darf hier nicht vernachlässigt werden: “Rund 500 Millionen Euro können mit einer Legalisierung im ersten Jahr eingenommen werden”, so Straka. Diese Summe komme auch durch die hinfällige Strafverfolgung durch die Polizei zustande.

Politisches Umdenken von Nöten

Einer Legalisierung oder Entkriminalisierung steht aktuell vor allem die Politik im Weg. „Es müsse sich etwas an der Parteien- und Regierungsspitze ändern“, gibt Straka an. Dazu hat das österreichische Hanfinstitut die bereits zweite Cannabis-Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Diese Initiative will Cannabis nun vorrangig als Medizin freigeben.

Rechtsanwalt sieht keine Legalisierung in der Zukunft

Weniger euphorisch sieht die Lage Rechtsanwalt Arthur Machac: “Ich persönlich glaube, dass es in Österreich zu keiner Legalisierung kommen wird.” Als Grund nennt er den fehlenden politischen Willen. Nach der Legalisierungswelle in den USA und nun auch Kanada sieht Machac jedoch keinen internationalen Druck auf Österreich. Die industriellen Interessen stehen hier laut Machac gegen eine Legalisierung von Gras.

Cannabis Social Club: Legalisierung überfällig

Überfällig hält eine Legalisierung von Marihuana auch Willi Wallner vom Cannabis Social Club Salzburg. Seit Jahren setzt er sich für eine Legalisierung von Gras für Schmerzpatienten ein – weitgehend ohne Erfolg. Immer wieder wurden ihm seitens der Behörden eigens angebaute Pflanzen genommen. „Ansuchen auf einen legalen Anbau von Marihuana verliefen bislang im Sand und blieben unbeantwortet“, so Wallner gegenüber SALZBURG24.

 

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