So vielseitig kann man Holler nutzen

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Der Holunderbaum ist bei der Standortwahl nicht sehr anspruchsvoll.
Der Holunderbaum ist bei der Standortwahl nicht sehr anspruchsvoll. - © Bilderbox
Allerorts blüht der Holunder – in den Gärten, im Wald und an den Straßen stehen die Bäume in weißer Pracht. Doch aus den Blüten und Früchten des sagenumwobenen Baumes kann man mehr machen, als nur den beliebten Hollersaft. Wir haben uns mit Humanenergetikerin Berta Huber getroffen, die uns verraten hat, was man daraus zubereiten kann und welche Wirkung dem Holler nachgesagt wird.




„Einen Hollerbaum sollte man nicht fällen“, weiß die Kräuterexpertin, denn laut Volksglauben wohnen darin die guten Schutzgeister, die Germanen sahen darin den Sitz der Göttin Holda. „Man sagt dem Hollerbaum nach, dass wenn der Baum nicht mehr da ist, kann ein Unglücksfall oder eine Krankheit in die Familie kommen. Er wird auch als Einstieg in die Unterwelt angesehen. Wenn in früheren Zeiten in bäuerlichen Familien eine Krankheit den Hof heimgesucht hat, so hat man die Krankheit genommen und sie dem Hollerbaum übergeben“, erzählt Huber über den mythologischen Hintergrund der Pflanze.

Holunder in der Naturheilkunde

Huber setzt mit Hollerdolden, auf denen die Blüten sitzen, nicht nur einen Sirup an, sondern trocknet sie auch, um sie als Tee zu verwenden. Vor allem bei Erkältung, Atemwegsbeschwerden und Fieber werden Hollerblüten in der Naturheilkunde angewendet. „Holler ist, als Tee oder Saft getrunken, ausgesprochen durstlöschend. Was viele aber nicht wissen, er wirkt auch entschlackend und harntreibend. Bereits in der Antike wurden alle Bestandteile des Hollerbaumes in der Medizin verwendet, im Mittelalter galt er als Universalmedizin“, so Huber.

Auf den Dolden sitzen viele kleine Hollerblüten./ Bilderbox Auf den Dolden sitzen viele kleine Hollerblüten./ Bilderbox ©

Räuchern gegen negative Energien

Mit den getrockneten Blüten kann man aber auch Räuchern: Das soll negative Energien entfernen. Gemischt mit Thymian, Wacholder und Salbei soll er nach Krankheiten in einem Haushalt desinfizierend wirken, weiß Huber, Inhaberin eines Naturladens im Flachgau.

Holler pflegt die Haut

Auch für die Haut sind Hollerblüten eine Wohltat, sie sind sehr hautpflegend. „Man kann damit eine Tinktur, einen Kräuterauszug, ansetzen, aus der anschließend eine Hautcreme hergestellt werden kann.

Auch die Blätter, die man nicht essen sollte, finden in der Naturheilkunde ihre Verwendung. „Wenn man sie zerquetscht und in einen Umschlag packt, helfen sie gut gegen Abszesse”, erklärt die Energetikerin.

Einsatz in der Küche

Auch in der Küche ist Holler sehr beliebt. So lässt sich aus den Blüten und Beeren so manches kulinarische Highlight zaubern.

„Für den Hollersirup gibt es kein Patentrezept“, erzählt Huber. Es scheint, als gäbe es bezüglich der Zubereitung eine Art Glaubenskrieg: „Manche setzen ihn an und lassen ihn tagelang in Ruhe stehen, andere rühren mehrmals täglich, ähnlich einem Ritual um. Aber auch beim Abfüllen gibt es Unterschiede: Manche kochen ihn davor noch auf, andere nicht“, erklärt die passionierte Kräuterfrau. Eine Art der Zubereitung seht ihr in unserem Video:

Hollersekt für laue Sommerabende

Mit Wasser vermischt und in Sektflaschen abgefüllt, kann man ihn auch bei 15-20 Grad zwei bis vier Wochen gären lassen. Wichtig dabei ist, dass die Flaschen horizontal gelagert und regelmäßig gedreht werden. Dadurch entsteht Hollersekt. „Wer sich die Arbeit aber nicht antun möchte, kann den Sirup auch in gekauften Sekt geben oder daraus einen Hugo oder einen Kaiserspritzer zubereiten“, rät Huber.

Beeren können Erbrechen und Durchfall verursachen

Wer Hollersaft lieber auf dem Frühstücksbrot genießen möchte, verwendet anstatt von Kristallzucker Gelierzucker. Die Dolden kann man auch in Backteig oder Palatschinkenteig tauchen und sie anschließend in heißem Fett herausbacken.

Die Beeren des Hollerbaumes sollten roh nicht verzehrt werden./ Bilderbox Die Hollerbeeren sollten roh nicht gegessen werden./ Bilderbox ©

Die Beeren sind roh, wie auch die Blätter des Baumes, nicht zum Verzehr geeignet, da sie Giftstoffe enthalten, und können zu Durchfall und Erbrechen führen. Durch Erhitzen auf mehr als 80 Grad werden diese aber zerstört. „Die Wirkung der Beeren ist nicht so stark, wie die der Blüten. Aber in der Küche kommen sie dennoch zum Einsatz“, erzählt Huber. Ebenso wie aus den Blüten kann man daraus Saft, Marmelade oder Gelee herstellen. Hollerröster eignet sich als Alternative zu Zwetschkenröster als Beigabe zu Süßspeißen.

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